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Recklessfan

Die Legende vom Drachenberg

An der Geschichte habe ich lange gefeilt und bin jetzt eigentlich zufrieden damit. Ich hoffe, sie gefällt euch. Viel Spaß beim Lesen wünscht euch Recklessfan.

Es war einmal ein König, der schrecklich über sein Reich herrschte. In diesem Königreich lebte auch die wunderschöne Diebin Tamara. Sie hatte braune, lange Locken und grüne Augen. Sie hatte immer nur unauffällig gestohlen, aber hasste den König über alles. Doch eines Tages beschloss sie, weil der König sein Volk schrecklich behandelte, es ihm heimzuzahlen. Sie plante tagelang, wie sie ins Schloss kommen kann. An einem Abend, an dem der König viel Besuch hatte, nutzte sie ihre Chance aus. Sie schnappte sich einen großen Sack, damit sie soviel wie möglich mitnehmen konnte. Und dann, als alle Gäste angereist waren, nahm sie ihren ganzen Mut zusammen und begab sich auf ihren größten Raubzug, den sie je gemacht hatte. Sie war sehr schlank, daher schlich sie sich durch die Gitter der Kerker, da sie nicht bewacht waren, in das Schloss und zur Schatzkammer. Dort fand sie die schönsten Dinge die sie je gesehen hatte. Sie fing ganz vorne an ihren Beutel zu füllen, aber als ihr Beutel voll war und sie gerade heraus wollte, schritten mehrere Ritter herein und umzingelten sie. Sie führten die Diebin zu ihrem König und er verlangte eine Todesstrafe für dieses Verbrechen. Er sprach, sie solle an einem Pfahl gekettet einem Drachen zum Opfer werden und bis dahin werde sie in den Kerkern hungern und leiden. Nachdem der König das gesagt hatte, brachten sie Tamara in die dreckigen, feuchten Kerker. Tamara versuchte sich zu wehren, aber es waren zu viele.

In ihrer Zeit im Kerker hungerte und leidete sie, wie der König gesagt hatte. Sie träumte immer, wie sie von einem Drachen verbrannt wird und wachte immer wieder Schweiß gebadet auf. Sie wusste nie, ob es Tag oder Nacht war, aber das war ihr egal. Wenn sie nicht schlief hockte sie nur auf dem kalten Kerkerboden und starrte die leere Wand an. Sie wollte einfach nur raus. Sie hoffte, dass man sie vergessen hatte. Aber so war es nicht. Nach einem halben Jahr, so kam es ihr vor, wurde sie von mehreren Soldaten geholt. Sie brachten Tamara raus aus der Stadt auf einen Berg, auf dem der König schon auf sie wartete, mit persönlichem Publikum. Zwei von den Soldaten ketteten sie an einen hohen Pfahl aus Holz. Dann sprach der König zu allen: „Nun werdet ihr Zeuge, wie jemand für sein schreckliches Verbrechen mit dem qualvollen Tod bestraft wird, durch das Feuer eines Drachen!“ Aus einer Höhle im Berg kam auf einmal ein tiefes Schnauben und es folgte ein Feuerstrahl, der bis zu ihnen nach oben noch zu spüren schien. Der König ging mit seinen Soldaten und dem Publikum wieder in die Stadt und sie ließen Tamara allein.

