X

Nora Vogel

Mondscheinzauber

Es war einmal eine arme Frau namens Kaya. Ihr Mann war gestorben, ihre Kinder waren fortgezogen und sie blieb als unglückliche Witwe allein. Ihr einziger Trost waren Bücher der Fantasie oder Mythen, die sie in eine andere Welt entführten und ihr Trost schenkten. Immer, wenn das Mondfest bevorstand, ging sie zum schimmernden Fluss, um sich von ihren Sünden reinzuwaschen. Doch jenes Mal, als sie wieder zum schimmernden Fluss ging, erlebte sie ein Abenteuer, das ihr Leben verändern sollte.

An einem dieser Abende, als sie schon dabei war, in den Fluss zu steigen, spürte sie eine schwache Aura. Doch im Licht des Mondscheins war nur eine dunkle Silhouette zu erkennen. Die Furcht machte sich in Kaya breit wie bei dem Erlebnis vor ein paar Jahren. Sie erinnerte sich genau an den Tod ihres Mannes und fiel zurück in die Vergangenheit. Der Schatten kam näher und riss Kaya aus ihren Erinnerungen. Halb in Trance, versuchte sie ihre Gedanken zu ordnen und wich zurück. Der Schatten erhob sich. Kayas Augen weiteten sich. Vor ihr stand eine Elfe. Ihr Haar glänzte silbern wie flüssiges Mondlicht und ihre Augen funkelten wie zwei türkise Diamanten. Die Elfe erhob sich und sprach: „Sei gegrüßt, Kaya! Ich bin Eilka die Elfenkönigin, Schutzherrin von Laika.“ In Kaya regte sich eine ferne Erinnerung. „Das Land der Fantasie ist bedroht von dunklen Kräften. Mit dieser Perle...“, sie zeigte eine rosafarbene Perle in ihrer offenen Hand, ,,…kannst du uns retten. Doch dies ist eine schwierige Aufgabe. Höre gut zu: Die Perle muss über die sieben Berge der Finsternis zu dem mächtigen Zauberer Nevilo gebracht werden. Nur du kannst diese Aufgabe bewältigen, überlege es dir gut: Willst du unser Land der Gefahr in die Hände geben oder uns helfen? Doch ich warne dich, die bösen Mächte werden dich jagen, die Monster und Ungeheuer der Mythen und der Fantasie.“ Im ersten Moment war Kaya sprachlos. Dann besann sie sich. So viele Jahre hatte sie geträumt, jemanden helfen zu können. Sie hatte sich immer nutzlos gefühlt. Nun war ihre Chance gekommen. Doch was würde später passieren?
Würde sie wieder allein in ihrer Hütte leben? Würde sie in einer Welt zwischen Elfen und Feen leben? Und vor allem: Würde sie jemals wiederkehren? So viele Fragen und keine Antworten. Doch ihr Herz war fest entschlossen ihnen zu helfen, denn Fantasie ist und bleibt in jedem Menschen. Wie wäre die Welt ohne Fantasie? Sie wäre verlassen und finster. Eilka schien ihre Gedanken lesen zu können. Sie sprach: „Du hast recht, die Fantasie ist in unserer Welt entstanden. Ich freue mich sehr, dass du diese Aufgabe auf dich nehmen willst. Lebe wohl, Kaya. Ich muss wieder zurück in meine Welt. Auch du musst deinen Weg antreten. Hoffentlich sehen wir uns wieder. Wenn nicht…“ Sie verstummte. Eilka drückte Kaya die Perle in die Hand und glitt fort. Vor Kaya öffnete sich ein Portal. Zögernd stieg sie hinein und wurde in eine andere Welt gerissen. Sie taumelte, dann öffnete sie die Augen.

