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Annika Vollmer

Die unendliche Reise

Hallo Cornelia, ich schreibe seit fast 10 Jahren Geschichten. Ich schicke dir den Anfang meiner ersten richtig langen Geschichte, vielleicht lesen Sie sie mal (ich würde mich freuen). Ich wünsche mir auch sehr, meine Geschichten in lebendig zu sehen. Ihre Bücher finde ich klasse und es sind die einzigen Bücher die ich mehrmals lesen kann ohne, dass ich mich langweile. Liebe Grüße Annika Vollmer

Vor langer Zeit, im fernen Westen, lebte ein Mädchen in einem gemütlichen und ruhigen Cowboy Dorf, in dem eigentlich jeder jeden kannte. Sie hieß Merle, das bedeutet Amsel und lebte mit ihren Eltern in einem gemütlichen Holzhaus. Das Haus hatte zwei Etagen in der unteren war der Stall mit acht Stuten und zwei Hengsten, außerdem fünfzehn Kühen und drei Schafen. In der oberen Etage gab es ein Wohnzimmer mit einem Tisch und vier Stühlen, als Essplatz und ein großes Bärenfell, daneben befand sich ein Balkon mit einer Feuerstelle zum kochen. Über dem Pferdestall gab es ein kleines Zimmer mit einem Strohsack und ein paar flauschigen Decken, dies war das Zimmer von Merle .Daneben befand sich das Schlafzimmer der Eltern, Lucky und Leary See mit einem großen weichen Bett von ihrer Oma. Natürlich gab es noch eine Vorratskammer in der immer genug zu essen war, wie saftiges Gemüse, etwas Obst und manchmal sogar Fleisch. Merle ging es eigentlich gut, sie hatte so immer genug zu essen, auch mehrere Anziehsachen und sogar ein eigenes Pferd, ihr Pferd nannte sie Lou. Doch sie war nicht ganz zufrieden, weil Merle keine Kinder zum Spielen hatte, daher wurde sie von allen als halber Mensch betrachtet, das machte sie oft traurig.

Doch an einem sonnigen Morgen kamen ein grimmig aussehender Mann und eine kräftig Frau ins Dorf. Sie zogen in das alte Haus neben dem Haus von Merles Familie, auch wenn Merle gehofft hatte das dort Kinder einziehen würden oder wenigsten nette Leute, damit sie jemanden zum Spielen hatte. Doch trotz allem ging Merle mit den anderen Dorfbewohner zu den neuen Leuten um sich vorzustellen will ihre Eltern natürlich gut erzogen hatten und sie wusste was sich gehörte. Die Frau war zwar mürrisch aber dafür schön und strahlte Fröhlichkeit aus war es aber nicht, sie hatte schulter langes gold braunes Haar, sie war rällertif groß und kräftig gebaut. Der Mann hatte kurzes Haar die oben schwarz und unten grau und was nur etwas größer als die Frau und wirkte sehr selbst sicher und überzeugt, aber ebenfalls unglücklich.

Ihr Haus war eine dunkle verwitterte Hütte, mit vielen kleinen Räumen und voller stickiger Luft, Staub lag über all und es wirkte nicht sehr einladend. Leider erzählten die Eltern, die sich sofort mit den Nachtbarn verstanden, dass Merle immer alleine war, was die beiden sehr zu interessierte. Da berichtete die Frau mit viel Eifer und einem begierigen Seitenblick auf Merle, dass sie nächste Woche Besuch von ihren Enkeln bekommen würden. Seit dem war Merle besonders nett zu Frau Katarina und Herr Groter damit sie später mit den Kindern spielen konnte ohne Krach mit den beiden zu bekommen, beide gingen sofort auf die Schmeicheleien ein, sehr zur Freude von Merle. Dann war es endlich so weit, die beiden Kinder kamen! Merle hatte ihre Eltern überredet dass sie bei den Nachtbarn schlafen darf, die Eltern waren sehr schnell einverstanden, weil sie die kranke Omer Osten besuchen wollten. Zwar musste Merle im Keller schlafen aber das war es ihr wert, sie wollte unbedingt andere Kinder sehen!

Es war ein klarer sonniger Morgen, strahlend blau leuchtete der Himmel an dem kein Wölkchen zu sehen war, nur ein paar Möwen flogen kreischend umher. In einer ungemütlichen Kutsche, die beiden sahen auch nicht sehr glücklich aus und beiner schon verwirrt. Vielleicht auch deshalb saßen sie eng aneinander gedrängt in der kleinen Kutsche und hatten die Arme umeinander geschlungen, wobei sie sich immer wieder verstohlene Blicke zu warfen. Ungestüm rissen Herr Groter und Frau Katarina die beiden Kinder aus der Kutsche, wobei diese schmerzvoll das Gesicht verzogen und stolperten. Gepäck schienen sie keins zu haben, denn die Kutsche fuhr mit den schnaubenden Pferden davon und Frau Katarina wies sie grob an in der Nähe zu bleiben und schlug die Tür zu. Als sie nun endlich alleine waren stellt Merle sich höflich vor und hatte Spaß mit den beiden und auch die andern beiden wirkten glücklicher als vorher, schauten sich aber immer noch in der Fremden Gegend um. Der Enkel stellte sich als Patrico vor und war fast so groß wie Frau Katarina, er trug sein langes schwarz gelocktes Haar zu einem Zopf gebunden und Merle fand ihn sofort nett .Die Enkelin stellte sich als Seltri vor, war rällertif klein und hatte braunes Haar welches sie ebenfalls als Pferdeschwanz trug, wirkte aber irgendwie misstrauisch.

Da Merle eine Woche bei ihnen blieb, unternahmen sie direkt am ersten Tag einen langen Ausflug mit der Kutsche zu einem nahgelegenen Dorf. Sie schauten sich auf eigene Faust um, da Frau Katarina und Herr Groter sich in einen dunklen Laden verkrochen. Sie wollten in der Nacht zurück fahren, wobei Merle aber auf dem Sitz zwischen den beiden Erwachsenen ein, weil sie sehr viel mit den beiden Kindern rum gelaufen war. Was zu einem großen Problem wurde.

Denn als Merle auf wachte, lag sie nicht wie vereinbart im Keller oder wenigstens in der Kutsche sondern in einer engen Holzkiste die hin und her schwankte. Nur hatte Merle Platzangst daher fing sie an zu Randerliren, soweit es möglich war in der beängstigenden Enge und sie war Willens stark so schwankte es noch mehr. Worauf hin sie von draußen tiefe Männerstimmen grölen hörte, die über ihr Randerliren zu fluchen und sehr unfreundlich klangen. Doch dann wurde es draußen wieder ruhig und Merle hatte bald keine Kraft mehr weiter zu machen, schweren Herzens fand sie sich damit ab gefangen zu sein.