Aus der Höhle kam ein tiefes Grollen und sie hörte, wie sich die Krallen des Drachens in die Bergwände gruben. Er kletterte bis zu ihr hinauf und oben stand vor ihr ein pechschwarzer, großer Drache. Sie schaute unerschrocken in sein dunkles, finsteres Gesicht und er stoß aus seinen riesigen Nüstern große, graue Rauchwolken aus. Der Drache riss sein Maul weit auf und sie spürte wie die Flammen an ihr hoch krochen; als ob das Feuer ihr tausend brennende Küsse auf die Haut gab. Es brannte ihr sehr auf der Haut, aber sie biss die Zähne zusammen, dass sie nicht schrie. Als die Flammen ihr Gesicht erreichten und ihre Wangen berührten, als ob sie Tamara nur streicheln wollten, schloss sie ihre Augen. Doch in dem Augenblick, als sie dachte sie würde sterben hörten die Küsse des Feuers auf und sie öffnete vorsichtig ihre Augen. Vor ihr zuckte der Drache vor Schmerz auf dem Boden. Durch den Schmerz von dem Feuer sah sie nur verschwommen, aber direkt neben dem Drachen konnte sie eine dunkle Gestalt erkennen. Der Drache zuckte nicht mehr, doch er lag auf dem Boden und atmete ganz flach, bis dann auch sein letzter Atemzug in der Abendluft verschwand. Die Gestalt kam näher und sie konnte jetzt besser sehen. Es waren zwei wunderschöne Frauen in schwarzen Umhängen und mit pechschwarzen Augen. Sie spürte, das diese Frauen mächtiger sein mussten als jeder König dieser Welt. Denn sie hatten den Drachen gequält und getötet und vor ihnen hatte es noch niemand geschafft einen Drachen getötet. Sie standen nun vor ihr und lösten sie von den Ketten. Tamara fiel schlaff auf den Boden und ihre Augen fielen ihr zu. Die Frauen trugen sie zu einem alten Schloss und legten sie dort in einem der Zimmer, oben in dem Südturm, auf ein Bett.

Als Tamara erwachte, bemerkte sie dass sie ein weißes langes Kleid trug und es schien die Sonne durch das Fenster und sie sah, wie der Staub in den Sonnenstrahlen tanzte. Auf einmal öffnete sich die Tür und es kamen die zwei schönen Frauen herein mit einer dritten. Schnell schloss sie wieder die Augen und lauschte. Die Dritte von ihnen musterte sie missachtend und flüsterte zu den beiden anderen mit einer klaren Stimme: „Ihr seid euch sicher, dass sie die Richtige ist? Sie sieht so normal aus.“ Doch die anderen widersprachen ihr. „Sie ist es. Sie starb fast durch den schwarzen Drachen, wie es in der Botschaft hieß. Sei unbesorgt Schwester“ sagten sie und verließen wieder das Zimmer, denn sie hatten nicht bemerkt, dass Tamara wach war und alles mitbekam. Sie war geschockt. Sie solle für etwas bestimmt sein. Und da wusste sie, weshalb sie gerettet wurde. Nur deshalb, dachte sie und stand auf. Sie rüttelte erst an der Tür, doch die geheimnisvollen Frauen hatten sie verschlossen. „Verschlossen!“ murmelte sie, also beschloss sie, sich in dem Zimmer ein bischen mehr umzuschauen. Neben dem Fenster hing ein kleiner Spiegel und als sie hinein schaute, erschrak sie. Sie sah im Spiegel keine Frau mit einem von Feuer verstelltem Gesicht, das sich an ihre Wangen geschmiegt hatte. Nein sie sah einer wunderschönen Frau entgegen und in dem Gesicht im Spiegel war keine Narbe oder Brandverletzung zu sehen; es war makellos. Tamara konnte nicht ganz glauben was sie da sah und fuhr sich übers Gesicht. Sie hatte glatte, makellose Haut in ihrem Gesicht. Sie betastete den restlichen Körper, aber sie spürte am ganzen Körper nur diese weiche, glatte Haut. Was waren diese Frauen? fragte sie sich und überlegte, ob sie über das Fenster fliehen solle. Doch als sie heraus schaute waren zwischen ihr und dem Boden mehrere Meter und das Schloss hatte einen tiefen Wassergraben. Auf einmal kam ihr eine Idee! Sie konnte doch in den Graben springen. Sie wollte weg von diesen Frauen, also stieg sie auf den Fenstersims. Sie schaute hinab in die Tiefe und sprang. Sie fiel, nach ihrem Gefühl, sehr lange und auf einmal tauchte sie ins Wasser unter. Sie sank erst tief, doch als ihre Füße den Grund leicht mit den Spitzen berührten, schwamm sie nach oben. Sie stieg schnell aus dem Wasser und lief in den Wald,ganz in der Nähe. Sie lief so lange, bis sie glaubte, dass ein großer Abstand zwischen ihr und dem Schloss sei. Sie verschnaufte eine Weile und suchte Schutz in einer Höhle, als es anfing zu regnen.

