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Freitag, der 1. Mai 2020

The Feathers Project -
Die Sammlung

Seht, wie unsere "Hope is the thing with feathers Galerie" wächst. Und schickt uns gerne auch euren eigenen Beitrag zum Projekt: mail@corneliafunke.com
Klickt auf die einzelnen Beiträge und schlendert durch die Sammlung.

 

Liebe LeserInnen und Nicht-LeserInnen!   In dieser dunklen und seltsamen Zeit möchten all die KünstlerInnen, die mich bisher auf meiner Farm besucht haben - diejenigen, die gerade hier sind und auch die, die unglücklicherweise gerade nicht hierher kommen können -  einen kleinen Beitrag mit euch  teilen, um Freude, Hoffnung, Freundschaft hinauszuschicken in die Welt. All die Dinge, die unsere Welt trotz allem auch zu einem besonderen und guten Ort machen. Wir nennen unser Projekt "Feathers" (Federn), inspiriert von Emily Dickinsons Gedicht "Hope is the thing with feathers". Von heute an werden wir immer wieder eine dieser "Federn" auf Instagram und hier auf der Seite veröffentlichen. Alles Liebe aus Malibu! Cornelia
Katja Thomson, Anthropologie- und Spanisch-Studentin an der University of Aberdeen: "Ich glaube, es kann leicht passieren, dass man nur noch die schlechten Seiten des Menschen sieht. Es ist schwer, nicht an der Menschlichkeit zu verzweifeln, wenn wir sehen, wie wir die Natur, die Tiere und wir uns gegenseitig ausnutzen. Aber wir sollten nie all das Schöne vergessen, wozu wir ebenfalls fähig sind. Ich glaube, es gibt nicht weniger Zeugnisse von Mitgefühl, Liebe und Anteilnahme. Und es ist sicher kein naiver Optimismus, sich für all das ein offenes Auge und ein offenes Herz zu bewahren. Für mich liegt darin die wahre Bedeutung von Menschlichkeit. Daran sollten wir uns immer wieder erinnern, gerade in Zeiten, wenn die Welt sich sehr dunkel anfühlt."

 

Sara-Christin Richter, Studentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: "Mein Beitrag zu unserem Projekt 'Hope is the thing with feathers' erzählt von meiner Katze Señor, die einen Fluchtplan hat."
Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Dies ist mein Beitrag zum 'Hope is the thing with feathers Projekt'. Am vergangenen Wochenende bin ich mit meinem Atelier umgezogen an einen Ort, von dem aus ich nun auf unbestimmte Zeit, zumindest bis das Corona Virus unter Kontrolle ist, arbeiten werde. Ich habe unseren Garten hier immer für selbstverständlich genommen, so oft wie ich schon durch ihn hindurchgelaufen bin. Aber im Laufe dieser letzten verunsichernden Wochenbemerkte ich die Narzissen und fühlte sich so an, als würden sie mich zu Hause willkommen heißen. Wer kann diesen fröhlichen, gelben Gesichtern schon widerstehen."
Adolfo Córdova Ortiz, Schriftsteller, Journalist und Forscher aus Mexico Stadt: "Mein Beitrag ist eine Erinnerung. Wir hatten hier bei Cornelia in Malibu die Idee für ein "Conversation Journal", ein Tagebuch unserer Gespräche, für alle zukünftigen BesucherInnen der Farm. Wir möchten darin alles sammeln, was mit den Gesprächen verbunden ist: Ideen, Gedanken, Bilder... Einmal beim Lunch fragte uns Cornelia, was denn wohl unsere innere Landschaft sei. Die Frage hat mir sehr gefallen, und als ich mich näher mit ihr beschäftigte, wurde eine Kindheitserinnerung in mir wach, die tatsächlich Federn hat."

 

Sheila Hall, Künstlerin und Projektkoordinatorin des Hay Literaturfestivals für Lateinamerika: "Ich habe meine Zeichnung mit einer Feder begonnen, weil Emily Dickinson in ihrem Gedicht schreibt, "hope is the thing with feathers". Die Feder wuchs zu einem Auge, welches für mich das Bewusstsein darstellt, und die Möglichkeit zu wachsen. Dann gesellten sich zu Hoffnung und Bewusstsein zwei Vögel dazu. Ein großer und ein kleiner. Zwei Vögel, die fliegen, die frei sind. Die Feder wurde dann zur Schreibfeder und brachte Emilys Worte ins Spiel. Um uns daran zu erinnern, dass selbst in diesen seltsamen Zeiten, selbst inmitten des Sturms, wir immer noch wachsen können, wir immer noch Freiheit finden, und wir niemals die Hoffnung verlieren sollten, so wie ein Vogel nie das Vertrauen in seine Flügel verliert."