Bis es draußen wieder unruhig wurde, ja jetzt wurde die Kiste sogar angehoben und weggetragen und dann hörte Merle die Stimmen von Frau Katarina und Herr Groter die aber ihr nicht helfen zu wollen schienen. Plötzlich wurde der Deckel der Kiste auf gerissen und Merle an ihren Anziehsachen heraus gezerrt. Unter ihren nackten Füßen spürte sie kalten raue Stein, es wehte ein eisiger Wind und es schien sogar noch dunkler zu sein. Da flammte eine Fackel auf, strahlte Wärme aus und nun erkannte Merle dass sie in eine riesigen Höhle geschleppt worden war. Nun flammten auch an den anderen Wänden Fackeln auf die die ganze Höhle erleuchteten und ihre Augen gewöhnten sich schnell an das Licht des Feuers. Rechts von ihr lagen Seltri und Patrico zusammen gekrümmt, aber sie sah das Patrico am liebsten allen eine rein gehauen hätte. Zuerst hörte Merle wieder viele tiefe Männer Stimmen die wild durch einander redeten und ausgelassen schrien dass es hallte, doch dann sprach Herr Groter, nein er sprach nicht er schrie: „Kreutz Gewehr und Pulverfass, was haben wir denn da? Drei kleine dumme Kinder!“ und alle tiefen Männerstimmen grölten vor Lachen über diesem schlechten Witz. Doch als Herr Groter wieder redete waren alle leise, er war wohl der Boss. „Das hier wird kein Spaß für euch kleinen. Ihr werdet hier einiges zu tun haben und wehe euch ihr versucht auszubrechen dann setzt es was!!! HAHAHA!!“

Nun bekamen Patrico, Seltri und Merle jeder eine Kette an den rechten Fuß, die Ketten war bestimmt drei Meter lang und das andere Ende wurde an einen Ring in der Wand befestigt, alle so weit auseinander das sie sich gerade so berühren konnten.

Ihre Aufgaben wurden ihnen von Frau Katarina erklärt, sie mussten alles Mögliche hin und her bringen. Merle musste außerdem die Säbel und Stiefel putzen, Seltri musste kochen und Patrico die Leute unterhalten zum Beispiel singen und tanzen was er ziemlich gut konnte. So hatte sie eigentlich immer etwas zu tun an so überlegten sie wie sie fliehen könnten wobei die Ketten jeden Plan zu nichte machten. Aber sie verstanden bald auch die Gesten der Männer, was ihnen dass darauf Handeln einfacher machte und somit einigen Ohrfeigen ersparte, wenn sie nicht sofort reagierten. Auch erfuhren sie aus den verwaschenen Gesprächen der Männer dass es Schmuggler waren, die sie entführt hatten. Da fiel es Merle auch wie Schuppen von den Augen, Herr Groter und Frau Katerina waren die meist Gesuchteten Schmuggler weit und breit. Wie dumm Merle doch gewesen war, dass sie die beiden nicht erkannt hatte. Im ganzen Land suchten die Leute nach den beiden, man erzählte sich dass die Schmuggler ihre Waren stahlen und andere Leute gefangen nahmen, was Merle nun zu gut bestätigen konnte. Es war sogar ein Kopfgeld auf die ganze Schmugglerbande gesetzt, wenn man einen Hinweis oder die Schmuggler selbst brachte bekam man einen Haufen Geld.

Aber jetzt war es zu spät zum ärgern, sie war verloren!

Doch eines Tages kam eine besonders große Ladung Schmuggelware an, es war viel zu tun für die drei und sie kamen mächtig ins Schwitzen. Unter den vielen Waren war neben Wertsachen auch eine große Menge Alkohol. Wegen der tollen Ausbeute gab es ein rauschendes Fest, mit viel Alkohol den die Freunde herbei tragen mussten und als die meisten bärtigen Männer betrunken und müde waren machten sie die drei los. Damit sie das Gesöff selbst ständig holen konnten, denn die Banditen waren so betrunken das sie nicht mal mehr aufrecht stehen konnten, sie erkannte sofort ihre Change und brachten viel Rum. Auch den Wachen, die sich darüber sehr freuten und so schliefen bald alle. Da schlichen sie sich hinaus mit klopfendem Herzen nach draußen, draußen war es stock finstere Nacht. Den Weg den sie nahmen war kaum zu sehen, aus Kies, steil, gewunden und bei jedem Schritt knirschte es leise. Auf dem Gras lag Tau, über dem Boden hing dichter Nebel. Neben ihnen war viel Gestrüpp und Gesträuch in denen es raschelte. In der Ferne kreischte eine Eule, über ihnen leuchteten die Sterne und die Bäume warfen lange gruselige Schatten. Merle lief ein Schauer den Rücken hinunter, sie hatte überall Gänsehaut und ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Verängstigt hielt Seltri Patricos Hand, hatte die Augen weit auf gerissen und Schweißperlen tropften ihr von der Nase. Sogar Patrico schien sich sehr unwohl zu fühlen, er hatte die Schultern hoch gezogen und zitterte. Leichter Wind wehte, es war kalt und Merle fühlte sich schrecklich einsam, denn sie hatte nicht wie Seltri einen guten Freund der ihrer Sicherheit.

Merle rannte voraus und Seltri und Patrico hinter her, dabei hielten sie den Atem an aus Angst man könne sie hören. Als die drei in einen Wald kamen, verschnauften sie, zitterten aber immer noch vor Angst, aber auch vor Glück. Sie gingen schnell weiter durch den Wald um von diesem schreckligen Ort fort zu kommen, mit den Betrunkenen und den beiden unfreundlichen Menschen. Bis es schon hell wurde schlichen sie rasch durch den unbekannten Wald, auch wenn sie nicht wussten wo sie hin liefen und auch eigentlich gar nicht mehr konnten, fühlten sie sich sicherer wenn sie einfach nicht stehen blieben. Als es schon hell wurde legten sie sich mit dicken Füßen und sehr erschöpft auf einen hohen struppigen Baum und schlifen sofort ein. Als sie aufwachten war es schon wieder Nacht, was Merle zwar unheimlich fand, aber so blieben sie eher unentdeckt, dennoch hätte sie gerne jemanden der sie beschützt, wie Patrico Seltri. In dieser Nacht kamen sie an den Waldrand, aber glücklicherweise erreichten die drei noch in derselben Nacht einen anderen Wald, der ihnen Schutz bot, vor den Blicken der Schmugglern. Aber weil es nicht weit war, und sie nicht wussten wie viele Verstecke sie noch finden würden blieben sie in dem Wald bis zum nächsten Morgen. Aus Langeweile und Neugierde erzählten sie sich gegenseitig wie sie zu den Schmugglern gekommen waren, um sich auch besser kennen zu lernen, da sie nicht wussten wie lang sie zusammen umherziehen. So erfuhr Merle das Patrico aus einem kleinem ärmlichen Dorf weit weg kam und weil seine Familie eben so arm war hatten sie ihn verkauft, zwar für sehr wenig Geld aber so konnte seine Familie wenigstens einen Monat gut leben. Ihm war es damals beiner recht gewesen, weil er der jüngste von zehn Jungen war, seine Brüder hatten ihn meistens nur geärgert, so hatte er auch fast keine Freunde und war oft alleine. Die Familie die ihn gekauft hatte war sehr reich in seinen Augen aber etwas schusselig, was ihn damals nicht gestört hatte, weil er bei ihnen gut auf gehoben war, etwas zu Essen bekamen und immer von Musik umgeben war. So konnten die Schmuggler ihn einfach stehlen, wenn die Familie mal wieder nicht auf ihn achtete. Patrico meinte dass sie ihn schon mindestens ein Jahr mit sich rum geschleppt hatten, was nicht gerade eine tolle Reise war, was Merle nun auch nur zu gut wusste.

