X

Staubfingers Lehrling

Der wahre Herr der Diebe

Kapitel 1: Ich bin ein Waisenkind

Hallo zusammen, hier die neue Geschichte. In der Geschichte geht es um Scipio als echtes Waisenkind. Wie er ein Waise wird, was dann passiert... und er wird sich verlieben. Allerdings wird es keine reine Liebesgeschichte, sondern eher etwas abenteuermäßiges mit einer zarten Liebelei zwischen zwei Jugendlichen. Das Mädchen, in das er sich verliebt ist nicht aus dem Buch, sondern von mir frei erfunden. Achja, vielen Dank für die lieben Kommentare, die inzwischen schon beim Flammenmädchen reingegangen sind, nächste Woche Montag gibts zwei neue Kapitel. Und ich hoffe auch hier auf viele Kommentare. Lob und Kritik! Lg Staubfingers Lehrling

Rauch.
Feuer.
Schreie.

Das waren die einzigen Dinge, die Scipio wahrnehmen konnte,
als er mitten in der Nacht aufwachte. Erst dachte er, er habe schlecht geträumt, doch als der Rauch ihn auch nach dem Aufwachen noch in die Nase biss, rannte er aus seinem Zimmer und dem Haus seiner Eltern.

„Es brennt! Es brennt!“, rief er durch die Straßen der Stadt Mestre. Sofort gingen überall Lichter an, Gardinen wurden zurückgezogen und Menschen kamen aus ihren Häusern gerannt.

Was sie vorfanden, erschrak sie zutiefst. Ein kleiner, vielleicht acht Jahre alter Junge, im Schlafanzug. Hinter ihm ein brennendes Haus. Eine junge Frau in einem rosa Nachthemd kam auf ihn zugerannt, und bei näherem Hinsehen erkannte der Junge, dass es seine Mathelehrerin, Frau Bresigo, war. Sie nahm ihn auf den Arm, fragte ihn erst, wo seine Eltern wären und sprach dann beruhigend auf ihn ein.

„Beruhig dich, Scipio. Alles wird gut. Mein Mann hat schon die Feuerwehr angerufen, die wird herkommen und deine Eltern retten und das Haus löschen. Es ist nichts Schlimmes. Alles wird gut.“ Doch nichts wurde gut. Die Feuerwehr kam, doch sie kam zu spät. Sie konnten weder das Haus, noch Scipios Eltern retten. Und plötzlich war Scipio ein Waisenkind.

Und niemand konnte etwas daran ändern.

Tränenüberströmt rannte ich über die Straße. Ich hatte mich losgerissen, war weggerannt, weg von meiner Lehrerin, weg von dem brennenden Haus. Ich wollte es nicht begreifen, wollte es nicht wahrhaben, dass meine Eltern nicht mehr lebten.
Doch es war so. Sie waren verbrannt.

Ich wollte nur weg, aber ein großer, breitschultriger Mann stellte sich mir in den Weg. Er sagte nichts zu mir, nahm mich nur wie ein kleines Kind auf den Arm, verfrachtete mich in ein schwarzes Auto und stieg danach selbst ein.

Ich wehrte mich heftig, kratzte den Mann, trat ihn und schlug nach ihm. Doch es nützte nichts. Er schien es nicht einmal zu spüren. Wir fuhren lange, und bald schon wusste ich nicht mehr,
wo wir waren. Mich überkam eine schreckliche Müdigkeit, doch ich wollte nicht schlafen. Stattdessen fragte ich den Mann, der noch immer kein Wort gesprochen hatte, wie er hieße und wohin er mich bringen würde. Aber statt mir meine Fragen zu beantworten, sagte er genau dasselbe, wie meine Mathelehrerin.

