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Recklessfan

Der Weihnachtsdieb

Es war kurz vor Heiligabend und alle in Dertville waren in Weihnachtsstimmung. Sogar die Bäckerin Nina. Sie backte in dieser Zeit am meisten, weil die Bewohner der Stadt zur Weihnachtszeit viel Gebäck aßen. Am frühen Morgen, als sie noch nicht mal zehn Minuten offen hatte und die Bäckerei weihnachtlich schmückte, kam Mrs Morben herein gestürmt. Sie sagte: „Liebe, liebe Nina! Sag mir, das du noch welche von deinen leckeren Nuss-Nougat-Ecken hast. Meine kleinen Kinder  jammern mir die Ohren die ganze Zeit voll das wir keine haben. Und?“ Ruhig stieg Nina von der Leiter herunter „Keine Sorge Mrs Morben. Ich gebe ihnen genug Ecken für ihre Kleinen mit.“ sagte sie. „Ich hol ihnen eine große Keksdose voll mit Ecken aus der Küche und bring gleich noch für uns Punsch und ein Teller Plätzchen.“ Und sie verschwand in der Küche. Während Nina in der Küche war, setzte sich Mrs Morben an einen Tisch und sah sich um. In einer Ecke stand ein mit neuem Gebäck dekorierter Tannenbaum und daneben stand ein Schild mit der Aufschrift: 'Zum Probieren!' Es hingen auch Christbaumkugeln in den schönsten Farben von der Decke und in den Schaufenstern rieselte es künstlichen Schnee. „Weihnachtlich hier, oder?“ sagte Nina, die vollbeladen aus der Küche kam. „Hmm“, sagte Mrs Morben, die noch immer auf den falschen Schnee starrte, „sehr gemütlich“. Sie folgte ihrem Blick und lächelte, zufrieden damit die Leute mit ihrer Deko zu beeindrucken. „So“, sagte Nina, stellte die Sachen auf dem freien Tisch neben ihr ab und setzte sich auf den freien Stuhl neben Mrs Morben. Sie gab ihr die Dose und nahm ein Schluck Punsch. Mrs Morben biss von einem Plätzchen kurz ab und öffnete die Dose. Doch die Dose war leer.Verdutzt zeigte sie die Dose der ahnungslosen Nina, die vor Schreck ihre Tasse mit Punsch fallen ließ. „Wieso sind da keine Ecken drin?“, fragte sie vorsichtig. „Ich.. ich hab wahrscheinlich nur eine leere Dose genommen.“, sagte sie. „Aber ich hätte gedacht, dass ich sie heute früh gefüllt habe.“ Also ging sie in die Küche mit der leeren Dose und suchte nach einer vollen. Doch da war keine. Alle Keksdosen für Weihnachten waren leer.

Mit ganz verweinten Augen kam sie aus der Küche. Hinter der Theke waren noch alle Kuchen, Torten und ähnliches da. Als sie wieder bei Mrs Morben war nahm sie Nina erst mal in den Arm. „Was ist denn los Nina?“ fragte sie. „Es... es.. sind gar keine...“ fing Nina an und schluchzte. „Was ist da nicht ?“ fragte Mrs Morben und Nina fing wieder an: „Kekse, Ecken, Stollen. Alles war weg, obwohl ich heute extra nach gebacken habe“. Und sie fing wieder an zu schluchzen. „Ach Nina,“, sagte Mrs Morben und strich ihr über den Rücken, „komm,ich ruf jetzt erst mal die Polizei und die wird schon unseren Weihnachtsdieb finden. „Hmm...“ murmelte Nina und knabberte an einem von ihren letzten Plätzchen. Sofort rief Mrs Morben die Polizei und in Kürze war die Küche abgesperrt und wurde untersucht. „Also unser Weihnachtsdieb war klein und hat eine große Spur aus Glasur und Streuseln im Hinterhof hinterlassen.“ sagte ein Polizist, der gerade aus der Küche kam, „Aber nach ein paar Metern verlieren wir die Spur. Tut mir echt leid, Nina. Mehr können wir auch nicht tun also noch eine schöne Weihnachtszeit.“ Und alle Polizisten packten zusammen und gingen. „Schöne Weihnachtszeit.“ sagte auch Mrs Morben und ging nach Hause.