An Seltri waren sie nicht so leicht ran gekommen, weil sie früher oft unter den wachsamen Augen der Eltern gelebt hatte, bis sie ein Geschwisterchen kriegte mit dem die Eltern viel zu tun hatten. Deshalb beschafften sie sich ein Kindermädchen und das war ausgerechnet Katarina. Die sie auf einem Ausflug mit nahm der sich als Entführung heraus stellte. So erzählten sie bis die drei einschlifen.

In der nächsten Nacht gingen sie weiter durch die unbekannte Gegend, von der Dunkelheit gut beschützt und immer noch auf der Hut vor den Schmugglern. Bald kamen die drei an einer Stadt vorbei, wo noch einiges los war, obwohl es schon dunkel war und die Landschaft schon zu schlafen schien. Dort vertrieben die Bürger einen Mann mit einer Geige aus der Stadt, viele Leuten trugen Fackeln, was das Ganze noch schauriger wirken lies. Laut schreiend, schimpften die Bürger, manche trugen sogar sehr drohend lange Stöcke und manche warfen sogar Gegenstände nach dem jungen Mann. Jedoch wirkte dieser, trotz der bedrohlichen Situation nicht zusammen gekauert oder gar verängstigt, sondern er ging aufrecht und ohne Eile aus der Stadt, was Merle sehr stark und bewundernswert an ihm. Er hatte längeres blondes Ober Haar und dunkles Unter Haar, welches er zu einem Zopf gebunden trug. Seine Kleidung war etwas zerschlissen, was ihn aber nicht unsympathisch oder gar ungepflegt erschien, nur seine Geige war gut gepflegt, was Merle auch sehr an ihm gefiel. Er ging direkt auf sie zu und er schien auch bemerkt zu haben, dass Merle ein Auge auf ihn geworfen hatte. Als sich plötzlich eine Hand auf Merles Schulter legte, zuckte sie zusammen, weil sie niemanden bemerkt hatte, sie hatte Angst und es lief ihr eiskalt den Rücken herunter. Hatten die Schmuggler sie erwischt? schoss es ihr durch den Kopf. Doch es war, zu Merles Erleichterung nur ein großer Mann in einem unbequem aussehenden Anzug, der sie fragte, was sie drei hier alleine draußen machten und wo ihre Eltern seien. Sowie, dass er sie in ein Heim bringen wolle, wenn sie alleine wären, was ihnen einen Schreck versetzte, da sie alleine waren und ihre gerade erst zurück gewonnene Freiheit nicht wieder verlieren wollten.

Zum Glück kam da der Mann mit der Geige zu ihnen und erklärte dem Uniformierten, dass die Kinder zu ihm gehören. Merle fand, dass echt stark von dem Mann mit der Geige, da sie sich nicht kannten, aber gleichzeitig freute sie sich, dass er wohl bei ihnen bleiben würde. Jetzt gingen sie also zu viert weiter, Merle, Patrico, Seltri und der Mann mit der Geige. Der Mann stellte sich ihnen als David vor und meinte, dass gerne mit ihnen gehen würde, obwohl er doch gar nicht wusste wer die Kinder waren und wohin sie gehen würden. Nach dem die Kinder David erzählt hatten, dass sie vor den Schmuggler weg liefen, wobei sich seine Mine verfinsterte, erzählte er seiner Seitz von seiner Begegnung mit den Schmugglern.

Er war als kleines Kind von den Schmugglern entführt worden und hatte dann über zehn Jahre bei ihnen gelebt. So kannte er sich auch gut aus und wusste so auch das Herr Groter und Frau Katarina gar nicht so böse waren, sondern von einem bösen Boss gezwungen wurden zu schmuggeln, unfreundlich zu sein und auch Kinder zu entführen. Den Boss kannte keiner richtig, aber er war sehr mächtig, was Merle nicht so ganz verstand, aber es freute sie, denn sie fand die beiden Schmuggler eigentlich sehr nett. Und dieser Boss verbot den beiden sich zu lieben, was alle ungerecht fanden. Merle dachte sich, dass die beiden ein süßes Paar waren, wenn man sich die Bösheit weg dachte und das ein Mensch dem es so miss ging eher zu bemitleiden war. Als sie sich genauer erinnerte fiel ihr auch ein das Frau Katarina und Herr Groter an vielen Abenden eng zusammen gesessen hatten. Manchmal hatten sich die beiden sogar geküsst, was eigentlich keiner wissen und sehen sollte.

David brachte sie zu einer leer stehenden Jagdhütte, dort schliefen sie dieses Mal und das war wesentlich angenehmer als auf einem Baum. Als sie in der nächsten Nacht aufwachten beschlossen sie gemeinsam, dass sie erst Patrico und Seltri heim, nach Panama zu bringen und dann wollte David mit Merle in den Westen ziehen, da sich die beiden blendend verstanden. Doch bevor sie zu Merles Eltern nach Sacramento gehen wollten, würden sie erst Merles Oma in Halifax besuchen. Weil sie aber jetzt auf Guada Lupe, einer Insel vor der Küste Mexicos waren, mussten sie erst mal auf das Festland kommen.

So machten sie sich auf den Weg zu dem nächsten Hafen, den David ihnen zeigte da er sich auf der kleinen Insel bestens auskannte. Als die vier den Hafen erreichten ging aber schon die Sonne auf. daher legten sie sich in einen Fischerschuppen in dem sie den Tag verschliefen. Am Abend wachten sie auf und fanden einen freundlichen Fischer, der noch an seinem Boot hantierte und er war bereit sie mit nach Panama zu nehmen, wen sie ihm auf dem Schiff helfen würden. Zum Glück fragte er nicht woher sie kamen oder was sie in Panama wollen, so mussten sie ihm nichts von den Schmugglern erzählen. David spielte ihnen abends oft etwas auf seiner Geige vor, er konnte sehr schön ruhig spielen, aber auch sehr schnell, das hörte sich etwas gruselig an es war aber trotzdem schön. Fand Merle. Aus diesem Grund nannten die Leute ihn auch Teufelsgeiger, weil sie meinten, dass nur der Teufel so ungewöhnlich spielen könne und hatten ihn aus der Stadt getrieben, weil keiner einen Menschen in seiner Nähe haben wollte der mit dem Teufel im Bunde stand. Der Fischer hatte zum Glück nichts dagegen, so spielte David Abend für Abend auf dem Fischkutter, nur für sie, Menschen die er kaum kannte.