Die drei Frauen hatten ihr Verschwinden schon bemerkt und als sie aus dem Turmfenster des Südturms hinunter schauten, kam ein junger Mann, ungefähr in Tamara's Alter, herein. Er verbeugte sich vor ihnen und sagte: „Ich sollte zu euch kommen?“ „Ja“sagte eine von ihnen „Wir haben sie gefunden.“Er nickte und ging wieder. Er machte sich auf den Weg zu Tamara.

Der Regen hatte inzwischen aufgehört und Tamara zog weiter. Sie kam in ein Dorf und ging durch einen vollen Wochenmarkt. Auf einem Tisch lag ein Beutel voll Geld und sie schnappte sich ihn unauffällig. Mit dem Geld bezahlte Tamara im Wirtshaus für ein Zimmer. Sie schaute sich noch ein wenig im Dorf um und alle starrten sie an, da sie sich wegen ihrer makellosen Haut von ihnen so unterschied, doch es gab niemanden den sie kannte. Als sie wieder in dem Wirtshaus war und an die Bar setzte, sah sie ihn. Er war wunderschön mit seinen kastanienbraunen Augen, dem pechschwarzen langen Haar und sein Körper, hatte sie das Gefühl, war perfekter als ihr eigener. Er kam direkt auf sie zu. „Hallo.... ähhm, ist neben dir noch frei?“ Sie nickte stumm und er setzte sich neben sie. Er bestellte nichts und Tamara nippte an ihrem Bier. Da fiel ihr etwas auf. Sein Körper ähnelte sehr dem der Frauen, doch er wirkte menschlicher mit seinen natürlichen Augen und dem normalen Körper. Doch er war anders, denn seine Haut war bleich wie Schnee und er hatte keine einzigen Hautmerkmale. „Tut mir leid, dass ich mich nicht vorgestellt habe. Ich bin Eddsam, und wie heißt du?“ Eddsam riss sie aus ihren Gedanken und sie sagte leise: „Tamara“.  „Hallo Tamara.“ sagte er und grinste sie an. Sie unterhielten sich lange, bis Tamara müde war und beschloss ins Bett zu gehen. „War nett mit dir. Wo schläfst du eigentlich. Du könntest doch mit in mein Zimmer kommen....“  „Ich schlafe nie.“sagte er. „Sieht man dir aber nicht an.“ sagte sie und ging hoch. Als sie fast oben war, rief Eddsam ihr noch hoch: „Ich warte hier auf dich, ja?“ Sie nickte leicht und ging ins Bett.

Vor ihr stand Eddsam und grinste sie wie am Abend an und sie lachten miteinander. Kurz danach kam er mit seinem Gesicht ihrem immer näher, als ob er sie küssen wollte und sie neigte sich ein wenig zu ihm vor. Doch auf einmal verwandelte er sich in den pechschwarzen Drachen vom Berg und er speihte Feuer. Hinter ihm erschienen die schwarzen Frauen und in ihren tiefschwarzen Augen spiegelten sich die Flammen, wie sie fröhlich tanzen. Sie lächelten Tamara zu und sahen dabei zu,wie sie bei lebendigem Leib verbrannte.