Ida aus Spanien: "Hallo Cornelia, ich sah deinen Instagram Eintrag und habe auch einen kleinen Beitrag zu deinem Feathers Projekt. Es hat hier eine ganze Weile geregnet, und ich liebe es, wie die Natur danach riecht und sich anfühlt, so voller Leben und Energie."

 

Anne Zaghow, Studentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: "Hier ist mein kleiner Beitrag zum 'Hope is the thing with feathers Projekt'. Ich hatte die Idee für die Collage, während ich meine Katze streichelte. Abends kommt sie oft in mein Zimmer und miaut laut vor sich hin. Damit fordert sie mich auf, ihr nachzugehen und mich zu ihr auf die Treppe zu setzen, so dass sie sich für eine Weile auf meinen Schoß kuscheln kann. Ich habe die Arbeit an der Collage genossen. Es hat etwas Meditatives, jeden einzelnen Papierstreifen auszuschneiden, zu falten und in die Collage einzuarbeiten. Da ist kein Raum für schlechte Gedanken."

 

Grace aus Wales: "Mein Bild als Beitrag zum 'Hope is the thing with feathers Projekt' soll ausdrücken, dass wir alle gemeinsam gerade in einer seltsamen Situation stecken. Es gibt viel Durcheinander und Gekritzel, aber es ist auf jeder Seite das Gleiche, wir alle durchleben diese dunkle Zeit."

 

Helena Park, freischaffende Malerin und Grafikerin aus Somerset, England: "Mein Beitrag zum ‘Hope is the thing with feathers project’: Cloud-dancer leapt forward in hope, leaving behind him a trail of feathers..."


Kerstin Zilm, deutsche Journalistin und Autorin, die in Los Angeles lebt und arbeitet: "Ich habe versucht, die Welt um mich herum zu begreifen, indem ich die Vögel im Baum vor unserem Fenster beobachtete. Ich kann die Welt gerade immer noch nicht besser fassen, aber zumindest hat mich der Blick aus dem Fenster zu einem Gedicht inspiriert - über einen Rotbrust-Finken, einen langbeinigen Kojoten und großflossigen Buckelwal. Das Bild zeigt übrigens das Nest eines Kolibris, das wir in diesen Tagen auf unserer Veranda entdeckt haben."What The Bird Knows

I wonder what the bird knows 

The red chested finch 

A cheerful troubadour

Jumping from branch to branch

In the tree with purple flowers 

That almost died ten years ago

Does the red chested finch miss

The humming chant to its a cappella song 

The constant buzz of nonstop traffic? 

Does air drift lighter through its feathers? 

Is it easier for the finch to breathe?

Does the red chested finch feel toxic droplets? 

Is rain heavier on its wings?

Is uncertainty an aroma it can smell?

Is compassion a scent it picks up 

With fluffy dandelion seeds?

I wonder what the wild dog knows

The long legged coyote

A solitary traveler

Roaming the neighborhood at night

On streets of black asphalt

With cracks, holes and haphazard patches

Does the long legged coyote miss 

The intruders on its path

Hikers in parks and mountain ranges?

Does it prowl empty shopping malls?

Is it easier for the coyote to find sleep in its den?

Does the long legged coyote feel lethal perspiration?

Is fog denser on its fur?

Is fear an aroma it can smell?

Is love a scent it picks up 

With rotten lemons from back yards?

I wonder what the whale knows

The big finned humpback

A mother with its young

Breaching in front of empty beaches

From underwater canyons

Filled with mangrove forests and eternal calm

Does the big finned humpback miss 

The boats coming out 

To watch it leap, twist, fall and splash?

Does the wave it breaks through have more power?

Is it easier for the whale to moan its song?

Does the big finned humpback glide through poisoned water?

Is kelp it swims in stained with parasites?

Is worry an aroma it can smell?

Is courage a scent it picks up 

With krill from the ocean’s face?

The red chested finch 

Collects twigs for its nest

From the tree with purple flowers

In front of my window

It stops

It turns its head

It looks at me

I wonder

Does the red chested finch wonder 

What I know?