Die ersten zwei Tage waren herrlich sonnig und das Boot glitt ruhig über die seichten Wellen. Möwen begleiteten sie ein Stück weit, der Wind spielte freundlich in ihren Haaren, es roch erfrischend nach Salzwasser und einmal entdeckten sie eine Gruppe Delfine, die im sonnigen Meer umher sprangen. Aber am letzten Tag, als sie schon die Küste sehen konnten und sich auf festen Boden unter den Füßen freuten, zog ein schreckliches Gewitter auf. In der Nacht war es so stürmisch das sie nicht schlafen konnten, das Wasser war nicht mehr blau und klar, sondern tief schwarz und der Wind peitschte ihnen um die Ohren. Gegen Mitternacht wurden die Wellen immer höher, dass das kleine Boot nur so herum schaukelte, wie eine Nussschale in einer Suppenschüssel. Blitze zuckten über den schwarzen Himmel, über den die grauen Wolken fegten, Donner grollten ohrenbetäubend, es war kalt geworden und die Freunde konnten sich kaum im Boot halten. Ängstlich klammerte sich Seltri an Patrico, der sich auch nicht gerade wohl fühlte und auch Merle hatte sicherheitshalber Davids Hand genommen, das fühlte sich sehr gut an, obwohl sie sich noch gar nicht so lange kannten, spürte Merle das von ihm etwas beschützendes ausging. Als der Morgen schon graute und sogar dem Fischer langsam schummrig wurde, schmiss plötzlich eine besonders große Welle das Boot um. Der Fischer trieb ab und die anderen versuchten zusammen zu bleiben. Das Wasser war kalt und schmeckte furchtbar salzig, hektisch schlug Merle wie Seltri mit den Armen um sich über Wasser zu halten, während David den Seesack fest verschloss, den er mit nehmen konnte und so seine Geige trocken halten konnte. Merle, Seltri und Patrico hatten zu schwere Kleidung an, und wurden immer wieder von ihr nach unten gezogen. Deshalb riss Patrico sich die dicke Leinenhose und den wasservollgesogenen Pulli einfach vom Leib, was David bereits getan hatte und auf Merle zu schwamm, er war ein richtig guter Schwimmer. Danach halfen David und Patrico den Mädchen, die versuchten ihre oberste Kleidung auszuziehen, was in dem eisigen Wasser nicht leicht war. Seltri schikanierte sich erst etwas, weil sie gut erzogen war, aber sie wollte auch nicht ertrinken und schließlich hörte sie auf Patrico. So wurde es zwar einfacher über Wasser zu bleiben, aber auch kälter und Seltri meinte sie würde sich bestimmt erkälten.

Sie dachten schon sie würden ertrinken, weil die Wellen den vieren immer wieder über den Kopf zusammenschlugen, wobei sie eine Menge Wasser schlucken mussten und bekamen deshalb weniger Luft. In Panik schlugen die Mädels immer unkontrollierter um sich, schnappten nach Luft und waren bald erschöpft, daher half Patrico Seltri und David hatte Merle neben sich und versuchte ihr ein paar Tricks ohne zu sprechen zu erklären. Mit großen Gesten erklärte er ihr, erst tief Luft zu holen und dann abzutauchen, denn unter Wasser war es viel ruhiger, als auf den Wellen. Bald hatte Merle das Prinzip verstanden und es half ihr sehr, neben David fand sie alles viel leichter.

Doch zu ihrem Glück wurden sie von einer größeren Welle an einen Strand gespült, über schlugen sich teilweise und zappelten, bis sie erleichtert merkten, dass sie in Sicherheit waren. Zuerst blieben sie erschöpft auf dem von der Sonne erwärmten Sand still liegen, Merle spürte den feuchten Sand unter sich, hörte wie sich die Wellen langsam beruhigten, merkte die Wärme auf ihrer Haut und am meisten beruhigte sie, dass sie wusste, dass David neben ihr liegt. Die vier Freunde froren etwas in der nassen Kleidung und hofften, dass die Sonne sie bald getrocknet würde und hatten Glück sich nicht verletzt zu haben, so konnten sie weiter gehen. Seltri erkannte die Küste sofort wieder und wusste somit wo sie waren, also gingen sie hinter Seltri her. Bei Einsetzung der Dämmerung machten sie sich es hinter einem Busch bequem, sie schliefen sofort ein, weil der Tag sehr anstrengend war.

Die Sonne stand schon hoch am blauen Himmel, Vögel flogen über sie hinweg, die Luft war erfüllt vom Zirpen der Grillen und dem Gesang der Vögel, es roch frisch nach blühendem Gras und sie spürten die einzelnen Sonnenstrahlen im Schatten des Strauches, als sie erwachten. Patrico, der bei Seltri wohnen wollte, weil er Seltri sehr mochte, ging hinter ihr her und später neben ihr, wobei er liebevoll ihre Hand hielt.

Am späten Nachmittag kamen die vier zu einem schönen Garten, in dem viele bunte Blumen blühten, Insektengeschwir erfühlte die Luft, ein großer Baum wölbte sich über ein Rasenstück, spendete Schatten, es duftete herrlich nach Blumen und eine Frau war dabei Wäsche zu waschen. Das Haus war schneeweiß mit einem Strohdach, hatte einen Balkon, war gut gepflegt und sah auch sonst ordentlich aus. Als die Frau die vier Reisenden entdeckte, rannte die Dame auf die Freunde zu und auch Seltri lief der Frau erfreut in ihre Arme. Es war nämlich die Mutter von Seltri, die sich sehr über die Rückkehr ihrer entführt und verloren geglaubten Tochter sehr freute. Nach einer kurzen sehr hektischen Erklärung freute sich die Frau noch mehr darüber, dass Seltri einen Freund gefunden hatte. Sie fand alle sehr nett, konnte ihnen nicht genug für die Rückkehr ihrer Tochter danken und lud sie alle zu einem reichen Essen ein. Als alle mit dem Essen fertig waren, was sehr lange dauerte, weil sie sich zuletzt nur von Brot, Beeren und Wasser ernährt hatten, das war nicht so nahrhaft gewesen erzählten sie ihr ihre Geschichte.

Erst nach einer langen Unterhaltung bis nach Sonnenuntergang, legten sie sich in warme weichen Betten. Für Merle war es wunderbar in einem richtigen Bett mit einer weichen Matratze zu schlafen, da sie früher nur auf einem Strohsack geschlafen hatte und in letzter Zeit auf Ästen, was noch ungemütlicher gewesen war. Zwar musste sie sich ein Bett mit David teilen aber das fand sie nicht schlimm, denn keiner der beiden wollte in der fremden Umgebung alleine sein. Seltri und Patrico schlifen auch zusammen in Seltris Bett, da sie für ihn noch kein eigenes Bett aufgestellt hatten, was ihnen nichts ausmachte weil sie sich sehr mochten.