„Du musst dich beruhigen, Scipio. Es ist nicht so schlimm, wie es scheint. Ich bringe dich zu anderen Kindern und dort wird es dir gut gehen, auch wenn deine Eltern nicht mehr leben.
Und dann, wenn die Zeit gekommen ist, bekommst du eine neue Familie, die dich genauso liebt, wie es deine Eltern getan haben.“

Erst verstand ich nicht, wovon der Mann redete. Doch nachdem ich eine Weile überlegt hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Er will mich in ein Waisenhaus stecken!
Ich wollte nicht in ein Waisenhaus, schließlich hatte ich eine Familie…
Ja klar, eine TOTE Familie. Ich muss in ein Waisenhaus, weil meine Eltern tot sind!

Und erst in diesem Moment begriff ich wirklich, dass ich keine Eltern mehr hatte. Und dann fing ich an zu weinen und zu schluchzen, so laut, dass der Mann, von dem ich immer noch keinen Namen wusste, sein Auto am Straßenrand parkte und mich tröstete.

Und dann, als wir das Waisenhaus endlich erreichten, war ich schon eingeschlafen. Aber ich träumte nicht wie sonst von den schönen Dingen des Lebens, sondern von Trauer, Tod und Schmerz.

Nun wusste ich, woher der Ausdruck Angst und Schmerz machen erwachsen kam.

Kapitel 2: Die Adoption

 …Vier Jahre später…

Erschöpft und verschwitzt wachte ich auf. Ich hatte schon wieder einen Alptraum gehabt, und wieder kamen meine toten Eltern darin vor. Ich war noch immer nicht darüber hinweg, dass sie nicht mehr da waren, obwohl ihr Tod nun schon vier Jahre zurücklag.

Eine der Nonnen, die das Waisenhaus betreuten, riss mich aus meinen Gedanken.
„Scipio, jetzt zieh dich an. Und wasch dich gefälligst! Du stinkst! Heute haben sich einige Familien angemeldet, die auf der Suche nach Adoptivkindern sind, und sie sollen doch einen guten Eindruck von dir haben, oder?“
Es war mir egal, ob ich einen guten oder einen schlechten Eindruck machte. Ich wollte in keine neue Familie, ich wollte rein gar nichts. Trotzdem beugte ich mich dem Willen der Nonne,
ging ins Bad, wusch mich, kämmte meine Haare und zog mir ordentliche Klamotten an.
Eine schwarze Jeans und dazu ein hellblaues Poloshirt.

Dann ging ich in die Aula, um noch schnell etwas zu essen, bevor ich bei den Nonnen antreten musste, damit ich einer Familie vorgestellt werden konnte. Ich hatte keinen Appetit und saß wie immer alleine, denn ich hatte nicht das Bedürfnis, Freundschaften zu knüpfen. Ich brauchte niemanden, nur mich selbst.

Nachdem ich eine Weile lustlos auf meinem Toast herum gekaut hatte, ging ich schließlich in den Empfangsraum, wo schon zwei Pärchen und drei andere Waisen standen. Das eine Paar war noch sehr jung, um die 25, und schien sehr nett zu sein. Das andere war dagegen steinalt, bestimmt schon 50, und besonders freundlich sahen sie auch nicht aus.

Trotzdem setzte ich mein Engelslächeln auf, was immer sehr viel Eindruck schindete.
Dann wurden die anderen beiden Waisen aus dem Raum geschickt und ich wurde von den Paaren mit Fragen bombardiert.

Ich antwortete auf alles, sagte ihnen, dass ich Scipio heiße, zwölf  Jahre alt bin, dass meine Eltern bei einem Hausbrand gestorben waren und dann, als es schon so schien, als würden sie sich gleich prügeln, um so einen netten Jungen wie mich zu adoptieren, da sagte ich ihnen,
dass ich nicht adoptiert werden wollte.

Doch eine der anwesenden Nonnen sagte nur, dass ich das immer sagte, jedoch nicht ernst meinte. Ich wollte schon widersprechen, doch sie sah mich mit einem Blick an, der mich glatt hätte töten können und der mich dazu brachte, meinen Mund zu halten.