Helene aus Ostprignitz-Ruppin: "Mein Foto zeigt eines der Lebewesen, die "in dieser dunklen und seltsamen Zeit unsere Welt trotz allem auch zu einem besonderen und guten Ort machen." (Zitat Cornelia). Sie schenken mir Freude und sie sind so lustig und tollpatschig."


Mariela Sancari, Fotokünstlerin aus Buenos Aires, Argentinien: "Mein Beitrag zum Feathers Projekt - Dieses Foto ist ein Zeugnis für ein kleines, gepflegtes Ritual, was wir hier haben, seit wir bei Cornelia auf der Farm zu Gast sind: Wir gehen am Nachmittag zum Strand, um uns die Beine zu vertreten und eine Portion heilsame Seeluft zu tanken. Ich fotografiere dort für ein Projekt, an dem ich gerade arbeite, während mein Mann Adolfo am Strand laufen geht. Vor einigen Tagen waren wir am Strand bei Point Dume und sahen eine riesige Schar Möwen, die ganz nah bei uns flogen. Das war ein wunderschöner Moment, den ich hier gerne mit euch allen teilen möchte."


Reihaneh aus dem Iran:"Dies ist mein Beitrag für das Feathers Projekt. Wie unser Leben zeigt das Bild ein Geflecht aus Sorgen, schwierigen Tagen, aber auch ...  Hoffnung (symbolisiert durch all die kleinen Figuren inmitten des Wirrwarrs). Hoffnung hilft uns durch all die Schwierigkeiten des Lebens. Mit der Kraft der Hoffnung können wir unsere Ziele erreichen. Immer wenn ich traurig bin, gehe ich in mein Zimmer, mache mir Musik an und beginne, nach dem Rhythmus zu zeichnen. Vielleicht versucht ihr das auch mal.  Ich bin sicher, es hilft euch auch ein wenig, Ruhe zu finden."


Cornelias zweiter Beitrag zum Feathers Projekt: "Die Flügel, mit denen wir in diesen Zeiten fliegen..."


Isabel Abedi, Autorin aus Hamburg: "Hier ist mein Beitrag für "Hope is the thing with feathers". Die "Taube des Friedens" wurde von dem Künstler Richard Hillinger gemacht. Eigentlich ist ihr Zuhause eine deutsche Grundschule, aber zusammen mit ihren 29 Schwestern reist sie um die Welt,besucht Orte und Leute in vielen verschiedenen Ländern, so zum Beispiels Michail Gorbatschow, den Dalai Lama or Kinder in Kenia. Sie steht für Frieden und Menschenrechte. Ich habe mich so geehrt gefühlt, sie für eine kostbare Weile hier in Hamburg zu Gast zu haben, dass ich ein Buch geschrieben habe mit besonderen Momenten, die mit ihrem Besuch verbunden waren. Das Foto entstand auf den Gleisen vor unserem alten Bahnhof in Hamburg Bergedorf."

 Maya, Ursprungshamburgerin und Freiburger Studentin aus sehr, sehr langen Semesterferien: "ich schicke ein Bild, vielleicht passt es zu dem (wunderschönen!) Feathers-Projekt! Ich habe es vor ein paar Tagen auf einer Wanderung durch den Schwarzwald fotografiert. Bei den vielen gemalten Regenbögen musste ich sehr lächeln, sie hingen in den Fenstern einer Grundschule. Da fiel mir dieses Zitat von Gandalf aus „der Hobbit“ ein: „Ich finde, es sind die kleinen Dinge, alltägliche Taten von gewöhnlichen Leuten, die die Dunkelheit auf Abstand halten. Einfache Taten aus Güte und Liebe.“ Ich finde das passt sehr gut."


Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Mein zweiter Beitrag zum 'Hope is the thing with feathers Projekt'. Vor einigen Wochen noch hieß für mich "eine Arbeitspause einlegen" die Nachrichten oder neue Emails auf meinem Mobiltelefon lesen. Seit ich aber in meinem neuen Gartenatelier bei mir zu Hause arbeite, verbringe ich meine Pausen lieber draußen und entdecke alles, was gerade blüht. In dieser Woche haben es mir die Tulpen mit ihren satten, üppigen Köpfen angetan. Wie David Hockney so weise sagt, "Do remember they can’t cancel the spring."

