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Ella

Gedanken

Hey Leute, hier kommt meine neueste Kurzgeschichte. Ich bin mir bei ihr nicht so ganz sicher, was ich von ihr halten soll . . . deswegen würde mich interesssieren, wie ihr sie findet. Ich hoffe, sie regt in ihrer etwas speziellen Art zum Nachdenken an, und ich hoffe, dass sie euch gefällt.  LG eure Ella.

Sie rutschte die Regenrinne hinab. Das Metall schnitt ihr die Hände auf. Was wohl passiert wäre, wenn sie einfach oben geblieben wäre?

Oben, auf dem Dach, wo ihr der Wind in die Haare fuhr und ihre Haut liebkoste.

Wo sie frei war, vogelfrei.

Doch das waren alles nur Gedanken.

Gedanken, Wünsche, Träume.

Ihre Füße setzten leise auf dem kalten Asphalt der Straße auf.

In den Stahlspitzen ihrer Stiefel schimmerte das Mondlicht. Ihr Gesicht spiegelte sich darin.

Sei begann zu laufen.

Die Nacht verschluckte das leise Geräusch der Sohlen, die auf den Beton aufschlugen.

Seit fünfzehn Jahren stolperte sie nun schon durch diese Welt, unerkannt, unbeachtet. Sie hatte eines dieser Gesichter, die man nur wahrnimmt, wenn sie genau vor einem stehen. Und wenn sie wieder gegangen sind, vergisst man sie. Einfach so.

Erinnert sich nicht mehr.

Eine Katze kreischte, ein Hund bellte und im entfernten Wald konnte man die Käuzchen schreien hören.

Sie bog in eine Seitengasse ein.

Der Mond leuchtete ihr den Weg.

Blass hing er am finsteren Himmel, halb versteckt hinter Wolken, und tauchte die ganze Stadt in sein schimmerndes Licht.

Sie griff nach der Feuerleiter.

Das kalte Metall schmiegte sich an ihre Finger, als sie sich rauf zog. Stufe für Stufe erklomm sie die Treppe.

Vor dem Fenster des dritten Stockes blieb sie stehen.

Sie musste es nicht einschlagen, nicht zerstören. Sie drückte es einfach auf.

Vorsichtig glitt sie in das dunkle Zimmer.

Sie zog sich nicht aus, in voller Kleidung warf sie sich auf das Bett.

Der Ruß klebte in ihrem Gesicht und an ihren Händen.

Durch die Scheibe sickerte das kühle Licht des Mondes. Es zog seine silbernen Fäden, verschleierte den ganzen Raum.

Bald war nur noch der gleichmäßige Atem des Mädchens zu hören.

Sie schlief.

Gedanken, Wünsche, Träume.

Für einen Augenblick, doch dann waren sie weg.

Wie Staub, der vom Wind davon getragen wird.

Wie tanzende Blätter, im nächsten Moment zwischen den Bäumen verschwunden.

Wie schimmerndes Mondlicht, am Morgen, nichts als Erinnerung.

Verblasste Erinnerung an das Vergangene . . .

15 Kommentare

Aralc am 23. Juli 2014

Ich liebe diese Geschichte. Der Platz die Gedanken die sie sucht, so ging es mir vor ca 1 Jahr. Es ist toll das man das hier so schön lesen kann und du es so toll in Worte gefasst hast ich danke dir

Ella am 27. Januar 2014

Dankeschön Bella Wie lieb von dir (Wir sind ja fast namensverwandte ) Lg Ella

Bella am 26. Januar 2014

oh ich finde das so wunderschön! du kannst so toll schreiben

Ella am 13. Januar 2014

Ach Sternenblau, das ist ja ein richtig poetisches Kommentar Danke für dein Lob!

Sternenblau am 7. Januar 2014

Wunderschön. Leicht und ein wenig verträumt, wie eine Feder die durch die Luft schwebt und langsam auf den Boden sinkt. Irgendwie könnte ich mir vorstellen dass das Mädchen in einer nicht sehr einfachen Zeit lebt und auf den Dächern der Stadt umgeben vom Mondschein Zuflucht sucht.