Ich wurde nun ebenfalls aus dem Raum geschickt, und nach einer geschätzten halben Stunde kam  eine der Nonnen wieder zu uns Waisen und sagte, dass sie endlich eine Familie für mich gefunden hatte.

Ich starrte sie nur entgeistert an. Ich hatte gesagt, dass ich keine Familie wollte, doch das hatte sie nicht interessiert. Und weil sie wusste, dass ich nicht freiwillig gehen würde, packte sie mich am Arm und schleifte mich in mein Zimmer, wo sie schnell meine Sachen zusammenpackte und mir dann den fertigen Koffer in die Hand drückte.

Dann zog sie mich wieder in die Empfangshalle, wo das jüngere Paar mich anstrahlte.
Ich brachte ebenfalls ein gequältes Lächeln zustande, dann nahmen mich die beiden zwischen sich und führten mich zu ihrem Auto, um mich zu ihnen nach Hause zu fahren, wo für mich ein neues, glücklicheres Leben beginnen sollte.

Doch da hatten sie sich geschnitten.

Kapitel 3: Flucht vor der neuen Familie

Ich würde mich von ihnen nicht zu einem Leben zwingen lassen, was ich nicht wollte.
Und deshalb nahm ich mein Schicksal zum ersten mal selbst in die Hand.
Während wir schweigend mit dem Auto zu meinem neuen Zuhause fuhren, schmiedete ich einen Plan, wie ich abhauen konnte. Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass ich mich in der Nacht wegschleichen musste, zusammen mit ein bisschen Geld, das ich mir klauen würde. Ich hatte schon öfter gestohlen, mit meinem Freund Eddie zusammen, bevor ich ins Waisenhaus kam.
Es waren zwar immer nur kleine Dinge wie Kaugummis oder Spielzeugautos gewesen, doch wir hatten uns nie erwischen lassen.

Das Auto kam mit quietschenden Reifen zum Stehen. Meine neue Mama, sie hatte mir gesagt, dass sie Nicole hieße und dass ich sie auch so nennen dürfe, falls ich nicht Mama sagen wollte, drehte sich zu mir um und sagte mit einem Lächeln auf den Lippen: „Willkommen in deinem neuen Zuhause.“ Dann stieg sie aus und nahm meinen Koffer aus dem Auto. Ich sagte die ganze Zeit nichts, und als ich das Haus sah, verschlug es mir echt die Sprache. Es war riesig, blau gestrichen und trotzdem irgendwie schlicht, nicht so wie die Villen der reichen Leute.
Unter anderen Umständen hätte ich mich dort sicher wohlgefühlt.

Nicole führte mich in das Haus, und von innen sah es noch atemberaubender aus. Alles war in hellen Beigetönen gehalten, doch wir hielten uns nicht lange im Erdgeschoss auf, sondern gingen geradewegs die Treppe hinauf ins obere Stockwerk. Dort öffnete Nicole eine Tür aus hellem Holz, und dahinter kam ein großes Zimmer zum Vorschein. Es hatte hellblauen Teppich und Wände in fast derselben Farbe. Im Zimmer standen neben einem coolen Jugendbett eine Reihe heller Schränke und Regale, die Regale mit Büchern gefüllt, die Schränke wahrscheinlich mit Spielen. Als ich das Zimmer, mein Zimmer, zu Ende betrachtet hatte, musste ich Nicole einfach anstrahlen, auch wenn ich es nicht wollte. „Das Zimmer ist einfach wunderschön. Ich finde es toll. Und das Haus auch. Es ist einfach alles so…“ Mir wollten einfach nicht die richtigen Worte einfallen.