 

Inga aus Hamburg: "Liebe Cornelia, hier ein kleiner Beitrag für unsere wunderschöne kreative Welt ... trotz allem. Titel zu meinem Aquarell - 'In eurer Villa Kunterbunt ist alles an Kreativität und Fantasie möglich'. Liebe Grüße und von Herzen alles Gute, Glück und Gesundheit."


Gabriel Schmitz, deutscher Maler, lebt und arbeitet seit 1994 in Spanien: "Mein Beitrag zum Feathers Projekt ist ein ganz stilles Bild. Damit das Stillhalten nicht so schwer fallen möge..." ("Femme assise", 2019, 162x112cm, Öl/Leinwand)


Adolfo Córdova Ortiz, Schriftsteller, Journalist und Forscher aus Mexico Stadt: "Mein zweiter Beitrag zum 'Hope is the thing with feathers Projekt' ist eine Geschichte. Eines der ersten Dinge, die ich in diesem Jahr hier auf Cornelias Farm tat war die englische Übersetzung meines Buchs "The white dragon and other forgotten characters" zu lesen. Ich war schon immer fasziniert von der Kraft der Nebencharaktere in einer Geschichte. Sie finden NICHT den Schatz, beißen NICHT in den verzauberten Apfel, schauen NICHT in den Wunschbrunnen. Ihr Leben lässt viel mehr Raum für unsere Fantasie. Sie erlauben uns, uns auszumalen, wie ihre Vergangenheit oder ihr Schicksal wohl aussehen mag. Da sie nicht die HeldInnen sind, können sie Stunden damit verbringen, ein unsichtbares Abendessen vorzubereiten oder schneebedeckte Gipfel zu entdecken nur weil sie ihre Ehrfurcht "pflegen" möchten. Mein Buch verneigt sich vor den kleineren und vergessenen Charakteren, und vor dem Erfindergeist der AutorInnen, die den geflügelten Affenkönig, die schöne Fee mit dem azurblauen Haar, die Grinsekatze, den Schwanenkönig und Falkor, den weißen Glücksdrachen, erfanden. Mein Buch spürt ihrem bisher unbeschriebenen Leben nach. Mit aufgeregter Freude teile ich hier mit euch das erste Kapitel meiner Kurzgeschichten und die wunderbare Illlustration von Riki Blanco."

The Birth of the Winged Monkey King

The fruit was like a small sun. The monkey had plucked it from the highest branch of the tree.
It was soft as young fur and cold as a mountain spring. The size of an orange, with the same sweet aroma, it shone like a yellowish star. The monkey gazed at it, his eyes wide open.
If there were howls, warnings, chatter from other creatures, he did not hear them. He only saw the fruit that blazed without blazing, that was cradled in his hands without burning, that stung his eyes without blinding. A fruit, perhaps more diamond than sun, more mineral than light; its veins like tiny rivers so crystal clear they ought to sate all hunger, all thirst, all of the desires that made the monkey's mouth water.
He had to bite into it. He wanted to eat it.
He could not bite into it. He wanted to swallow it whole.
He was going to devour it.
When he raised it to his mouth and sniffed at it, his pupils dilated so that they covered the entire insides of his eyes.
When he swallowed it, he was flooded by the delightful sensation of ripe nectar, the itch of the midday sun, the chill of the wind on the tops.
His dark fur started to gleam, and he took on a bluish blackness.
Like a crow.
Two orange halos illuminated the fine irises of his eyes, which resembled two eclipsed suns.
And he started to bellow.
The other monkeys did not know whether those cries were born of agony or pleasure. The monkey jumped from branch to branch; he wanted to join them, but when they saw his
shining fur and the eclipses in his eyes, they did not know him and ran away.
He felt something buried deep within his back.
He turned.
There was no one behind.
He felt another tear, beneath the shoulder.
He turned.
Nothing. He was alone.
No one had wounded him. It was yet another effect of the fruit, the sun, the diamond, the fiery sphere he had swallowed whole.
His bones twisted, snaps and groans were heard, but his back pained him only in two twin wounds, two cracks, two sores: two moist, black wings that sprouted from behind; larger
than his arms and legs, as blue-black as his fur.
And he was able to shake them, like he shook his arms.
And he felt they were strong, like his prehensile tail.
And when he leaped into the air, he never fell, ever again.
The world's first winged monkey.
________________________________
They heard a great chattering and flapping of wings,
as the band of Winged Monkeys flew up to them.
The King bowed low before Dorothy, and asked, "What is your command?"
"We wish to go to the Emerald City," said the child, "and we have lost our way."
FRANK BAUM, The Wonderful Wizard of Oz, 1900

 
Cornelias dritte "Feder": "Nun, es ist nicht wirklich ein Federding - es ist eine Blüte meiner Birds of Paradise Pflanzen - aber ich könnte mir vorstellen, dass sie davon träumt, ein Vogel zu sein..."


Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Mein dritter Beitrag zu den Federn. Während ich in dieser Woche bei der Arbeit saß, blitzte vor meinem Auge plötzlich etwas leuchtendblau auf. Dieser wunderschöne Eisvogel mit seinen Edelsteinfedern stattete mir einen Besuch ab. Ich fühlte mich wirklich geehrt. Vorsichtig öffnete ich die Fensterläden meines Ateliers noch ein bisschen weiter und versuchte, heimlich ein Foto zu machen. Aber er war zu weit weg für meine Kamera. Nur für ein paar Minuten saß er auf einem kleinen Zweig am Teich, so dass ich ihn beobachten und bewundern konnte. Dann schoss er hinunter und tauchte ins Wasser um ein paar Fische zum Lunch zu erwischen. Keine Qurantäne, keine Hamsterkäufe für ihn! Die Natur macht weiter wie bisher. Ich wünsche uns allen, dass wir eine solche Freiheit auch erleben dürfen, und dass wir aus dieser Erfahrung lernen, uns von der Erde nur das zu nehmen, was wir auch wirklich brauchen - nicht mehr und nicht weniger, gerade so wie der wunderschöne Eisvogel. Hope truly is the thing with feathers."

Isabel Abedi, Autorin aus Hamburg: "Mein zweiter Beitrag zum Feathers Projekt. Kürzlich gingen wir an der Elbe spazieren und unterhielten uns über Cornelias "Saum des Himmels", als wir ein Ding mit Federn fanden..."

Reihaneh aus dem Iran: "Hier ist mein zweiter Beitrag zum Feathers Projekt - Meine Mutter hat das Foto gemacht. Schaut euch die Wolken an, sind sie nicht wunderschön? Ich wollte das Bild mit euch teilen. Alles Liebe aus dem Iran!"

Lunalia aus Großbritannien: "Ich denke, wir sollten alle freundlicher zueinander sein. Es sind die kleinen Dinge, die zählen."

Anne Zaghow, Studentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: "Ich liebe Wiesen mit ihrer Vielzahl an Pflanzen. Jede Pflanze für sich mag unscheinbar wirken, betrachtet man sie aber genauer, kann man ihre filigrane Schönheit entdecken. Zusammen bilden sie eine ganz eigene Welt: Verworren undurchdringlich wie ein kleiner Dschungel, voller Leben und Geheimnisse verborgen zwischen den Halmen und Stengeln. So entstand die Idee für meinen zweiten Beitrag zu unserem Projekt. Ich musste an eine Wiese denken, als ich den verschiedene Beiträgen folgte: Dort keimen so viele kleinere und größere Ideen, ein Gedanke lässt weitere Gedanken wachsen. Zusammen bilden sie eine wunderschöne Gedankenwiesenwelt."

Miró Tiebe, Kunststudent an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg: "Mein erster Beitrag zu den 'Feathers' - In Zeiten, wo man sich vielleicht hin und wieder unsicher fühlt, gibt es den Gedanken, sich in ein starkes Tier zu verwandeln, das einem wieder auf die Beine hilft."

Sara-Christin Richter, Studentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: "Dies ist eine kleine Skizze und mein dritter Beitrag zu unserem Projekt. Auf einem meiner Spaziergänge in den letzten Tagen beobachtete ich ein paar Wildenten... und ein Film über Wildgänse hat mich dann auch noch inspiriert."

 
Helena Park, freischaffende Malerin und Grafikerin aus Somerset, England: "Heute pflücke ich die Wolken vom Himmel und ersetze sie mit Blau."

 
Kerstin Zilm, deutsche Journalistin und Autorin, die in Los Angeles lebt und arbeitet: "Meine dritte "Feder" - Das Kolibri-Baby auf unserer Veranda wächst. Ich hab ein Foto gemacht, als Mama und Papa Kolibri unterwegs waren, um Futter zu besorgen oder was auch immer Kolibri-Eltern sonst so tun... Und ich habe auch ein neues Gedicht dazu geschrieben."