Ella am 31. Oktober 2013

Oooh, dein Lob ist sooooo nett, Schimmerlicht!!!!! Ich bin so gluecklich, dass die Story dir (und allen anderen ) wirklich so gut gefaellt Ich war naemlich nicht so ganz ueberzeugt davon Lg Ella

Schimmerlicht am 30. Oktober 2013

Ich find auch dass es so, so... Ach, wie soll ich das nur beschreiben? Man ist in der Geschichte, aber man kann es nicht erfassen (positiv gemeint), irgendwie ist man von dem Mondlicht umgeben und die Nacht hüllt einen ein und... dann komm ich mir vor als würde ich fliegen! Es öffnet mir das Herz wenn ich das lese, Ella!

Ella am 29. Oktober 2013

Ha, ha, ha, danke Schneewittchen! Vielen, vielen lieben dank!!!!! Du schreibst immer so wunderbare, süße Kommentare!!!! Ich bin froh, dass dir und Lollypop, und Fire, und, und, und meine Storys soooo gut gefallen!! Das macht mich richtig stolz Lg eure sooooo glückliche, Ella

Schneewittchen am 28. Oktober 2013

Ich habe mich gleich mal nach anderen Geschichten von dir umgesehen . Ich liebe deinen Schreibstil einfach!! Du schreibst irgendwie so...schön beschreibend und nachdenklich, als würde hinter den Worten viel mehr stecken...unbeschreiblich. Und ja, über diese Geschichte nachgedacht Ich freue mich schon auf nächste Kurzgeschichten von dir. * Müssen ja nicht immer gleich Bücher sein LG von deinem neuen Fan

Lollypop XD am 27. Oktober 2013

Haha ja, da kann ich dir nur zustimmen.. LG

Ella am 26. Oktober 2013

Dankeschön euch allen!! Lollypop, ich bin mir auch nicht ganz sicher . . . Sie sucht einfach einen Platz an dem sie allein sein kann und einfach nachdenken kann . . . Aber sie kehrt ja auch nach Hause zurück, was bedeutet, dass es ihr dort nicht so schlecht gehen kann . . . Ich brauche auch manchmal einfach meine Ruhe Ich gaube, das ist auch dieses gewisse etwas, was die ganze Geschichte so mysteriös macht . . . Das ungewisse . . . Schön, dass die story dir (und den anderen auch ) so gut gefällt! Das freut mich Lg Ella

Lollypop am 25. Oktober 2013

Haha ella du schreibst immer so schön! Aber diese Geschichte gefällt mir besonders... nur dass du mir noch ein paar Sachen erklären musst. Ich konnte nicht ganz herausarbeiten in welcher Situation sich das Mädchen befindet... lg Lollypop

Sonnenscheid am 24. Oktober 2013

Deine Geschichte macht wirklich nachdenklich und auch so wie du sie geschrieben hast, klingt sie so rätselhaft

Ella am 24. Oktober 2013

Danke für dein Lob Fire Mmmmh, eine Fortsetzung .... Ich glaub dazu ist die Geschichte noch ein bisschen zu "jung" aber wie du gesagt hast, vielleicht finde ich mal die Zeit, weiter zu schreiben ... Auf jeden Fall danke nochmal für die Anregung Lg Ella

fire am 24. Oktober 2013

hm... ich weiß auch nicht so genau... auf jeden fall sehr schön geschrieben, aber auch rätselhaft. so eine art melancholische momentaufnahme, so ein ungreifbarer gedankengang... so etwas undefinierbares, verwischtes... hm, das klingt jetzt nicht sehr schmeichelhaft, aber ich finde es wirklich sehr schön von den worten und von der stimmung her. vielleicht hast du ja i-wann mal ganz viel zeit und motivation und schreibst etwas weiter, ich glaube, wenn du etwas mehr eindeutigkeit dazuschreibst, kann das was sehr, sehr gutes werden