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Fire

Nebeluhren

Moin moin! Joar, hier also mal eine kurze Beschreibung einer ziemlich coolen Situation, ich hoffe, es gefällt euch. Viel Spaß, und es wäre cool, wenn ihr mir in den Kommis sagt, ob das gut ist; weil solche sehr-kurz-Geschichten was neues für mich sind. glg Fire  

Die Uhr schwebte über der Welt wie ein zweiter, gelber Mond mit stumm wandernden Zeigern.

Nebel verschleierte den Rest des Turmes, nur das Licht der Lampen, die die Uhr beleuchteten, durchdrang die milchigen Vorhänge der Welt.

Einzelne Sterne hatten ihrem Licht genügend Intensität geschenkt, um sich durch die Nebelwand zu kämpfen; doch sonst waren es nur die entfernten Straßenlaternen, die verzweifelt den Tag beschworen.

Und diese nächtliche, verzauberte Welt raste an ihr vorbei, verwandelte sich in Streifen und Schemen und spielte Traum.

Sie hatte es eilig, und die Pedale verstanden sie. Ihre Füße klebten fast an ihnen, ihre Beine traten von allein mit einer Kraft und Ausdauer, deren Urpsrung nur Gott kennen konnte; und alles, was sie hörte war die ohrenbetäubende Stille und ihr Atmen, laut, gleichmäßig, betörend.

Der Lenker war wie das Kreuz einer Marionette in ihren Händen und das gesammte Rad flog mit ihr druch die Nacht, war wie ein Stift, den man in den Händen hällt und führt; formte sich nach ihrer Hände Willen und war beweglich, als gäbe es keine Naturgesetze. Vielleicht gab es auch keine mehr.

Über ihr klebte der Nebel in den Baumkronen und schlackerte vergessener Weihnachtsschmuck wie Geister an den Leinen zwischen den Bäumen, extra dafür dort aufgehängt.

Kein Mensch war mit ihr draußen in der Nacht, nur alte Geister und verirrte Wege und die Kälte, die sich einem Mantel gleich um sie schmiegte.

Der Nebel fraß an ihren Reifen und die Kälte lähmte ihre Finger und die Dunkelheit verschluckte jeden schwachen Lichtschein; und die dunkeln Silhuetten der Bäume rasten an ihr vorbei, gesäumt von unbeleuchtetem Weihnachtsschmuck; und ihr Blick hatte sich vorn, weit vorn festgebunden und zwang ihren Körper, ihm zu folgen. Unendlich, nach vorn, ins Grau des Nebels, wo man vereinzelte Autos erahnen konnte, über das dichte Pflaster, nicht endet, durch die lange Nacht.

Und sie atmete tief die magische Luft und winkte fast den Geistern, wie sie die Uhren ihrer Zeiger beraubten -

- Und dann begann die todschlafende Stadt in die Nacht zu fliegen.

3 Kommentare

Mary am 18. April 2014

Ich finde es auch super. Du kannst echt gut Geschichten schreiben und es klingt total...wie Ella schon sagte, geheimnisvoll, spannend...also ich finde es supertoll

Moon am 24. November 2013

Ich sehe es ähnlich wie Ella... Es ist auf jedenfall mal was anderes und es läßt sicht wunderbar lesen!

Ella am 20. November 2013

Mmmh, also ich finde es sehr geheimnisvoll, mysteriös. So eine kurze, fast unklare Momentaufnahme einer eigentlich doch so unbedeutenden Szene. Okay, das klingt vielleicht nicht sehr begeistert , aber ich muss dir sagen, dass ich die Story wirklich toll finde! Ich finde es schön, dass du so viele verschiedene Sachen schreibst. Kurzgeschichten, lange Geschichten, Gedichte... Du nutzt dein Talent wirklich aus und ist auch gut so! Denn du hast es wirklich! Also, Lg von Ella