A Spring To Remember

This spring
With the humming bird growing
In a nest on our back porch

This spring
With walks through our neighborhood
In the middle of the streets
Magnolias, gooseberries, poppies, sage
Works of art in open air
The first peace rose blossoming in the front yard
After days of California rain
Lemons picked from forbidden trees
Under a full moon

This spring
With the apple tart
The blueberry cake
The oatmeal raisin cookies
The lemon bundt loaf
And their aroma filling our house

This spring
With afternoons spent in the backyard
Hands sticky from orange juice
The fruit straight of the branch
A single hammer echoing through the air
An owl hooting
Dandelions going wild between grass.
And letting them
Weeds growing in every crack
Seeing all the cracks
And loving them

This spring
With the red bandana that used to be a blindfold
Covering my nose and mouth
The self-made disinfectant
From aloe vera harvested in our back yard
The cancelled trip to Hawaii
The government check that did not arrive
Exhausted doctors and caregivers
We thank hitting pots and pans at eight

This spring
With the longing
To have fish tacos and a wild berry mojito
While watching sail boats gliding home
The longing
To dance to a live band
Playing cumbia
The longing
To dive into waves

This spring
This spring of 2020.
This spring
I will remember

This spring
With a humming bird growing
In a nest on our back porch.


Cornelias viertes "Thing with Feathers": Am 28. März beschlossen meine beiden Artists in Residence und ich, ein Corona-Band zu knüpfen, mit einem neuen Faden für jeden neuen Quarantäne-Tag. Das Foto zeigt unseren ersten Monat. 'Quarantäne-Tage' gewebt von Adolfo, Mariela und mir - und vom Wind. An jedem Morgen erwartet uns ein neues Muster. Oh, un dich vergaß, die Spinne zu erwähnen, die unser Fadenspiel manchmal mit ihrem Netz einfängt."


Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Mein viertes 'Hope is the thing with feathers' - Die Narzissen, die ich in unserer ersten Woche malte, sind mittlerweile verwelkt, von den Tulpen sind nur noch wenige zu sehen und der Eisvogel ist auch schon lange fort. Aber so viele Blüten beginnen gerade erst, sich zu öffnen. Während die vierte Woche begonnen hat, denke ich darüber nach, wie diese Ausgangssperre die verscheidensten Bereiche unseres Lebens erneuert und neu kalibriert. Vieles von dem, was ich für dieses Jahr geplant hatte, ist ebenfalls angesichts des Virus 'verwelkt' … Lehraufträge wurden abgesagt, Reisen, Treffen mit Freunden und Familie - all das findet einfach nicht statt. Aber trotz alledem 'erblühen' andere Aspekte meines Lebens. Ich liebe es, dass 'von zu Hause aus arbeiten' bedeutet, dass meine Nichten mich nachmittags hier in meinem Atelier besuchen. Ich liebe es, dass ich mehr Zeit habe, um zu kochen, zu trainieren und sie mit den Familienmitgliedern zu verbringen, die hier mit mir zusammen leben. Ich liebe es, dass ich alte Freundschaften über die letzten Wochen wieder habe aufleben lassen. Und es wärmt mein Herz zu beobachten, dass die Gemeinschaft in unserer Nachbarschaft immer größer und herzlicher wird. Obwohl das Lehren und Reisen gerade nicht möglich ist, habe ich jetzt Zeit, Bilder für Auftraggeber zu malen, und ich beginne mit der Arbeit an einem neuen Kinderbuch und daran, eigene Geschichten-Ideen zu entwickeln. Es ist als würde mich das Leben sanft an die Hand nehmen und zu neuen Wegen führen, indem es mich dazu bringt zu reflektieren, was verwelkt und was erblüht… um mich dann zu fragen: 'Welchen Weg wirst du wählen?'"


Gabriel Schmitz, deutscher Maler, lebt und arbeitet seit 1994 in Spanien: "Mein zweiter Beitrag zum Feathers Projekt ist ein bisschen Rhythmus. Was ich im Tanz suche (die Dynamik der Bewegung in einem statischen Bild) kann auch für die Musik gelten, nur dass dort noch der Klang zur Bewegung inmitten der Stille des Gemäldes tritt. Nach dem Unmöglichen zu streben ist ein gutes Ziel, weil es einen streben lässt solange man lebt. ('Drummer Girl', 2020, 58x100 cm, Öl/Leinwand)"

Mariela Sancari, Fotokünstlerin aus Buenos Aires, Argentinien: "Mein zweiter Beitrag zum Feathers Projekt..."