In den tollen und doch so ungewohnten Betten, schlifen sie bis weit in den Tag hinein, dem sie voller Energie entgegen sahen. Als sie ausgiebig gefrühstückt hatten, beschlossen Merle und David den Tag über sich hier auszuruhen um dann in der Nacht weiter zugehen nach Halifax. Patrico durfte bei Seltri bleiben, was alle sehr freute für die beiden und sie überlegten sogar zu heiraten. Aber erst mal wollten alle sich ausruhen, sich genauer kennen lernen und auf alle Fälle die Gegend erkunden, da vor allem Seltri nach ihrem Abenteuer viel mutiger war. Nach dem Abendessen verabschiedeten sich Merle und David von Patrico, Seltri und ihrer Familie, die ihnen netterweise reichlich Verpflegung für den Weg mitgegeben. So machten sich die beiden frisch gestärkt, zuversichtlich und glücklich auf zum nächsten Hafen, zu dem Seltris Mutter ihnen den Weg sehr gut erklärt hatte. Dort schlifen sie den Tag über in einem Fischerschuppen, was für sie mittlerweile fast normal war und so fühlten sie sich sicher in dem kleinen Hafen. Im Schutz der Abenddämmerung suchten die beiden sich ein Boot, um nach Halifax zu fahren, auch wenn sie wussten, dass das nicht ganz nett war sich einfach so ein Boot zunehmen, aber sie fanden das nicht so schlimm und sie hätten selber auch nichts dagegen gehabt. Etwas abseits des Hafens fanden sie ein kleines verlassenes Ruderboot, mit dem Merle und David über das vom Mond beschienene Meer los fuhren. Zuerst ruderte David und Merle ruhte sich aus damit sie ihn später ablösen konnte, damit er sich ausruhen konnte. Während der Mittagszeit dümpelte das Boot nur über das Wasser und die beiden ruhten sich aus, da sie sonst den ganzen Tag geschlafen hatten, um in der sicheren Dunkelheit weiter zu reisen. Am Nachmittag ruderten sie aber wieder weiter, David hatte einen Kompass mit so, dass sie immer wussten wo sie waren und nicht vom Weg abkamen. Erst um Mitternacht schliffen beide endlich richtig ein so, dass es auch erholsam war und Merle träumte von ihren Eltern. Bis Merle durch einen Ruck wach wurde. Das Bötchen schwankte hin und her, sie hörte das Schwappen des Wassers und spürte, dass die Sonne schon ihre ersten Strahlen auf sie warf. Merle wollte den Kopf heben, um zu schauen was los war, als etwas Schweres neben sie auf den Boden fiel, daher blieb sie sicherheitshalber still liegen und tat so als schliefe sie noch. Plötzlich fiel etwas schweres auf sie, dass ihr fast die Luft weg blieb und alle Muskeln anspannte, sie spürte das es ein Mensch war der auf ihr gelandet war. Auf einmal griff ihr die Person über ihr in die Haare, zog ihren Kopf daran schmerzhaft zur Seite so, dass sie an die Bootswand starte und ihr wurde ein Tuch vor das Gesicht geschlagen. Es stank abscheulich, sie versuchte nicht zu atmen, was natürlich nicht lange gut ging, es brande furchtbar in den Augen, die daraufhin anfingen zu tränen und schnell wurde ihr schwarz vor Augen, sie bekam nichts mehr mit, obwohl sie sich mit Mühe gegen die Bewusstlosigkeit wehrte.

Als Merle aufwachte lag sie mit einem schmerzendem Kopf, dickgeschwollene Augen und ziemlich gerädert auf Holzplanken. Ihre Hände waren auf dem Rücken zusammen geschnürt, was ihr dank ihrer Beweglichkeit nicht weh tat, ihre Füße waren an die von David gebunden, der ebenfalls gefesselt war und er tat ihr sehr leid, so wie er da lag. David schlief noch, er hatte aber deutliche Blutspuren im Gesicht, auf den Armen und an den Beinen, aber auch seine Haare waren verstrubelt, da sie ihn wohl auch an die Haare gegangen waren. Merle vermutete, dass er anscheinend versucht hatte sie zu beschützen, was ihm zwar nicht gelungen war, aber ihr wurde warm ums Herz, als sie daran dachte was er für sie getan hatte. Nachdem sich Merles Augen besser an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte sie, dass sie im Bauch eines Schiffes waren in dem es sogar Kanonen gab. Gerade als David, etwas verwirrt anfing aufzuwachen und sich kaum an die neue Umgebung gewöhnt so, dass er erleichtert war er, als er die lächelnde Merle ansah, wurde mit Schwung eine Lucke in der Schiffsdecke aufgerissen. Schockiert, aber auch ängstlich schauten die beiden in den Schein einer Petroleumlampe in dem Herr Groter und Frau Katarina die Treppe runter stiegen. Zwar hatten die beiden gefesselt, keine Chance gegen die Schmuggler, daher rückte Merle näher an David, aber sie wollten ihnen auf keinen Fall ihre Angst zeigen oder ihnen die Möglichkeit geben klein zu machen.

„Seid ihr doof, haut ab und glaubt ihr seid in Sicherheit, vor uns ist keiner irgendwo sicher. Nein, wir haben euch wieder, für immer werdet ihr bei uns bleiben, wir finden jeden“, spottete Herr Groter gehässig über sie her. Dass sie nur noch zu zweit waren und Patrico und Seltri nicht mehr da waren, sondern David, schien ihnen nicht auf zu fallen, daher sagten die beiden lieber nichts. „Euch, müsste ziemlich warm sein, meine Kleinen, ihr Armen. Ich helfe euch, seid schön lieb“, mit diesen Worten ging Frau Katarina auf sie zu und Merle machte sich jetzt doch klein, weil sie Frau Katarina doch sehr bedrohlich fand. Sie bückte sich zu ihnen runter, ohne drauf einzugehen, dass sie nur zwei waren und zog David kurzerhand das Oberteil aus, wobei er ganz stillhild. Auch Merle zog sie das Kleid aus, welches sie von Seltris Mutter bekommen hatte, dabei versuchte sie auch so ruhig zu bleiben wie David, was ihr nicht so gut gelang. Dann ging Frau Katarina mit Herr Groter gehässig lachend wieder hoch und die beiden schienen immer noch nicht bemerkt zu haben, dass statt Seltri und Patrico David da war. Nachdem die Luke hinter den Schmugglern zu gefallen war, lagen die beiden wieder alleine im Dunklen und Merle hatte keine Ahnung was sie sagen oder tun sollte. Merle war es unwohl im Unterkleid neben David zu liegen, der auch nur noch eine Leinenhose an hatte, daher rückte sie ein Stückchen von ihm weg und ihr war auch etwas kalt. Im Gegensatz zu ihr blieb David ganz ruhig und sagte:„Warte etwas, gleich kommt sie wieder und gibt uns andere Sachen, ich tue dir nichts, Engelchen.“ Geschmeichelt lächelte sie ihn an, entspannte sich etwas, rückte sogar wieder näher an ihn heran und ihr war gleich nicht mehr so kalt. Tatsächlich kam Frau Katarina mit anderen Sachen wieder und zog ihnen andere Kleidung an, was ihr leicht fiel da die beiden wieder stillhielten und sich mittlerweile auf gesetzt hatte. Für Merle war es komisch sich von einer fast wild fremden Frau anziehen zulassen und dabei gegen David gelehnt war, den sie auch kaum kannte, ohne sich zu bewegen. Danach ging Frau Katarina zu ihrer Erleichterung wieder so, dass sie abermals im Dunklen alleine blieben, aber Merle war lieber im Halbdunkeln neben David, als die Schmuggler in ihrer Nähe zu haben. Jeden Tag kam Frau Katarina zu den beiden, ohne darauf einzugehen, dass sie nur zwei waren, was sie mittlerweile bemerkt haben musste und brachte ihnen etwas zu Essen, was nicht das beste war, aber sie hatten noch etwas zu Essen von Seltris Mutter. Während sie so im Schiffsbauch lagen, sich langweilten, aber auch sehr viel redeten, lernten sich Merle und David richtig gut kennen und fanden sich immer sympathischer. Beim zweitem Essen bat David Frau Katarina mit einem schamanten Augenaufschlag ihnen die Fesseln ab zu nehmen, die sie ihnen nach dem anziehen wieder angelegt hatten, aber dieses Mal in einer bequemeren Lage und nicht so fest wie vorher. Schließlich schaffte er es sie zu überreden die Fesseln ab zu nehmen und ihnen dafür nur Ketten an die Füße zu binden, was viel angenehmer war. Nur an der Kette und mit freien Händen, konnten sie besser Essen und er konnte Merle seine Lieder vorspielen und es Merle auch etwas beizubringen.

