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Frida

Tigerrufe

Kapitel 1

Lili wachte mit einem Schrei auf. Ihr Herz pulsierte und klopfte wie wild. 'Alles nur ein Traum Lili....' Ihre Gedanken rasten. Das war ein Traum, ja, aber würde es auch einer bleiben? Lili schwang ihre Beine aus dem Bett. Falls man das Bett so nennen konnte. Es war immerhin so etwas wie eine Nottrage aus dicken Ästen und hoch in einem Baum befestigt. Natürlich lagen auch Blätter, Farn und andere weiche Sachen auf der Trage, aber ein Bett.... Naja egal. Dem Mädchen war kalt, jedoch hatte sie alles was sie besessen hatte, zurücklassen müssen. Das, was sie einmal gewesen war, lag weit zurück. Immerhin, wurde man in seinem Wohnort als Bestie bezeichnet und fast umgebracht, musste man den Ort wohl oder übel verlassen. Vorsichtig kletterte das Mädchen den Baum hinunter, sprang dann auf den Boden und sah sich um. Danach huschte sie hinter den Baum. Sie wollte nicht, dass jemand sah, was sie jetzt tat.

Kapitel 2

Gleißend helles Licht drang hinter dem dicken Stamm hervor. Etwas Schweres knallte auf den Boden, dann wurde es ruhig. Mit einem Mal hörte man ein lautes Knurren, und ein riesiger, silberner Tiger trat hinter dem Baum hervor. Seine Reißzähne, mindestens zehn Zentimeter lang, glitzerten im Sonnenlicht, hinter ihnen eine Reihe weiterer scharfer langer Zähne. Die Augen der Raubkatze schienen Funken zu sprühen und ihre langen Krallen rissen mit jedem Schritt große Furchen in den Boden. Der Schwanz peitschte hin und her, der Körperbau war muskulös und stark. Lilis Augen wanderten hin und her, sie schnippte mit einem Ohr, dann begann sie zu laufen. Lili fühlte sich in ihrem Aussehen wohler als in der menschlichen Gestalt. Lili spürte förmlich wie in ihren Körper die Energie einer Raubkatze floss. Dann rannte sie. Und blieb stehen, als sie ein Geräusch hörte.

Kapitel 3

Starr wie ein Stock stand die Katze, blickte mit ihren durchdringenden Augen zu dem Gebüsch aus dem der Laut kam. Erneut raschelten die Zweige und nun war auch ein Geruch da. Menschen. Kaum dass sie los rannte schossen Feile aus dem Gebüsch. Die Menschen wollten ihr nicht zu nahe kommen, aber mit Feilen waren sie auf weitere und kürzere Entfernung gesichert. Dann ertönten Schreie. Lili wagte einen Blick zurück und entdeckte die Jäger, die auf Pferden wild schreiend hinter ihr her ritten. Lili rannte und warf sich in ein Gebüsch. Doch anstatt Erde zu spüren, fanden ihre Pfoten keinen Halt und so rutschte sie in eine bodenlose Tiefe. Dann wurde alles schwarz.

Kapitel 4

Das erste, was sie fühlte, war Schmerz. Kein besonders großer, aber er hatte gereicht, um sie aufzuwecken. Lili lag auf etwas Spitzem. Die Katze rappelte sich hoch und sah sich um. Als sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten, sah sie, dass sie in einer großen Höhle stand. Am Ende dieser konnte sie ein Licht ausmachen. 'Da muss ich hin!' Und sie lief los.

Kapitel 5

Kaum hatte sie ein paar Schritte getan, trat sie in etwas Nasses. 'Igitt! Das ist ja ein See!' Lili schwamm nicht gerne, aber wenn es sein musste... Der Tiger glitt ins Wasser, schwamm mit kräftigen Zügen zu einer kleinen Insel und zog sich dort hinauf. Kaum stand die Raubkatze, bebte plötzlich die kleine Insel. Das Wasser vor ihr strudelte und spritzte. Lili konnte einen großen Schatten unter Wasser ausmachen, der mit hohem Tempo durch das Wasser glitt. Urplötzlich schoss ein riesiges Ding aus dem Wasser, für einen kurzen Moment sah es aus wie ein Fisch, aber in der nächsten Sekunde sah Lili, das es ein riesiges Tier aus Fisch und einem Dino war. Ein kleiner Lichtstrahl traf kurz auf das Tier und ließ Flügel, einen langen Hals und spitze, lange Zähne erkennen. Nun stürzte das Monster wieder kopfüber ins Wasser und warf eine große Fontäne auf. Lili sprang erschrocken zurück als das Monster aus dem Wasser kam, mit den Flügeln schlug und wild den Kopf schüttelte. Mit einem Mal drehte es sich dann herum und starrte die Kätzin an. Es wurde ruhig. Lili sah mit vor Angst großen Augen das Ding an, während es selber die Kätzin anstarrte. Dann stieß das geflügelte Tier einen Schrei aus und stürzte sich auf Lili. Doch bevor es die Raubkatze erreichen konnte, hörte Lili einen dumpfen Aufschlag. Fast augenblicklich öffnete sie die Augen und starrte auf den Teil der kleinen Insel, der im seichten Wasser lag. Etwas großes Schwarzes kämpfte mit dem Monster. Und es war nicht allein.

Kommentar

Ostwind am 17. Februar 2017

Echt gute Geschichte