Nina wischte erst mal die Scherben ihrer Tasse weg und räumte den Tisch ab. Inzwischen hatte sich eine lange Schlange vor Ninas gebildet, aber Nina hing erst mal ein Schild ins Schaufenster mit der Aufschrift: 'Kein Weihnachtsgebäck!' Dann stellte sie sich an die Theke und bediente alle die sie bedienen konnte. Am Abend, als ihre letzten Kunden gegangen sind hing sie das 'Geschlossen' Schild an die Tür und fing an aufzuräumen. Als auf einmal ihr Freund Fridolin an der Tür klopfte. Schnell machte sie ihrem Freund auf. Er hatte um seinen Mund Schokoladen und Zitronen-Glasur und bunte Krokant- und Schokoladen-Streusel. „Was hast du denn gemacht?“ fragte Nina forsch. In dem Moment fing Fridolin an zu weinen. „Ich... ich... war.. d.. d.. das“ schluchzte er. Da musste Nina nochmal nachfragen: „Was warst du?“ Und da ging Nina ein Licht auf. Ihr Freund Fridolin ist der Weihnachtsdieb! „Aber wieso?“ fragte sie ihn und er erzählte ihr die ganze Geschichte: „Naja, ich hatte so großen Hunger, aber ich hatte kein Geld mehr und ich wurde aus meiner Wohnung geschmissen. Also bin ich ein bischen durch die Stadt gegangen. Da kam mir dieser leckere Geruch aus deiner Küche entgegen und ich hab dann durch den Hinterhof gesehen, dass du nicht drin bist, also hab ich alles aufgegessen. Als ich gerade ein paar Plätzchen essen wollte, hörte ich das du kommst. Also bin ich schnell durch die Hintertür wieder raus. Es tut mir ja so leid, aber ich hatte so einen Hunger. Verzeih mir, Nina.“

Erschrocken starrte Nina ihn an. „Aber wieso bist du nicht zu mir gekommen, Fridolin? Ich hätte dir doch geholfen.“ Fridolin fing wieder an zu schluchzen: „Es tut mir ja so leid ich war so dumm bitte verzeih mir.“ Da bekam Nina eine richtig gute Idee! „Ich hab da ne Idee! Solange du keine neue Wohnung hast wohnst du in meinem Gästezimmer und damit du Geld verdienst stelle ich dich hier erst mal ein. Und morgen früh werden wir erst mal das ganze Weihnachtsgebäck nach backen.“ Überrascht schaute er Nina an: „Das.. das.. das würdest du wirklich machen? Obwohl ich dein ganzes Weihnachtsgebäck gegessen habe?“ „Klar.“ sagte sie. „Wir sind doch Freunde“ und strahlte ihn an. Auf einmal kam ein komisches Grummeln. „Man hab ich Hunger“ sagte Nina und zwinkerte ihm zu, „Wollen wir Abendbrot essen?“ Fridolin nickte und sie gingen zusammen in Ninas Wohnung über der Bäckerei. Dort aßen beide oder  Abendbrot und planten für den nächsten Tag. Als beide dann müde wurden, richtete Nina mit Fridolin ihr Gästezimmer für ihn ein und sie gingen beide müde ins Bett.

Am nächsten Morgen frühstückten sie gemeinsam und gingen erst mal die vielen Zutaten für das ganze Weihnachtsgebäck einkaufen. Sofort fingen sie an Christstollen, Plätzchen, Nuss-Nougat-Ecken und noch viel mehr nach zu backen. Sie hatten ganz viel Spaß und immer mehr Leute bekamen doch ihr Weihnachtsgebäck. Am Nachmittag kam auch Mrs Morben wieder und kaufte zwei große Keksdosen mit Nuss-Nougat-Ecken. Bis Heiligabend hatten die beiden so viel gebacken, sodass jeder in der Stadt an Heiligabend genug Gebäck hatte. Zwischendurch hatte Fridolin mit seinem Erspartem auf dem Markt einen kleinen Tannenbaum gekauft und in die Wohnung gestellt. Nina hatte den kleinen Baum dann mit ihren schönen Christbaumkugeln, Schokolade und Lametta geschmückt.

An Heiligabend zündeten sie den Kamin an und machten ein schönes Festmahl mit Fleisch, Kartoffeln und leckeren Salaten. Danach setzten sie sich aufs Sofa, aßen das restliche Gebäck und packten Geschenke aus. Nina hatte Fridolin ein Backlernbuch geschenkt und ganz viele Krimis. Fridolin hatte mit seinem Rest von seinem Erspartem Nina eine große Küchenmaschine und eine Schüttelbackform gekauft. „Eine Schüttelbackform! Die sind doch so teuer. Ach Fridolin...“, sagte sie und umarmte ihren kleinen Freund. Außerdem bekam sie noch ein Armband mit einer Kette an denen kleine Backschüsseln, Rührbesen und Kuchen hingen. Als alles ausgepackt und aufgegessen war, lagen sie satt, aber glücklich auf dem Sofa. Da sagte Fridolin: „Weißt du was? Das war mein aller schönstes Weihnachten. Danke.“ Glücklich sahen sich die beiden an und schliefen schon bald auf dem Sofa ein. Am nächsten Tag gab es sehr viel für die beiden zum aufräumen, aber sie machten sich sofort an die Arbeit. Denn sie waren glücklich.

3 Kommentare

Waldelfe am 11. Januar 2017

Die Geschichte ist toll! So richtig weihnachtlich!

Meggie:D am 26. Februar 2015

Ach wie schön. Und danke für den witzigen Chat gerade mit dir

Plimaus am 26. November 2014

Das ist sooo eine schöne Geschichte!!! Vor allem das Ende ist einfach nur toll!