Ein paar Tage später begann Frau Katarina ihnen allerhand Fragen zu stellen und duldete nur anständige Antworten, aber sie beantworteten die Fragen brav, weil sie sie sonst schlug, was David aus seiner Vergangenheit noch gut wusste. Später zog Herr Groter, der sich vorher nicht hatte blicken lassen Merle die Fesseln aus und zog sie an ihren schönen langen rot-blonden lockigen Haaren an Deck, wobei sie einige Haare verlor. Dort musste Merle dann putzen und kochen, was sie wieder willig tat, da er ihr ansonsten an den Haaren zog und auch David darunter leiden musste, wenn sie nicht alles nach der Meinung der Schmuggler fertig machte. Obwohl David immer unter Deck bleiben musste und so nichts für ihr Verhalten konnte, aber sie wollte auch nicht, dass er unter ihr leiden muss. Er konnte dank seines Kompasses, den er von seinem Vater immer in der Tasche bei sich trug fest stehlen, dass sie weiter in Richtung Halifax fuhren, sehr zu ihrem Glück.

Bis eines Nachts, in dem Merle wieder mal an David gellend auf dem schwankenden Bootsboden und mal endlich etwas Ruhe gefunden hatte Schüsse fielen. Verängstigt schreckte Merle hoch, erkannte in der Dunkelheit aber kaum etwas und auch David regte sich, der wie Merle sonst auch tief schlief. Matrosen stürmten panisch unter Deck, von Herr Groter getrieben der auch etwas verunsichert wirkte und feuerten mit den Kanonen. Merle konnte nach dem ihre Augen sich an das Dunkel gewöhnt hatten, durch einen Spalt in der Bordwand sehen. Nachdem sie etwas umher geschaut hatte, entdeckte Merle einen starken Holzmast, an dem eine große schwarze Totenkopfflagge flatterte, sie wurde also von Piraten überfallen. Als eine Kanonenkugel das Piratenschiff traf, was Merle schon sehr unfreundlich fand, schwang sich die ganze Besatzung an Seilen auf ihr Schiff, es waren zerlumpte grausig aussehende Piraten die allesandere als freundlich wirkten. Von oben hörten sie Geschrei, vor allem Frau Katarina kreischte jeden an, obwohl sie selbst nichts zu machen schien, viel hektisches Getrampel und Messer klirren. Das Piratenschiff war von den Kanonenkugeln stark getroffen und sank nun langsam in das aufgewühlte Meer, bis nur noch der Mast auf dem schwarzen Wasser schaute. Während auch der letzte Pirat vom Schiff sprang, schaute Merle ängstlich zu David hoch, an den sie sich Schutzsuchend drängte, als plötzlich die Lucke über ihnen aufgerissen wurde und Piraten die Treppe runter polterten. Sie stürzten sich, mit unzähligen Messern, die sie blutrünstig wetzten auf die Matrosen und hatten diese nach einem kurzen Kampf überwunden. Kurz darauf wurden Herr Groter und Frau Katarina gefesselt zu ihnen geführt, während Herr Groter sich immer noch werte, war Frau Katarina sehr verängstigt und machte sich ganz klein. Ihnen folgte der Anführer, der kurz vorher noch auf dem nun ganz versunken, dass er der Anführer war erkannte Merle an einem goldenen Stern am Hut und an dem Verhalten der anderen Piraten. Er ließ sie gefesselt und ohne sich weiter um sie zu kümmern unter Deck zurück, er grölte auf dem Deck so laut rum das man es bis zu ihnen runter hörte, anscheinend hatten die Piraten Merle und David noch nicht entdeckt. Gerade als Merle aufwachte, sie war trotz der Aufregung wieder eingeschlafen kam der Anführer angetrunken zu ihnen runter eigentlich um den beiden Schmugglern Fragen zu stellen, doch dann entdeckte er mit leuchtenden Augen Merle und David im hinteren Teil des Schiffes. David ließ er in Ruhe, aber Merle packte er an ihren schönen langen rot blond gelockten Haaren, was David gar nicht gefiel, aber nichts gegen den bewaffneten Piraten ausrichten konnte und so schleifte der Pirat Merle an Deck. Merle, die es fast gewöhnt war an den Haaren durch die Gegend geschleift zu werden, aber sich trotzdem nicht wehren konnte, schleppte er in seine Kajüte, dort sollte sie ein langes dunkelrotes Kleid anziehen, so viel sie aus seinem Gelalle verstanden hatte. Dies tat Merle dann auch wiederwillig, aus Angst vor den Piraten und hatte dabei es nicht leicht in das eigentlich schöne aber enge Kleid zu zwängen.