„Ich weiß, und ich freue mich, dass es dir gefällt. Aber jetzt komm doch mit in die Küche zu Abend essen, und dann geht’s ab ins Bett. Alles andere besprechen wir morgen.“ Ich lächelte Nicole immer noch an, obwohl ich wusste, dass ich am nächsten Tag schon über alle Berge sein würde. Wir gingen wieder ins Erdgeschoss, wo mein neuer Vater, Frank, schon Nudelauflauf zubereitet hatte. Es duftete köstlich, und während des Essens sah ich mich unauffällig in der Küche um. Nach ein paar Minuten fand ich, was ich gesucht hatte. Eine Sparbüchse, so, wie sie bei uns Zuhause auch gestanden hatte, auf der in großen Lettern Urlaubsgeld stand. Ich hoffte, dass sich in dieser Dose genug Geld für eine kleine Reise finden würde. Ich hatte mein Ziel schon gewählt. Venedig. Eine große Stadt, in der es massenweise Verstecke gab und in der ich sicher auch auf andere Kinder in meinem Alter treffen würde. Und mich zu finden wäre auch nicht so einfach. Dort hätte ich endlich meine Ruhe. Nach dem Essen sagte ich meinen neuen Eltern Gute Nacht, dann ging ich auf mein Zimmer und überlegte, welche Klamotten ich anziehen sollte. Es war Sommer, und trotzdem wollte ich etwas Langes anziehen, damit ich in der Nacht nicht frieren würde.

Schließlich entschied ich mich für eine schwarze Jeans, ein graues T-Shirt und einen schwarzen Pullover. Dann packte ich eine Vogelmaske, die ich noch von Fasching hatte, in meinen Rucksack und legte mich ins Bett. Natürlich mit Klamotten, damit ich schnell weg konnte, wenn ich abhauen würde. Ungefähr drei Stunden, nachdem ich mich ins Bett gelegt hatte, kehrte allmählich Stille im Haus ein. Als ich sicher war, dass meine neuen Eltern schliefen, stand ich auf, schmiss mir den Rucksack über den Rücken und schlich aus meinem Zimmer in die Küche.

Dort nahm ich mir zuerst die Sparbüchse vor. Ich schüttelte sie, konnte aber kein Geräusch vernehmen. Da die Dose aber trotzdem etwas wog, war das ein gutes Zeichen, weil es hieß, dass sich Scheine in der Dose befanden. Ich entfernte den Verschluss und fingerte nach dem Inhalt der Dose. Ich fühlte viel Papier, noch ein gutes Zeichen. In der Dunkelheit konnte ich nicht erkennen, welchen Wert die Scheine in meinen Händen hatten, aber es waren viele. Also schob ich sie in meine Hosentasche und ging dann zum Kühlschrank. Ich öffnete ihn und nahm zwei Flaschen Wasser und ein paar Sandwiches raus, als Wegzehrung. Dann erinnerte ich mich daran, dass die Straßen Venedigs keineswegs sicher waren, und zog kurzerhand eine Schublade auf, in der ein Messer lag. Es war eine Art Dolch, den mein neuer Vater hier vor mir versteckt hatte.
Er hatte nicht gesehen, dass ich ihn dabei beobachtet hatte. Und dann, mit Essen, Trinken, einem Dolch, einer Maske und ein wenig Geld machte ich mich auf den Weg in ein neues Leben.
Auf den Weg nach Venedig. Und das, was mir dort widerfuhr, hätte ich nie für möglich gehalten.

Kapitel 4: Per Anhalter nach Venedig

Ich rannte nach draußen in die Nacht. Die Sterne leuchteten hell und ich konnte gut sehen, wo ich hinlief. Obwohl ich nicht wusste, wo ich war, versuchte ich den Weg zur Autobahn zu finden. Von dort aus wollte ich per Anhalter nach Venedig, auch, wenn meine Mama mir das immer verboten hatte. Mir kamen fast keine Menschen entgegen, und die, die ich sah, kannte ich zum Glück nicht. Langsam kam mir die Gegend, in der ich mich befand, wieder bekannt vor. Hier war der Park, in dem ich immer mit meiner Katze gewesen war. Als meine Eltern noch lebten…