Sie schrie und wachte in dem Moment schweißgebadet in dem Bett auf. Sie zündete eine Kerze an und sah sich im Zimmer um. Es war leer, bis auf das Bett und einem Tisch mit zwei Stühlen. Sie schaute sich ihren Körper an, doch er war genauso wie am Abend zuvor. Erleichtert ließ sie sich ins Bett fallen. Doch ihr Gefühl sagte ihr, dass Eddsam mit diesen Frauen mit den schwarzen Augen zu viel gemeinsam hat und beschloss am nächsten Tag von ihm Abstand zu halten. Sie pustete die Kerze aus und schlief wieder ein. Am nächsten Tag ging sie vorsichtig die Treppe herunter und hielt Ausschau nach Eddsam. Er war nicht zu sehen, also setzte sie sich an die Bar und bestellte ein Glas Wasser. In dem Moment ging die Tür auf. Tamara erschrak und dachte es sei Eddsam, also nippte sie weiter an ihrem Wasser und sah nicht nach hinten. Da sprach sie jemand von der Seite an: „Hi,ich bin Jack........ Warson. Ist der Hocker neben dir noch frei?“ Sie drehte sich zu ihm um. Es war nicht Eddsam, doch sie mochte ihn sofort. Er hatte rotbraune zerzauste Haare und seine Augen waren so blau wie der Nachthimmel. Jack war anders als Eddsam, das wusste sie genau. „Klar..... Tamara.Tamara Klearson.“ Er setzte sich neben Tamara und bestellte sich auch ein Wasser. „Hast du Hunger? Ich könnte uns ein Rührei bestellen.“ Sie nickte stumm und er bestellte ihnen ein Rührei mit zwei Gabeln.  „Hier“ sagte er und teilte das Rührei und drehte den Teller, sodass die größere Hälfte auf ihrer Seite war. „Nimm ruhig“ Sie nahm sich eine von den Gabeln und aß ihr Ei schnell auf. Sie hatte Schmetterlinge im Bauch. Er war anders, dachte sie und schaute Jack beim Essen zu. „Du hattest aber großen Hunger“ sagte er, nachdem er fertig war und riss sie aus ihren Gedanken. „Ähhh ja“sagte sie. Auf einmal ging die Tür ein wenig auf, doch Tamara war zu vertieft in ihr Gespräch mit Jack, um dahin zu gucken. In der Tür stand Eddsam. Er starrte auf Tamara und Jack. Er schloss die Tür leise hinter sich und ging. „Was bist du eigentlich so von Beruf?“fragte sie ihn. „Waffenschmied... Hey weißt du was, du kannst doch mit zu mir nach Hause kommen. Ich glaub nicht, dass du gefährlich bist, außerdem wohne ich alleine und dann musst du deine Unterkunft nicht mehr bezahlen.“ sagte er, beugte sich ein wenig zu ihr und fuhr im Flüsterton fort, „Warum bist du eigentlich hier? Ich mein ich hab dich hier vorher noch nie hier gesehen.“ Sie guckte sich kurz im Raum um und flüsterte dann: „Erzähl ich dir, wenn wir bei dir sind.“ Sie meldete sich beim Wirt kurz ab und sie gingen zu Jacks Haus.

Es war weiß mit kleinem Vorgarten, in dem eine kleine, schwarze Katze lag und ihr Fell säuberte. Er öffnete das knarrende Gartentor und sie gingen ins Haus.“Wow! Wie kommst du denn zu so einem feisten Haus? Verdienen Waffenschmiede etwa so viel?“ Er lachte. „Nein, hab ich von meiner Tante geerbt. Ihr Mann war Soldat, ist aber im Krieg gestorben und sie erbte alles..... Also weshalb bist du hier?“Sie seufzte. „Ich bin Diebin. Und wollte den König bestehlen, weil er so schrecklich zu allen im ganzen Königreich ist; außer zu den Reichen. Naja, da wollte ich ihm eine Lektion erteilen. Sie schnappten mich beim Klauen und ich wurde mit der Todesstrafe bestraft. Sie ketteten mich an einen Pfahl, auf einem Berg in dem ein Drache lebt... lebte, und ich starb auch fast durch das Feuer, aber zwei Frauen mit schwarzen Augen hatten ihn irgendwie naja.....verhext. Sie quälten ihn bis er starb. Nachdem sie mich abgekettet haben, brach ich in mich zusammen und sie brachten mich in eine alte Burg. Ich bekam mit wie sie sagten, dass ich für etwas bestimmt sei, also bin ich in den Wassergraben vom Turmfenster aus gesprungen und bin weggelaufen und naja..... jetzt bin ich hier.... Gestern lernte ich einen Typen kennen, Eddsam, er erinnert mich an diese Frauen. Ich hatte von ihm einen Albtraum, also nahm ich mir vor ihm aus dem Weg zu gehen..... Bevor ich ins Bett ging meinte er auch, dass er auf mich warten wird........“ „Wie sah er aus?“ fragte Jack auf einmal. Diese Frage verwirrte Tamara. „Warte, du glaubst mir das?!..... Naja, er hatte langes schwarzes Haar, braune Augen und seine Haut war ganz glatt“ Er seufzte: „Er kam heute auch,als wir geredet haben.“ Sie war kurz geschockt, aber es war ihr dann auch egal, denn sie hatte jetzt ja Jack.