Nun redete der Kapitän, der netterweise vorher raus gegangen war auf die etwas schwer atmende Merle ein, er stellte sich als Jack vor mehr sagte er von sich nicht, was sie nicht störte da er schwer zu verstehen war. Aber er meinte, sie habe wundervolle Haare, sehe in dem Kleid toll aus und sei auch sonst wunderschön, was sie schmeichelte, aber trotzdem war ihr sehr unwohl. Für Merle war schnell klar, dass sich Jack in sie verliebt hatte, sagte aber vorsichtshalber nichts, da sie nicht wusste wie er drauf reagieren würde. Ihr machte es so nicht viel aus, dass Jack sie ständig anhimmelte auch wenn sie ihn nicht liebte, da sie so besser behandelt wurde und es David auch besser ging. So aß Merle jede Mahlzeit an der Seite von Jack, der sie dabei zu laberte, was sie teilweise nur schwer verstand, da der Pirat eigentlich immer angetrunken war und verbrachte so viele Stunden mit ihm, sie sehr langweilig fand. Aber den größten Teil der Zeit verbrachte sie nach wie vor unter Deck bei David, Frau Katarina und Herr Groter, die Mannschaft der Schmuggler hatte sich freiwillig den Piraten an geschlossen, unter dem Motto wir gehorchen dem Meistbitenden, weil Piraten Kapitäne sich nicht verlieben, meint Jack. Unter Deck lernten Merle und David Herr Groter und Frau Katarina näher kennen, obwohl sie davon anfangs nicht sehr angetan waren. Mit der Zeit erzählten sie, wie sie zum schmuggeln gekommen waren, dass sie es eigentlich gar nicht wollten und liebend gern damit aufhören würden. David schmiedete mit Herr Groter Pläne um zu fliehen, von denen die meisten total unrealistisch waren oder einfach zu riskant. Während dessen Merle sich immer besser mit Frau Katarina verstand, wenn Jack sie nicht über das Schiff führte.

Glücklicherweise stellte sich aber bald heraus, dass sie gar keinen Plan brauchten um vor den Piraten zu fliehen, irgendwie wurde Merle vom Glück verfolgt. Als sie im Hafen von Halifax ein liefen wurden sie von Soldaten kontrolliert, da einige Schiffe in letzter Zeit überfallen wurden. Die erkannten direkt, dass es sich bei den Seeleuten um Piraten handelte und nahmen sie fest. Nur Jack war schlauer gewesen, als er die Soldaten entdeckte, hatte sich verkleidet und sogar zu Merle in Ketten gelegt, keiner der mittlerweile Freunde verriet ihn da er immer noch seine Waffen bei sich trug. So wurden sie Fünf von den Soldaten befreit und konnten nach einer kurzen Kontrolle gehen, was sie hastig taten. Jack wollte auf gar keinen Fall an Land bleiben, auch wenn Merle an Land blieb, das nächst beste Schiff kapern um damit weiter zu segeln. Aber zum Abschied versprach er Merle sie mal zu besuchen, worauf sie nicht so sonderlich scharf war, ihn aber mittlerweile als guten Freund gewonnen hatte und bevor er im Gebüsch verschwand drückte er ihr noch einen Kuss auf die Wange, dann war er weg. Jetzt waren sie nur noch vier, Herr Groter und Frau Katarina beschlossen mit dem schmuggeln aufzuhören, sehr zur Freude von Merle und David, denn sie waren sehr gute Freunde geworden, vieleichte auch durch die Gefangenschaft im Schiffsbauch. Sie wollten mit den beiden in den Westen ziehen, da sie sich einerseits bestens verstanden, aber auch sonst weder eine Idee hatten was sie machen könnten, aber auch keinen Platz wo sie hätten hingehen können.

Zuerst machten sie sich jedoch auf den Weg zu Merles Oma, die Merle lange nicht mehr gesehen hatte. Doch Halifax war groß sie kannten sich nicht aus und sie waren alle müde, daher schliefen sie sich in einer Jagdhütte erst mal richtig aus. Am nächsten Morgen kauften sie von dem Geld was sie hatten einen Laib Brot und etwas Fleisch, da sie lange nichts Anständiges zu essen bekommen hatten. Frisch gestärt machten sie sich auf den Weg in die Stadt, um Merles Großmutter zu suchen, aber weil sie nicht wussten wo Merles Oma wohnte fanden die Freunde sie am ersten Tag nicht. Am zweiten Tag suchten sie auf den Märkten, die in der großen Stadt dementsprechend groß waren und am Tag darauf suchten sie in den Läden und Schenken, wo sie die Oma zwar nicht vermuteten, aber sie hatten auch keine bessere Idee. Jedoch, weil sie kein Geld mehr hatten, beschlossen sie am vierten Tag erst mal etwas Geld zu verdienen. So sollte David etwas von seiner ruhigen Musik auf der Geige spielen und Merle dazu Flöte musizieren, auch wenn es sich nicht besonders gut anhörte, weshalb sie die Flöte bald weg legte um etwas zu tanzen. Herr Groter und Frau Katarina wollten dazu tanzen, was irgendwie süß aus sah so, dass Merle es sich nicht nehmen ließ um die beiden rumzuwirbeln und dabei Geld von den Zuschauern einsammeln, was Merle bei ihrem rumgehopste nicht konnte. Gegen die Mittagszeit hatten sie schon einige Münzen gesammelt, es verlief gut und Merle war voller Glück, bis ein Wachmann um die Ecke bog. Zielstrebig steuerte der Wachmann direkt auf sie zu, seine Mine war alles andere als freundlich und auch wenn sie nicht wussten was er von ihnen wollte, schwante ihnen böses. Auch die anderen Menschen schienen den Uniformierten bemerkt zu haben, denn sie machten sich eilig aus dem Staub und taten so als hätten sie die Freunde nicht bemerkt. Da biss das Pech ein Stück von Merles Glück ab, was sie vorher volens erfühlt hatte. Nun, da der Wachmann anfing sie laut hals anzuschreien, aber sie verstanden leider kein Wort, doch es war nicht nett. Sicherheitshalber nahmen die vier die Beine in die Hand und rannten um ihr Leben, sie rannten auf einen großen Markt, wo sie in der Menge unter tauchten.

Gerade als die anderen ein Brot kauften von dem Geld was sie mitgenommen hatten, entdeckte Merle zwischen vielen anderen Leuten ihre Oma. Merle rannte auf die alte Frau zu, rief nach ihr über den Marktlärm hinweg und sprang in ausgebreiteten Arme der älteren Dame. Herr Groter kaufte das Brot und dann gingen sie alle mit Merles Oma in das Haus der alten Frau, die sich sehr über den Besuch ihrer Enkelin freute. Das Haus war klein aber schön und hell, auch weil es sehr gut gepflegt war, mit vielen Blumen geziert und auch sonst hatte die Dame einen tollen Stil. Es gab eine Küche mit einem Holzofen, der eine sehr gemütlich Wärme aus strahlte und einem hölzernen Tisch mit vier Stühlen passten auch noch in den kleinen Raum. Außerdem war ein Schlafzimmer mit einem richtigen Bett in dem kleinen Haus untergebracht. Natürlich gab es auch eine Vorratskammer, die immer gut gefüllt war und sehr ordentlich lagen einige Teppiche in den Räumen. Sie gingen in die gemütliche Küche aßen dort zu Abend, mit den vier Freunden war es ziemlich voll am Tisch und die ältere Dame wuselte erfreut um sie herum, um sie zu bedienen. Diese Nacht schlifen Frau Katarina und Herr Groter mit David vor dem Ofen auf dem wolligen Teppich und Merle zusammen mit ihrer Oma in deren Bett. Sie schliffen bis weit in den anderen Morgen hinein, auch wenn es etwas eng war, aber der lange Schlaf tat ihnen sehr gut.