Dort! Ein Schild, das die Autobahn ausweist! Ich rannte darauf zu und stellte mit Freude fest, dass es nur noch ein Kilometer bis zur Autobahn war. Den würde ich schnell hinter mich bringen und dann endlich bald in Venedig sein. Ich ging durch den Wald, der parallel zur Straße verlief, schließlich wollte ich nicht, dass die Polizei mich erwischte. Nach einer geschätzten halben Stunde, ich hatte doch tatsächlich meine Uhr vergessen, kam ich schließlich zur Autobahnauffahrt. Es waren auffällig viele Menschen unterwegs, es war doch mitten in der Nacht… Ich stellte mich mit ausgestrecktem Arm und nach oben zeigendem Daumen an den Straßenrand und wartete darauf, dass jemand anhielt. Lange Zeit passierte nichts, außer dass ich immer wieder dumm angeguckt wurde.Doch nach zwanzig Minuten hielt endlich jemand an. Es war eine junge Frau in einem schwarzen Ford. Sie ließ das Fenster auf der Beifahrerseite herunter und fragte mich, wo ich denn hinwollte.„Nach Venedig, Freunde meiner Eltern besuchen…“ Ich log ein wenig, damit sie nicht die Polizei rief. Ich überlegte schon, wie ich erklären sollte, dass es mitten in der Nacht war, aber da hatte die Frau schon die Beifahrertür geöffnet und mich hereingebeten.

Ich stieg freudestrahlend ein und bedankte mich bei ihr. Aber sie lächelte nur und erzählte mir dann, dass ihr Name Marie sei und wie sie einmal per Anhalter nach Frankreich gefahren war. Doch schon nach kurzer Zeit schlief ich ein.Ich wurde davon geweckt, dass der Motor nicht mehr brummte. Verwirrt schaute ich mich um. Es war dämmrig, und Marie war nicht mehr im Auto. Ich bekam Panik. Wo war sie? Was tat sie? Doch dann sah ich, dass wir an einer Tankstelle waren und sie gerade bezahlte. Ich wollte eigentlich auf sie warten, aber da fiel mir ein, was ich vorhatte und so sah ich mich im Auto nach Wertgegenständen um. Es lag nichts herum, doch im Handschuhfach fand ich eine goldene Armspange, für die ich sicher noch ein bisschen Geld bekommen würde.Ich schaute erneut zu Marie, dann steckte ich die Spange in meine Hosentasche zu dem Geld. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, denn etwas so Hochwertiges hatte ich noch nie geklaut. Doch ich ermahnte mich, dass ich das nun öfter tun würde, schließlich musste ich ohne Erwachsene und vor allem ohne entdeckt zu werden überleben. Marie stieg wieder in das Auto, drehte den Zündschlüssel um und startete den Motor erneut. Wir fuhren jetzt Landstraße, und nach weiteren zwanzig Minuten, in denen wir beide schwiegen, sah ich schließlich ein Schild am Straßenrand auftauchen. Venedig, 2km

Ich stieß einen leisen Freudenschrei aus. Marie schaute ich erst verwundert an, doch dann lächelte sie. „Du scheinst dich ja wirklich auf Venedig zu freuen. Fährst du in den Ferien oft dorthin?“ Ferien? Ich überlegte, was für ein Tag war, doch es wollte mir nicht einfallen. Schließlich schielte ich auf Maries Uhr und sah, dass heute der 11.08. war. In ein paar Tagen würde ich dreizehn Jahre alt werden…Marie sah mich noch immer erwartungsvoll an. Da fiel mir ein, dass sie mir eine Frage gestellt hatte. „Nein, ich war noch nie dort. Aber ich schwärme schon lange für diese Stadt. Und weil ich bald Geburtstag habe, möchte ich Venedig unbedingt einmal in echt sehen. Meine Eltern wollten ja eigentlich mitkommen, aber sie sind… verhindert.“Ich konnte ihr ja schlecht sagen, dass meine Eltern tot waren. Marie wollte gerade etwas dazu sagen, als vor uns auf einem Hügel eine Stadt aufragte. Sandfarbene Mauern und ein großes, dunkles Holztor, das ziemlich alt aussah. Wir fuhren über eine holprige Straße bis zu dem Tor. Davor standen zwei Wachposten, die uns ziemlich grimmig anschauten.„Name? Anliegen?“ Brummte der Eine und starrte uns an. Marie antwortete zuerst. „Mein Name ist Marie Anastasia Chantéz. Ich wohne in Venedig und komme aus dem Urlaub.“Dann war ich an der Reihe. Da ich aber meinen richtigen Namen nicht sagen konnte, lieh ich mir den meines Großvaters aus. „Mein Name ist Gregorio Antonio Maximiliano Benote. Ich möchte in Venedig Freunde meiner Eltern besuchen. Ich komme aus Matre.“