Sie blieb bei ihm und sie verliebten sich auch in einander. Sie heirateten und sie wurde sogar schwanger. Eines Tages kam Tamara von ihrem Einkauf auf dem Markt zurück. Sie klopfte erst und wunderte sich, dass Jack ihr nicht aufmachte, also schloss sie die Tür auf. Sie ging ins Wohnzimmer, um die Einkäufe abzustellen und nach ihm zu gucken. Doch als sie im Wohnzimmer stand erstarrte sie und starrte ganz aufgelöst auf den Boden. Vor ihr auf dem Boden lag Jack tot und an seiner Stirn lief noch Blut herunter. Ihre Sachen fielen ihr aus der Hand und Tränen liefen ihr die Wange runter. Sie kniete sich hin und legte seinen Kopf in ihren Schoß. Zärtlich streichelte sie durch sein rotes Haar. Da kam ihr ein Gedanke und wurde wütend. Sie verdächtigte die schwarzen Frauen mit den schwarzen Augen und Eddsam. Da fiel ihr etwas ein. Es gibt nichts mehr, was sie hier hält, also nahm sich Tamara einen Beutel und füllte ihn mit den Dingen die notwendig waren. Als sie alles hatte, gab sie ihrem Mann noch einen leichten Kuss auf die Stirn. „Mach's gut.... Ich liebe dich und das wird immer so sein.“ flüsterte Tamara und verließ ihn, für immer. Aber sie würde ihn niemals vergessen. Niemals.

Draußen war es kalt und es stürmte und regnete, also ging Tamara erst mal in das Wirtshaus, um sich aufzuwärmen. Drinnen war viel los und sie setzte sich zwischen zwei Männer an die Bar. Einer der beiden erzählte gerade eine Geschichte, doch als er sie sah unterbrach er die Geschichte und guckte sie an. „Tamara ähm.... geht es dir gut? Tut mir leid mit Jack... Ich hab gesehen wie so ein Mann rein gegangen ist und danach hat man Jack schreien hören; ich glaube sie haben gekämpft. Der Mann kam raus und hatte Blut an seinen Fingern.“ Sie schaute ihn traurig an. „Danke,Mike. Ja es geht mir schon gut... Ich glaub ich weiß auch wer das war. Wie sah er denn genau aus.?“ Mike zuckte mit den Schultern und sagte: „Na... Er hatte schwarzes Haar, braune Augen.... Ach ja seine Haut... Sie war so.... so....“ „So glatt und perfekt“ beendete Tamara seinen Satz. „Ja an ihn hatte ich auch gedacht.“ Da sagte Mike auf einmal: „Warte... Ich hab mal so eine Geschichte gehört. Von Frauen mit so einer ähnlichen Haut. Ihre Haut war auch so makellos.“ Bei den Worten Frauen mit ähnlicher Haut wie Eddsam horchte sie auf. „Sagtest du gerade Frauen mit glatter Haut? Erzähl mir die Geschichte!“ sagte sie und packte Mike grob am Arm. „Ist ja gut!“ sagte er und begann zu erzählen: „Ich habe gehört, dass es Frauen gibt mit glatter heller Haut, schwarzen Augen und ihre Stimmen sind sanfter als die eines Engels. Schattenhexen. Sie sollen einen Trank brauen, der Tote wieder zum Leben erweckt und einen zu der mächtigsten Person der Welt macht. Er brodelt jeden Tag und diese Schattenhexen geben immer an ihre nächste Generation den Auftrag, ihn zu beenden. Doch ihnen fehlt für ihren Trank nur eine Zutat. Es heißt, sie bekamen eine Botschaft, in der hieß es...“ Mike hustete kurz und trank einen Schluck Bier. Danach erzählte er weiter: „In der hieß es, dass es eine Frau geben würde. Eine mutige, wunderschöne Frau. Sie sollte durch das Feuer eines schwarzen Drachen, ein Drache aus der Hölle, sterben. Sie sollen sie retten und von ihr das Kind, es darf nicht älter sein als ein Jahr, das fehlt ihnen... Falls sie ihr Kind nicht bekommen, so heißt es, werden sie immer wieder nach ihren Nachfahren suchen, bis sie ein Kind aus der Familie haben und ihren Trank damit beenden können...... Ich glaube natürlich nicht an solche Märchen, du Tamara? Tamara?“ Tamara war kreidebleich geworden und brach fast in sich zusammen. „Ich muss hier weg!“ sagte sie, schnappte sich einen Umhang von der Garderobe und lief hinaus. Dafür bin ich also bestimmt, dachte sie und strich zärtlich über ihren Bauch. „Ich werde dich retten, das verspreche ich.“ flüsterte sie und lief in den Wald.