Helena Park, freischaffende Malerin und Grafikerin aus Somerset, England: "Meine dritte 'Feder': Die Schwalben sind angekommen..."


Helen, Kommunikations-Design-Studentin aus Aachen: "Hier ist mein Beitrag zum "Hope is the thing with feathers Projekt". Für mich ist es besonders wichtig eine neue Routine in dieser Zeit zu finden - eine neue Routine aus alten Ritualen. Denn Vertrautheit und Geborgenheit schützen mich in diesem verrückten Ausnahmezustand. 
Eine vertraute Stimme, die schon viele viele Male ihren Weg durch meine Gehörgänge gefunden hat, ist die feingliedrige, spitznasige, menschenscheue Potilla. Zur Zeit höre ich immer wieder das Hörbuch dazu und vertiefe mich in ihren Wald und in ihre Welt, deren Beschreibungen ich schon fast meditativ mitsprechen kann. Ich hoffe, dass unsere Wälder und unsere Welt sich gerade in dieser Zeit endlich wieder erholen, endlich wieder durchatmen. "Fedrige und fellige, schuppige und glänzend glitschige Tiere raschelten, schlichen und hüpften durch das endlose Grün." Ich heiße Helen Hermens, bin 23 Jahre alt, studiere an der Fachhochschule in Aachen Kommunikationsdesign und arbeite in einem kleinen Buchladen. Bleibt gesund und verliert die Hoffnung nicht. Liebe Grüße! Helen"


Inga Krause, Studentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: "Mein Beitrag zu 'Hope is the thing with feathers': Ich schenke ein Lächeln in dieser schwierigen Zeit. Ich habe gerade eine Riesenfreude bei meiner Arbeit mit Ton. Bleibt gesund und zuversichtlich."

Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Hier ist mein Beitrag für Woche 5 unseres 'Hope is the thing with feathers' Projekts - Ich würde gerne erzählen können, dass ich am vergangenen Mittwoch Morgen draußen war und mir den Meteorschauer angeschaut habe, aber ich habe es verpasst, denn der Höhepunkt war für 3 Uhr morgens angekündigt. Doch lasst es uns vorstellen, dass ich dort war. Allein zu wissen, dass diese wunderschöne Naturerscheinung stattfand, ob ich es nun miterlebt habe oder auch nicht, reicht aus, mir in dieser Woche Hoffnung zu schenken."

Kerstin Zilm, deutsche Journalistin und Autorin, die in Los Angeles lebt und arbeitet: "Meine vierte 'Feder' - Baby-Kolibri lernt fliegen. Das kann er schon richtig gut, aber das Starten und Landen scheint ihn noch zu verunsichern."

 
Leonie aus Köln: "Ich bin seit Kindesbeinen ein großer Fan von CorneliasBüchern und durfte während meines Hobbys als Amatuerschauspielerin bei einigen Theaterstücken auf der Grundlage ihrer Bücher Teil ihrer Welten sein. Ich schreibe selsbt und das Feathers Projekt empfinde ich als Geschenk in der aktuellen Zeit. Anbei mein Gedicht als Beitrag, zum Thema 'Selbstbegegnung'."

 
Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Mein sechster Beitrag zu den "Feathers" - Weil meinen Nichten momentan unser Garten als alleiniger "Spielplatz" dient, dachten wir, es sei ein guter Zeitpunkt für die Jüngere der beiden, das Radfahren zu lernen. Sie dabei zu beobachten, wie sie anfangs noch wackelig die ersten Versuche wagt, angespornt und ermutigt von ihrer Schwester, hat mich zu den Skizzen inspiriert. Lustig war, dass, nur ein paar Tage nachdem ich die Zeichnungen anfertigte, meine kleine Nichte auf ihrem Rad daherhoppelte und ihre große Schwester ihr von hinten einen kräftigen Schubser gab, eben genau so wie in meinem Bild! Das war genau der Anstoß, den meine nichte brauchte, um in den Sonnenuntergang zu radeln. Seitdem gibt es kein Wackeln und Stolpern mehr und sie ist nicht mehr aufzuhalten. Als hätte sie in ihrem Leben nie etwas anderes gemacht. Das erinnert mich an das wunderbare Freiheitsgefühl, das einem die allererste Fahrt auf dem Rad schenkt. Und dass es manchmal einfach nur einen kleinen Schubser von einer lieben Person braucht, um uns wieder auf die Füße zu holen, uns wieder auf den Weg zu bringen."


