X

Fire

Whispering Night

die verzweiflung erklimmt
die tausend stufen
in dein herz
schritt für schritt
werden deine augenlider schwerer
und deine träume ferner.
sie pocht zaghaft an
und du lugst
durchs schlüsselloch
stolperst entsetzt zurück
doch die tür ist längst offen.
du drängst dich
an die wand
doch sie kommt immer näher
in der hand scheite
aus entflammbarstem holz
das sie in die asche wirft
in deinem herzen.
und die wut,
neu entfacht,
wird immer größer,
flackert hell und knistert
als grinsend die verzweiflung
dir ihre bilder zeigt
die sie soeben
deinen erinnerungen stahl;
was einmal gut verdrängt
nun plötzlich wieder real:
die schläge von denen,
die als deine freunde propagiert
der hohn von denen,
die dir helfen sollten,
die gerechtigkeit, die heimlich
mit dem nächstbesten taxi flieht
wenn der polizist wieder
seinen knüppel zieht
und wenn er mit einem lächeln im gesicht
ihn schwingt.
die unliebsamen gedanken
was alles du mit ihm tun könntest
wenn er später deinen namen
und deinen geburtstag
auf seinem verschissenen bildschirm verewigt
und dir sagt
das wirst du noch bereuen.
und der bildschirm, wie er höhnisch lacht
dir verschweigt,
was in deiner anzeige bald stehen wird,
was auch immer du schon wieder
an fehlern hast begangen.
und während die sonne
am himmel verwelkt
und die sterne mühsam erglühen
umklammert deine hand
das fensterbrett
auf dem du so oft gesessen
und wütend in die welt gesungen hast;
und das nun zu zerfließen beginnt.
langsam schmilzt es
unter deinen händen
und sickert durch den boden
und du sickerst mit;
versuchst dich
vor der verzweiflung zu verstecken
doch die schwimmt
längst neben dir
in deinen tränen
als du mit einer riesigen welle
aus „schluss und vorbei“
aus deinem fenster
hinein in die junge nacht
schwappst
und langsam zu boden tropfst,
um auf dem asphalt darunter
in jedes kellerfenster zu fließen,
um jeden menschen im traum
kleine böse götter auf die brust zu setzen
die dann von leid und
ungerechtigkeit
in den köpfen
der befreundeten und geholfenen
zu flüstern
.....
"gute nacht."

6 Kommentare

Aell am 8. Oktober 2017

Stimmt! Es ist wirklich echt gut geschrieben. Ich finde es sehr schön, obwohl es traurig und auch gruselig ist. Liebe Grüsse Aell

Waldelfe am 17. Januar 2017

Huhu! Das ist gruselig und gespenstisch! Sehr gut geschrieben!!

Eva-Lotta am 12. April 2015

Gerechtigkeit die in einem Taxi flieht! Haha, das ist lustig. Aber der Rest ist traurig!

Chillgirl am 1. August 2014

Super Gedicht. Wie Ella schon gesagt hat, du findest die besten Vergleiche. Chillgirl

Moon am 7. Dezember 2013

Für mich war es sehr interessant zu lesen... Es ist erstmal eine andere Art wie du es geschrieben hast. Das ist nicht schlecht! Es gibt einen klaren und starken Eindruck in die Handlung, es drückt wirklich Schmerz aus. Moon

Ella am 6. Oktober 2013

Mmmh, das ist ein . . . Ich weiß nicht! Gruselig, traurig, spannend, alles in einem aber so fantastisch verpackt, zu diesem tollem Gedicht! Ich mag diese Art, wie du Sachen beschreibst, wie du Vergleiche machst, wie du so viele Gedanken einfängst . . . Lg Ella