Sie wollte an keinem Ort bleiben, denn dafür hatte sie zu große Angst um ihr Kind und sie blieb nicht länger als für drei Tage in einem Dorf. Doch mehrere Monate später konnte sie nicht mehr und ließ sich in einem Dorf mit großem Hospital nieder. Eines Tages kam das Kind und sie wurde schnell in das Hospital gebracht. Es wurde ein Junge und sie nannte ihn, wie seinen Vater, Jack. Um sich zu erholen, blieb sie mit Jack noch eine Weile im Dorf. Doch nach sechs Monaten zog sie mit ihm weiter, denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Schattenhexen ihren Sohn noch holen, war noch zu groß. Endlich rückte sein erster Geburtstag immer näher und als er endlich ein Jahr alt wurde, blieben sie zur Feier in dem Dorf. Tamara war glücklich. Sie hatte es geschafft ihren Sohn zu retten. Also blieben sie in dem Dorf. Doch da fiel ihr noch etwas ein. Mike sagte, dass sie nach den Nachfahren suchen würden bis sie das haben was sie wollten. An Jacks achtem Geburtstag dachte sie immer noch an ihre Nachfahren, die in großer Gefahr sind, doch da bekam Tamara eine Idee. Sie schrieb auf ein Stück Pergament eine Warnung für Jack, die immer an die nächste Generation gereicht werden soll. Sie schrieb:

Ich, Tamara, brachte mich und euch, meine Nachkommen, in große Gefahr. Durch mein Handeln bin ich Schuld das ihr alle in Gefahr seid. Daher bitte ich euch meinen Rat zu befolgen. Traut niemandem der sich verdächtigt benimmt und zieht weg, wenn es nicht anders geht. Ich bitte euch nochmals um Verzeihung. Ich wusste nicht, dass es so passieren würde.

Sie rollte es zusammen, steckte es in eine kleine, blaue Ampulle und band die Ampulle an ein Lederband. „Jack!“ rief sie und er kam zu ihr gerannt, „Lies den Inhalt nach meinem Tod, ja. Ich will, dass du es immer bei dir trägst und versprich mir es an deine Kinder zu geben und sie sollen es auch weiter geben, ok?“ Jack nickte und sagte: „Mach ich, Mami, ich verspreche es dir.“ Ihr liefen Tränen über die Wange. „Mami, wieso weinst du?“ fragte er. „Weil ich dich liebe, weißt du das?“ sagte sie, nahm ihn in den Arm und strich ihm durch sein rotes Haar. Doch auch die Schattenhexen wussten schon von Tamaras Sieg und bereiteten sich schon einmal darauf vor, dass es nicht leicht sein würde, sie zu überlisten. Denn sie werden nicht einfach so aufgeben. Nein, sie werden weiter kämpfen, wie Tamara. Möge der bessere gewinnen.

Kommentar

Fjalra am 6. Januar 2017

Eine richtig schöne Märchengeschichte! Sehr fantasievoll!!