Vor ihr erstreckte sich ein Gebirge, dunkel und schwarz wie die Nacht. Schwere Wolken hingen am Himmel und verdeckten die Sonne. Der Wind ließ sie frösteln. Eine kalte Hand griff ihr ins Herz. „Geh fort, der Auftrag ist zu schwer für dich- wie willst du das bei den Gefahren schaffen?“, schien jemand in ihrem Kopf zu fragen. Die Stimme füllte sie mit Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Trauer. Kaya schüttelte diese Visionen von sich. Was hätte sie denn sonst tun sollen? Atemlos erklomm sie einen Felsen. Alle Kraft war von ihr gewichen, doch die Perle gab ihr ein Fünkchen Hoffnung.

Kaya überlegte, in welcher Lage sie sich schon einmal so gefühlt hatte. Richtig, der Tod ihres Mannes. Seine Worte gaben damals nicht viel Sinn, doch jetzt…
Sie erschrak. Das konnte doch nicht sein, unmöglich - Sie wagte es nicht zu glauben. Doch sie musste an ihren Auftrag denken. Ihr Wille siegte über ihre Angst und sie schritt in das Gebirge.

Kaya war bereits den ganzen Tag gelaufen. Es war schon dunkel, ihre Beine taten weh, ihr Rücken schmerzte und ihre Füße waren wund gelaufen. Noch war sie den Gefahren nicht begegnet- noch nicht… Es war nichts Schlimmes passiert, doch Kaya überfiel eine Angst, die sich in ihrem Herzen breit machte. An einer kleinen Felshöhle hielt sie an. Ihre Perle schimmerte und tauchte die Umgebung in ein silbrig glänzendes Licht und einen rosafarbenen Schein, der sie beruhigt einschlafen ließ. 

Sie fand sich in ihrer Stube wieder, gepflegt wie in ihren jungen Tagen. Vor ihr, auf dem Bett, lag ihr Mann Toyo. Sein Blick war nur noch ein bleicher Schimmer und schon in weiter Ferne. Er nahm Kayas Hand und schaute sie fest an. „Ich vertraue dir und deiner Stärke, Kaya. Die dunklen Mächte holen mich, ich weiß einfach zu viel. Höre mir gut zu, denn ich spüre, dass mein Wissen dir von Nutzen sein wird: Die Perle Laika, geschöpft von der Mondelfe, hat eine lange und tragische Geschichte, auf die wir jetzt nicht näher eingehen wollen. Es tut mir Leid, Kaya…“ Seine Stimme, voller Leid, Elend und Schmerz fuhr zitternd fort. „Dein Feind, den du am meisten entzürnen wirst... Ein Mann, bleiche Haut, ein schwarzes Gewand und leicht erkennbar mit seinen hinterlistigen rotglühenden Augen. Ich erinnere mich nicht mehr an seinen Namen, aber hüte dich vor ihm: Er ist tückisch und wendet allerlei Tricks an, um den Gegner zu Falle zu bringen. Seine tödlichen Schwächen sind das Wollen des Wissens seiner Zukunft und sein Hochmut.
Nutze dieses Wissen, meine Kaya. Mit deiner Klugheit wirst du ihn besiegen können. Bis dahin aber wird es noch lange sein, viel zu lange…“ Dies waren seine letzten Worte.

Kaya schreckte hoch. Es war alles nur ein Traum gewesen, eine Erinnerung der Vergangenheit. Doch in dieser blieb alles erhalten, denn die Worte ihres Mannes könnten ihr Leben retten. Mit ihren Händen ertastete sie die Perle. Sie seufzte tief und setzte ihren unvorhersehbaren Weg fort. Die Einsamkeit quälte Kaya und die Befürchtungen machten sich in ihrem Kopf breit. Doch wie es aussah, war sie allein. Es war nichts in der Nähe, was sie an ihrem Vorhaben

2 Kommentare

Lini am 19. Juni 2016

Ich war auch dabei... Vielleicht kann ich den Rest der Geschichte hier schreiben, wenn es euch gefällt

Johanna am 14. Juni 2016

ich habe diese geschichte mit meinen freunden geschrieben ich hoffe sie gefällt euch unsere geschichte hatte eigentlich 7 seiten aber die haben halt nicht hier hin gepasst