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Moon

Elains Kummer

Dies ist eine meiner ersten Kurzgeschichten. Bitte schreibt mir doch in den Kommis wie ihr sie findet!

Elain träumte mal wieder vor sich hin. Das tat sie seit dem Unfall fast immer. Ihr schmales Gesicht, mit den hohen Wangenknochen war ernst, aber wenn sie träumte kamen ihre kindlichen Züge hervor. Ihre großen Augen glänzten in der Julisonne und ihre Haut war schon ganz erhitzt. Elain hörte das ausgelassene Lachen und Kreischen der anderen Kinder im Park nicht, es rauschte an ihr vorbei wie ein gedämpftes Lied. Sperlinge spielten im Sand, und auf dem erfrischend kühlen Fluss schwammen kleine Papierschiffe. Doch Elain saß nur da und hing ihren Gedanken nach.

Sie dachte an das verlockende Versprechen des Vaters, schon in diesen Ferien, an einen See weit weg von hier, zu fahren. Das erste mal ohne die Mutter. Sie würden die Bahn nehmen, ein Auto hatte der Vater nicht. Er hatte Elain mit leiser Stimme erzählt wie sie Beide das kühle Wasser aus dem See trinken werden, aus den süßen, dunkelroten Walderdbeeren ein feines Essen zubereiten und mit nackten Füßen über die Waldwege laufen werden. Er wollte mit ihr in einer kleinen, gemütlichen Hütte wohnen. Ein paar Wochen, Elain, hatte er gesagt, werden wir uns von niemandem stören lassen. Alles sollte fast wie immer werden. Das alles waren Elains Gedanken. Belanglose Gedanken eines siebenjährigen Mädchens, aber sie dachte daran weil sie die aufdringliche Stimme in ihrem Inneren nicht hören wollte, die es immer wieder versuchte in ihr Bewusstsein einzudringen.

Die Stimme wollte ihr von dem Krankenhaus erzählen, von den Menschen in Weiß die sie anlogen und sagten sie solle sich keine Sorgen machen. Die Stimme wollte sie an das schreckliche Gefühl in ihrem Bauch erinnern, denn sie hatte ganz genau gewusst dass es sehr schlimm war. Doch Elain wollte nicht mehr an den Unfall denken. Und sie wollte auch nicht an die Mutter denken, die Mutter die ging ohne sich von Elain zu verabschieden. Die Mutter die nicht mehr wiederkommen würde. Nie mehr.

Nun hatte Elain ihr Zeugnis in der Tasche und es waren Ferien. Endlos lange Ferien mit Tagen die sie ausfüllen musste um sich abzulenken. Der Vater wartete auf sie. Er wollte ihr noch einen Strohhut kaufen und dann mit Elain zu der kleinen, ruhigen Hütte am See fahren.

6 Kommentare

Fjalra am 21. März 2017

Sehr schön geschriebene Geschichte! Besonders die Beschreibung der Ferien hat mir gefallen, das kann man sich so gut vorstellen.

Waldelfe am 21. Januar 2017

Ich finde deine Kurzgeschichte echt super, wenn sie auch sehr traurig ist! Sehr gut geschrieben!

Aralc am 25. Juli 2014

Die Kurzgeschichte ist schon sehr gut, dennoch sind ein paar Dinge die nicht zu einer Kurzgeschichte passen. Die Kurzgeschichte endet am Höhepunkt! Aber sonst war sie echt klasse LG Aralc

Saphir am 2. Juli 2014

Toll!!!!

Berry am 14. Mai 2014

Ich muss Schneewittchen recht geben! . Voll gut! Ich finde auch die Orts Beschreibung toll!

Schneewittchen am 2. Dezember 2013

Woooww für eine deiner ersten Kurzgeschichten ist diese aber schon wirklich gut!! Ich finde es vor allem toll, wie du sie am Anfang beschreibst und auch die Umgebung... Ich hoffe, wir kriegen bald mehr von dir zu hören! LG Schneewittchen