Fire

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

ihr haar war rot
ihr schritt war schnell
ihr blick fast tot
ihre haut war hell.

ihr gang war aufrecht
ihre jacke schwarz
sie roch nicht schlecht
erinnerungen klebten an ihr wie harz.

ihre schuhe mit stahlkappen
in der hand ein kanister
unter der jacke einen lappen
dessen verpackung leise knistert.

in ihren augen letzte reste
von revolution und von mut
erinnerungen an feuchte feste
und erinnerungen an vergossnes blut.

schatten liegen auf den träumen
die sich mal in den augen versteckten
dinge, die sie nie wollte versäumen
lieben, die sich in ihr herzen heckten.

doch da warn die schatten aus gewalt
aus wut und hilflosigkeit
aus verlorensein und aus suche nach halt
aus desinteresse und aus leid.

die wut hatte ihr herz erobert
nun ist sie auf dem weg
zu dem ort, der bald von flammen lodert
und ihr nichts im wege steht.

bald wird das benzin
den weg auf den lappen finden
und im rauch gen himmel ziehn
und ein ganzes haus, das wird verschwinden.

und in den zeitungen wird wieder stehn
von radikalen und von falschem widerstand
und wieder wird niemand sehn
das unrecht, das da hinter stand.

und so zog sie nun hinaus
und aus ihren augen liefen tränen
näherte sich dem fremden haus
in dem normalos sich in sicherheit noch wähnten.

warum?
warum müssen erst häuser brennen,
warum?
warum können wir nicht anders zum unheil uns bekennen?
warum?