Nach einem langen gemütlichen Frühstück machte sich Merles Oma daran Proviant zu packen, sowie zwei weiteren Decken, denn es machte der Dame sehr viel Freude sich um jemanden zu kümmern. Gegen Abend machten sie sich auf den weiten Weg nach Sacramento, mit vielen guten Sachen im Gepäck und auch sonst waren sie voller Tatendrang. Weil sie tagelang durch die große Stadt gelaufen waren kamen sie noch in der gleichen Nacht aus der Stadt raus und gingen einfach weiter nach Westen. Als der Morgen graute kuschelten sie sich in ihre neuen flauschigen Decken und legten sich in ein dichtes Gebüsch, was sie trotz der Nacht im Haus als normal im fanden. Dort verschliffen die vier den Tag und wachten erst gegen Abend wieder auf, obwohl sie aus dem Rhythmus gekommen waren, aber genauso schnell waren sie wieder nachts fit. Im Schutze der Dunkelheit gingen sie weiter nach Westen, auch wenn sie vor Niemandem mehr flohen, aber so gingen sie dem Tagesgewühl aus dem Weg und aßen etwas von den köstlichen Broten der Großmutter mit einigen Waldbeeren. So gingen sie noch zehn Nächte ohne jegliche Probleme weiter in Richtung Sacramento, was David immer wieder mit seinem Kompass feststellte, bis sie eines Nachts an ein Gewässer kamen. Weil es schon stock finster war so, dass sie nicht das andere Ufer sehen konnten, daher beschlossen sie dort auf einem Baum zu übernachten und am nächsten Tag bei Helligkeit weiter zu gehen, da sie nichts zu befürchten hatten. Daher legten sie sich in einiger Entfernung auf einer alten knorrigen Eiche zum schlafen nieder.

So erkannten sie erst am nächsten Mittag, als sie aufwachten, dass der vermeintliche See nur ein Bach war. Nachdem sie sich erst mal köstlich über ihren Irrtum amüsiert hatten zogen sie einfache ihre Schuhe und Strümpfe aus und warteten vorsichtig durch den Bach. Frau Katarina, Herr Groter und David kamen dabei gefährlich ins Rutschen, als sie über die Steine durch das klare kalt plätschernde Wasser balancierten. Merle hingegen sprang vergnügt durch das Wasser, dass es nur so spritzte und ihr Kleid nass wurde, sie war früher oft in Bächen rumgesprungen bei sich zuhause, so wusste sie wo sie Halt fand. In der nächsten Nacht war Vollmond so, dass sie alles gut im Mondlicht sehen konnten, denn sie hatten sich doch wieder dafür endschieden im Dunkeln weiter zu gehen und genossen die sternenklare Vollmondnacht. Sie kamen nach der sonst einsamen Wanderung in ein kleines Dorf, als die Sonne schon ihre ersten Strahlen über die Landschaft schickte. Die vier kauften übermüdet Brot in einem kleinen Laden und legten sich dann etwas in den Schatten. Hinter dem Dorf streckten sich Berge hoch in den rotorangenen Himmel, die man besser nicht müde bestieg. Daher schliffen sie auch noch in der Nacht, weil sie etwas sehen wollten wenn sie die Berge hoch kletterten was nicht ganz ungefährlich war. Weil es kälter war auf den Bergen, schnitten sie die beiden Decken mit Davids Taschenmesser in der Mitte durch, so dass sie jeder einen Umhang hatten den ihn wenigstens etwas wärmte und in der Sonne war es auch angenehm.

Bei Sonnenaufgang gingen sie los, die ersten paar Tage waren noch nicht wirklich anstrengend da es nur leicht hoch ging. Jedoch nach ein paar Tagen gab es keinen richtigen Weg mehr, es gab immer weniger Bäume, nur noch kleine Büsche und den Weg den sie sich suchten wurde zunehmend steiler. Mit dem Gepäck auf dem Rücken fand es Merle schwieriger zu klettern, was ihr aber dennoch von allen vieren am leichtesten fiel. Ähnlich wie die Bergziegen die die Freunde an einem Tag beobachteten, sprang Merle über kleinere Spalten, krabbelte schroffe Felsen hoch, wobei ihr Kleid etwas zerriss was sie aber nicht im geringsten störte und hüpfte von einem Felsvorsprung zum nächsten. Einmal mussten sie eine sehr steile Felswand hochklettern, was Merle zwar nicht so schwer fand, was aber mit dem Gepäck und den anderen drei, die nicht so leicht durch die Felsen kamen nicht so leicht war. Daher nahmen sie alle ihre Rucksäcke ab, Merle knotete das Gepäck kurzerhand an ein Ende eines langen Seiles und band sich das andere Ende um den Bauch. Ohne jegliche Sachen machte sich Merle flink daran an der Steilwand empor zu klettern, während die anderen unten warteten und Frau Katarina sich immer wieder die Augen zuhielt wenn Merle etwas rutschte, aber auch David machte sich um sie Sorgen jedoch wusste er, dass Merle es schaffen würde. Nach nicht allzu langer Zeit war sie auf einem netten Plato von dem aus der Weg nicht mehr so steil war, nun zog sie erst mal alles Gepäck an dem Seil nach oben, um es dann an einem schmalen Stein fest knotete. Mit etwas kalten Fingern knotete sie das Seil von ihrem Bauch und warf es nach unten, wo die anderen schon leicht nervös warteten. als Unsicherste kletterte Frau Katarina an dem Seil nach oben und David kletterte sogar neben ihr an einem Seil das Merle noch zusätzlich runter geworfen hatte. So kamen die beiden sicher nach einiger Zeit bei Merle an die unterdessen schon mal das Abendessen vorbereitet hatte und auch die beiden beschäftigten sich mit dem Essen, während Merle darauf achtete, dass Herr Groter ebenfalls sicher bei ihnen ankam. Zwar hatte Frau Katarina sich nach einem leckeren Abendessen bei Sonnenuntergang in luftiger Höhe noch nicht ganz von dem Aufstieg erholt, aber dennoch schliefen alle in der Nacht hervorragend. Und sie wanderten an den nächsten Tagen munter weiter.

2 Kommentare

Leseratte am 23. Februar 2015

Coooooooooooooooooooooooooooooool!

Ella am 27. September 2013

Für meinen Geschmack, war's ein bisschen zu lang Außerdem hättest du (am Anfang und überhaupt immer) die Beschreibungen von Menschen, Häusern etc. irgendwie besser einbauen können. Z.B.: Im Wohnzimmer stolperte sie beinahe über das Bärenfell, das neben dem Sofa lag, .... Wenn du das machst musst du auch nicht so oft "war" verwenden. Ich weiß, das ist ganz schön viel Kritik, (tut mir leid, wenn es beleidigen od. so rüberkommt ) aber ich persönlich finde Kritik ist auch wichtig übrigens: die Story ist einfach famos!!! Lg Ella