Gabriel Schmitz, deutscher Maler, lebt und arbeitet seit 1994 in Spanien:
Mein Corona-Skizzenbuch, entstanden in den ersten vier Wochen der Quarantäne, von März bis Anfang April 2020, in meinem Zuhause in Barcelona. Mit einem wunderschönen Soundtrack von Sarah Schueddekopf: 'Du lässt mich alles in einem neuen Licht sehen, danke dafür!'
(Mehr über Sarahs Musik auf www.saxophone-art.de)

Lena, Sängerin und Schauspielerin aus Leipzig: "Liebe Cornelia, liebe Schwester von Cornelia, this is my contribution to 'Hope is the thing with feathers' - Meine Freundin erzählte mir, dass sie aus Angst vor Ablehnung nicht so lebte, wie es ihr Herz brauchte. Obwohl ihr Herz wuchs, war es in einem immer enger werdenden Gitter gefangen. Irgendwann beim Tanzen, das ja wie Fliegen ist, entschied sie sich für die Freiheit. So sagte sie mir. Am nächsten Morgen habe ich ihr dieses kleine Bild gemalt."

Ayesha Gamiet, Künstlerin, Illustratorin und Kunstpädagogin aus London: "Meine siebte 'Feder' - Ich habe dieses Bild gemalt, um Ramadan, den Fastenmonat der Muslime, zu feiern, der am 24. Mai mit dem Eid al-Fitr, dem Fest des Fastenbrechens endete. Ramadan beginnt und endet mit der Sichtung des Neumonds. Wir fasten einen Mondmonat, Wir fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Als Kind liebte ich es, vor der Dämmerung aufzuwachen und mit meiner Familie ein frühes Frühstück zu haben, bevor wir mit dem Fasten begannen. Es fühlte sich an wie ein geheimes Mitternachtsfest.  Jetzt, als Erwachsene, muss ich zugeben, dass es mir schwer fällt, obwohl ich ein Morgenmensch bin, um 2:30 Uhr aus dem Bett zu steigen und Porridge und Toast herunterzuschlingen, aber wenn der Monat vorüber ist, vermisse ich es sehr. Ich vermisse die ruhige Einsamkeit der frühen Morgen, die uns anregen zu Besinnung und Meditation.  Ich vermisse die Freude, die das Fastenbrechen am Abend bringt, wenn ich jeden Geschmack, jedes Aroma um so intensiver auf der Zunge habe.  Es ist bei uns Tradition, jedes Abendessen mit Freunden und Familie zu teilen und die Abendgebete in der Moschee zu besuchen. Während der Corona-Quarantäne war das in diesem Jahr nicht möglich, aber ich weiß, dass wir irgendwann auch wieder zusammen feiern werden. Ich glaube, das Geheimnis des Fastens, so wie auch während der Corona-Krise, ist es zu versuchen, einen Platz der Freude und des Friedens zu finden, selbst in einer belastenden Zeit. Die Sonne wird untergehen und der lange Tag wird sich dem Ende zuneigen. Wenn all dies vorüber ist, werden wir wieder zusammen feiern."

Irene, freischaffende Journalistin, Illustratorin und Autorin aus Moskau: "Im vergangenen Jahr begann ich mit dieser Illustration zu "Die wilden Schwäne". Sie entstand im Rahmen eines Illustrations-Wettbewerbs zu Hans Christian Andersens Märchen. Ich hatte mein Bild aber nie fertig gestellt. ich habe es immer wieder vor gehabt, denn ich liebe das Märchen sehr. Es geht um Hoffnung, Liebe und Vertrauen. Und ich mochte die Flügel in meiner Zeichnung. Als ich das Faethers Projekt entdeckte, dachte ich mir: "Jetzt oder nie!" Es ist natürlich nie gut genug, aber jetzt kann ich es mit seiner 'Unvollkommenheit' respektieren. Während das Märchen damit endet, dass die Schwäne sich wieder in Menschen verwandeln, wollte ich mein Bild mit der Freiheit des Fliegens erfüllen. Dankbar und glücklich, Irene"

2 Kommentare

Jacob von Ombra am 26. April 2020

Schöne Kunstwerke! Außerdem eine wundervolle Idee!

Tina am 31. März 2020

Tolle Idee!!