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L!NH

Oase der Hoffnung

In dieser Geschichte geht es darum dass zwei Mädchen in einer eigenen, anderen Welt leben. Zoé im armen Afrika. Stella im bewohnten, glorreichen Deutschland. Zufällig treffen sie aufeinander und Stella merkt, dass die Sonne nicht nur gutes bringt!

Seit ein paar Wochen wartet Zoé auf den lang ersehnten Regen. Wasser gibt es zwar, aber es ist ein langer Weg zu dieser Oase und nicht alle im Dorf kriegen genug. Zoé und ihre Familie müssen sich das Wasser gut einteilen. Jeder muss gleich viel bekommen. Das ist oft nicht einfach. Denn Zoé hat noch drei Geschwister und die brauchen natürlich auch Wasser. "Wenn es doch nur für alle Regen gäbe! Bitte lieber Gott!", betet Zoés Mutter. Zoé selbst sitzt auf dem Sandboden und spielt mit drei anderen Kindern. Der Boden auf dem sie sitzen ist rissig und sandig. Die Sonne hat alles zerstört! Die Sonne ist an allem Schuld! Zoé schiebt es wütend auf die Sonne. Klar, ein paar Sonnenstrahlen sind wunderschön aber Regen ist im Moment ihr Herzenswunsch. Sie würde alles dafür tun. Alles!

Um die selbe Zeit, auf einem anderen Kontinent, in einem Kinderzimmer. Stella sitzt vor ihrem Koffer und packt alles für die Reise. Morgen fliegt sie mit ihrer Familie nach Tansania. Das ist in Afrika. Stella freut sich schon auf die Sonne. Endlich weg von der Stadt, weg von diesem ganzen Mistwetter. Dauernd regnet es und dauernd gibt es Stürme. Wenn Stella morgens aufwacht, schaut sie zuerst nach ob der Regen sich gelegt hat. Stella hat so viele Fragen.

Am nächsten Tag ist es auch schon soweit. Stella sitzt im Flugzeug neben ihrer Mutter. Es sind nur noch ein paar Stunden, bis sie landen. Der Wechsel von Regen zu Sonnenschein ist unglaublich schön. Als Stella aus dem Fenster blickt, sieht sie die große Landefläche. Links und rechts umgeben von Bäumen und Büschen. Als sie antreffen sammeln sich die Touristen und fahren mit einem Jeep durch die Savanne. Fasziniert sieht Stella die vielen Tiere. Sie will noch viel mehr sehen, doch da biegt der Jeep in das kleine Dorf ein. Die Einwohner stehen schon begeistert in einer Traube und winken. Stella und ihre Eltern steigen aus dem Jeep. Stella entdeckt Zoé die sie anlächelt. Langsam geht sie auf sie zu. "Hallo. Sprichst Du Deutsch? Do you speak german?" Zoé lächelt und sagt mit einem Afrikanischen Akzent: "Ich habe einen Paten, der mir etwas Deutsch beibringt!" "Das ist ja super! Ich finde es wunderschön hier! Den ganzen Tag Sonne. Bei uns regnet es dauernd!" Zoé schaut Stella verwundert an. "Bei euch regnet es? Wir warten schon so lange auf Regen." Stella ist verblüfft und fragt vorsichtig: "Regnet es hier denn nie?" Zoé schüttelt wild den Kopf und antwortet kleinlaut: "Die Sonne zerstört unseren ganzen Lebensraum. Den Lebensraum der Tiere. Die Pflanzen sterben und der Boden wird rissig. Es gibt kaum noch Oasen. Eine ist kilometerweit von uns entfernt und selbst dort, gibt es nicht genug Wasser für uns. Die Tiere brauchen selbstverständlich auch Wasser. Doch wir haben nicht genug... wir.. wir brauchen unbedingt Wasser! Und die Sonne hat alles kaputtgemacht!" Stella ist geschockt. Noch vor ein paar Tagen hat sie sich so auf die Sonne und Afrika gefreut. Sie dachte, hier in Afrika wär alles schöner, als bei ihr in der Stadt. Aber an die ganze Armut der Menschen hier, hat Stella nicht gedacht. "Und.. wie ist es bei dir? Ich meine... mit Regen?"Stella starrt in die untergehende Sonne. "Nun ja. Ich lebe in der Stadt. Dauernd regnet es und diese ganzen Pfützen auf den Straßen, vermischt mit Schlamm sind richtig eklig. Die Sonne ist kaum zu sehen. Sie wird immer verdeckt von den ganzen Hochhäusern. Bäume und Pflanzen gibt es auch kaum. Ich dachte, ich könnte dein Leben beneiden..." Zoé schüttelt wild den Kopf. "Nein. Überhaupt nicht. ICH beneide dein Leben!" Traurig schauen sich die Mädchen an. "Ich wünschte ich könnte dir helfen... aber ich glaube das kann ich nicht..." Zoé dreht sich weg und malt etwas in den Sand. Stella sitzt betrübt neben ihr und überlegt. Am Abend sitzt sie draußen auf einem Stein. Ihr muss etwas einfallen! Leise betet sie. "Lieber Gott. Bitte schenke Zoé und ihrem Dorf doch etwas Regen. Ich wünsche es mir so sehr!" Stella schaut nach oben in den Himmel. Doch nur ein warmer Windstoß umringt sie. Niedergeschlagen trottet Stella in die Hütte.

Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen. Stella und Zoé fällt der Abschied schwer. "Ich werde dich vermissen.", flüstert Stella und umarmt ihre neue Freundin traurig. "Wir werden uns wiedersehen! Das verspreche ich Dir. Hier." Zoé überreicht Stella eines ihrer Armbänder. "Wir werden wie jeden Tag, zur Oase laufen. Wünsch mir Glück dass es ausreichend Wasser gibt!" Dann fahren die Touristen, samt Stella und ihrer Familie davon. "Komm Stella. Unser Flieger startet in fünfzehn Minuten!" Stella sieht sich traurig um. Mit ihren Eltern und den anderen Reisenden geht sie nach draußen. Sie sind die Letzten die einsteigen. Doch plötzlich... ja, Stella hat einen Tropfen abbekommen. Und noch einen... und noch einen. JA! Es regnet und die Sonne scheint!

"MAMA!" Stella zieht ihre Eltern von der Treppe. "Es regnet! Zoé... die Oase..." Stellas Eltern sind verwirrt. "Was? Stella komm. Wir müssen da rein!" "Nein", beschließt Stella und ist dabei sehr bestimmt, "Ich habe mir gewünscht dass es regnet. Für Zoé und ihr Dorf. Wir müssen sofort dorthin!" "Wohin?" "ZUR OASE!" Stellas Mutter streicht ihrer Tochter über den Kopf. "Schatz. Wir wissen noch nicht einmal wo diese Oase ist..." "Ich weiß es." ,sagt plötzlich eine Stimme hinter ihnen. Stella dreht sich um. Ein Mann lächelt die Familie freundlich an. "Wenn Sie wollen, bringe ich Sie dorthin!" Stella wirft ihren Eltern einen bittenden Blick zu. Diese willigen ein.

"Da vorne ist es!" Der Mann zeigt auf ein Wasserloch um das Zoés Dorf fröhlich stehen. Erst jetzt sieht Stella die vielen Pflanzen, die bis vor kurzem noch die Köpfe hingen ließen. Stella steigt aus und rennt auf Zoé zu. "Es regnet!" "Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen!""Zum ersten Mal seit ein paar Jahren gibt es Wasser genug für alle!" Stella lächelt glücklich. "Ja... und es wird hoffentlich auch so bleiben." Zoé wird wieder ernst. "Nein. Ich glaube das wird nie so sein. Dafür ist die Welt zu klein!" "Wie meinst Du das?" "Vielleicht ist es auch gewollt, dass Afrika in Armut ist. Ich meine, wenn plötzlich alles anders wäre... dann wäre es nicht Afrika. Vielleicht, ist es gewollt dass wir uns eine andere Welt vorstellen." "Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß, ist unglaublich!" "Die Sonne ist an manchen Tagen ein Biest. Das muss man sagen. Aber manchmal, ja, manchmal ist sie das Schönste auf der Welt. Ich würde mein Leben nie eintauschen. Nie."

Nachwort

An Hand dieser Geschichte, merkt man, dass die Sonne in manchen Ländern selbstverständlich ist. Wir in Deutschland merken es nicht. In Afrika oder in anderen Ländern, ist sie der Mittelpunkt. Manchmal der schöne Mittelpunkt aber oft der traurige Mittelpunkt. Sonne kann schön sein. Aber sie kann auch Leben anderer zerstören. Und daran sollen wir immer denken!

Kommentar

L!NH am 23. April 2014

Hallöchen, ich hoffe meine vierte Kurzgeschichte gefällt euch! Schreibt es ruhig in die Kommentare