Die Posten öffneten das Tor und ließen uns passieren. Als wir außer Sichtweite waren, fragte mich Marie, wo genau ich hinwollte. Doch ich winkte nur ab und sagte, dass meine Familie es nicht gern sähe, wenn ich mit Fremden mitführe. Sie verstand mich, ließ mich aussteigen und fuhr dann winkend weiter. Ich sah mich staunend um. Um mich herum waren überall Leute und Gedrängel. Ich sah eine Frau, die ein kleines Mädchen ausschimpfte, weil es seine Eiswaffel fallen

Ich ging auf den kleinen Laden zu und öffnete die Tür. Hinter einem Tresen stand ein ziemlich streng drein guckender, mittelalter Mann mit rötlichem Haar, das schon von ein paar grauen Strähnen durchzogen war. Er schaute von seiner Arbeit auf und beäugte mich misstrauisch. „Was willst du hier, Kleiner? Mein Laden ist kein Spielplatz. Ernesto Barbarossa lässt nur Leute in seinen Laden, die Schmuck oder Geld mitbringen.“ Er wollte sich schon wieder abwenden, als ich, überheblich wie ich war, die goldene Armspange auf seinen Tresen knallte. „Was wollen sie dafür haben? Und versuchen sie nicht, mich übers Ohr zu hauen, mein Vater ist Goldschmied.“ Wieder eine Lüge, doch das konnte nicht schaden, wenn man nach mir suchen würde. Man würde nach einem gewissen Scipio, einem Waisenkind, suchen, aber nur einen Gregorio, dessen Vater ein Goldschmied ist, finden.Ernesto Barbarossa beäugte das Schmuckstück misstrauisch, doch als er eine Reihe Rubine darauf erblickte, hellte sich seine Miene auf. „Nun, ich denke, dafür kann ich dir 120 € geben. Die Spange ist noch ziemlich gut erhalten, und die Rubine holen schon eine ganze Menge raus…“ Ich fand den Preis gut, nickte und nahm das Geld entgegen. Dann verabschiedete ich mich und ging wieder hinaus. Und jetzt hieß es, neue Klamotten und einen Unterschlupf für die Nacht zu finden.

Bitte seid nicht böse, dass Scipio nach Venedig fahren kann, ich weiß, dass Venedig von Wasser umgeben ist, aber das wäre mir sonst einfach zu schwer zu schreiben gewesen mit Pass und so... hoffe ihr könnt mr das verzeihen :)

6 Kommentare

WeltenReiserin am 9. März 2017

Ich finde deine Geschichten toll, aber warum bentuzt du immer Cornelia Funkes Welten? (Nicht negativ gemeint)

Pauline am 6. März 2017

Echt super , sag mal bist du Fan von Herr der Diebe?

Yannick am 15. Juni 2016

super story! freue mich auf die fortsetzung

cool am 8. März 2014

Ich finde, dass es eine gute Geschichte ist. Du könntest später eine gute Autorin werden

Ice am 22. Januar 2014

Jaa, da muss ich Firelife einfach recht geben... Das klingt ziemlich cool... Ich hoffe, das nächste Kapi kommt bald.

Firelife am 24. Dezember 2013

Hey, du schreibst einfach klasse! Hab nicht mal bemerkt das es mit dem nicht klappen kann...