X

Lina

Der Geigenspieler

Anfang (von Lina)

Liebe Gästezimmerbesucher, hier habe ich einen kleinen Anfang einer Geschichte geschrieben! Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende... Wenn ihr Lust habt, schreibt sie doch zu Ende. Mein Ende ist schon fertig, aber ich wollte einfach mal sehen, was bei anderen in der Phantasie "schwebt". Also, viel Spaß beim Schreiben! Eure Lina

Immer auf dem Heimweg von der Schule sah ich ihn: Den Geigenspieler mit seiner alten, zerkratzten Geige.

Ich wusste nicht woher er kam oder warum er jeden Tag hier stehen musste um Geige zu spielen. Doch eins war klar. Dieser Mann war eher arm und er tat mir leid.

Manchmal wenn ich Geld dabei hatte, warf ich ihm etwas in seinen braunen Hut, der vor ihm stand. Er nickte mir dann freundlich zu und spielte seine meist traurigen Melodien weiter.

Doch eines Tages war er nicht mehr da. Einfach so. Nicht mehr da.

Der Geigenspieler (Fortsetzung von Fire)

hey ihr alle, und natürlich auch hey insa, hier meine fortsetzung von dem anfang, den lina reingestellt hatte. super idee, finde ich übrigens, ich hoffe, es schreiben noch mehr leute etwas dazu. ansonsten, ich freu mich über jeden kommentar, viel spaß beim lesen!

Immer auf dem Heimweg von der Schule sah ich ihn:

Den Geigenspieler mit seiner alten, zerkratzten Geige.

Ich wusste nicht woher er kam oder warum er jeden Tag hier stehen musste um Geige  zu spielen. Doch eins war klar. Dieser Mann war eher arm und er tat mir leid.

Manchmal wenn ich Geld dabei hatte, warf ich ihm etwas in seinen braunen Hut, der vor ihm stand. Er nickte mir dann freundlich zu und spielte seine meist traurigen Melodien weiter.

Doch eines Tages war er nicht mehr da. Einfach so. Nicht mehr da.

Es war ein Sommertag, einer dieser Tage, auf die man sich das ganze Jahe lang freut, um in der Sonne zu liegen, und an denen man dann feststellen musste, dass sie viel zu heiß waren, um irgentetwas, schon gar nicht die Sonne, zu genießen.

Ich kam von der Schule, meine Füße verbrannten beinahe auf dem Asphalt, doch in meinen Schuhen war es zu warm, und der Wind pustete witzlos die schwülen Luftmassen umher, statt eine ersehnte Brise zu spenden. Ich hatte mich gefreut, heute nach der Schule noch den Geiger zu sehen, mit seinem dunklen, wilden Bart, der viel zu widerspenstig für Rasierapparate schien.

Und nun war er nicht mehr da.

Ich suchte ihn, doch nicht wirklich in der Hoffnung ihn zu finden. Wäre er da gewesen, so hätte er hier gespielt, und seine Augen hätten wie jedes mal in die Ferne gestarrt, als wären sie weit weg, dort, wo seine wundersamen Klänge zu Hause waren.

Es gibt immer Menschen, nach denen niemand sucht. Manche sind so  unauffällig, dass niemand sie bemerkt, manche so unbeliebt, dass niemand sie vermisst und manche einfach so fremd, dass niemand weiß, wo man nach ihnen suchen sollte.

Ich lief eine Weile wahllos durch die Straßen und Gassen, doch natürlich fand ich ihn nicht. Es war seltsam. Ich war nicht die einzige, die durch die Straßen lief, etwas desorientiert und ohne Ziel. Mir fielen mit der Zeit immer mehr solche Menschen auf. Mit Aktentasche, Kinderwagen oder Terminplaner in der Hand, eigentlich im Stress, auf den Pfaden gewesen, die sie jeden Tag liefen, in ihrer undruchsichtigen Routine. Dem gewohnten Ablauf der Dinge folgend, doch dann plötzlich, war da etwas nicht wie immer gewesen. Die Fünf Minuten, die sie bei dem Geiger verweilt hatten, der sonst so unbemerkte, jedoch wichtige Kurzurlaub, die Fünf Minuten Entspannung, fehlten. Das Konzept ging nicht mehr auf.

Es war schwer zu sagen, ob sie tatsächlich den Geiger mit seiner Musik oder doch eher  ihre Normalität suchten. Fakt war, sie alle unterbrachen sich, und waren in der prallen Sonne auf der Suche nach dem fremden, geheimnisvollen Geigenspieler.

Es wurde ein ungewöhnlicher Nachmittag, den ich niemals vergessen würde. Im Laufe der Zeit wurden die Menschen immer mehr. Die Straßen rings um den Platz, auf dem der alte Mann so oft die Menschen entführt hatte, mit seinen Melodien, füllten sich. Kleine Kinder, die vom Kindergarten abgeholt wurden, liefen umher, gestresste Bürofrauen, Manager, Bauarbeiter, Fernsehredakteure, alte Frauen mit ihren zankenden Ehemännern, Jugendliche mit Stöpslen in den Ohren, Taxifahrer in ihren Wägen ohne Gäste.

Es gab auch immer Menschen, die zwar gesucht, jedoch nicht gefunden wurden. Das waren jene Menschen, die, ganz ohne es zu beabsichtigen, eine unauffällige, nicht wegzudenkende Spur in ihrem Umfeld hinterließen. Der Geigenspieler war einfach da gewesen, hatte seine Musik gemacht, mit seiner ganz besonderen Leidenschaft, und damit versucht, etwas Geld zu verdienen. Er hatte etwas Liebe, etwas Sehnsucht und etwas „Anderes“ in das Leben der Stadt gebracht. Hatte die Menschen verzaubert. Und nun war er fort, und niemand wusste wohin, und die Menschen irrten druch die Straßen, suchten ihn bin spät in die Nacht, auf den Gesichtern das Unverständnis für ihr eigenes Handeln geschrieben.

Es war kühl gewurden, und die Straßenlaternen spendeten verlorenes Licht, kalt und emotionslos. Die Welt war stumm, die wenigen Bäume erholten sich von der Hitze des Tages, die Autos schliefen, die Dunkelheit lag auf der Stadt und erstickte jedes Geräusch. Doch die Menschen schliefen nicht; unter den Straßenlaternen tummelten sie sich, sprachen gedämpfte Worte mit Fremden. Der Wind, der aufkam, spielte mit den verzückten Blicken, die gen Himmel sahen, als die Sterne zu schimmern begannen, und Menschen, die am Tage neben einander gestanden und dem Geiger zugehört hatten, kein Wort gesprochen, sich keines Blickes gewürdigt hatten, liefen schnellen Schrittes zusammen über den abkühlenden Asphalt und flüsterten, stellten Vermutungen auf und fest, wie wenig sie über ihn und über sich wussten. Ich war unter ihnen, ging mit ihnen Arm in Arm, als müssten wir uns trösten, doch eigentlich genossen wir es, Kontakt zu haben, stummen, unkomplizierten Kontakt zu Menschen, die wir nicht kannten. Wir suchten ihn lange, durchkämmten die nächtlichen Straßen und Plätze, und ließen keinen in der Stadt aus.

Natürlich war er nicht zu finden. Wo immer er war, er würde auf einem Platz stehen und auf seiner Geige spielen, die Augen irgendwo in die Ferne gerichtet, mit einem leisen Lächeln auf den Lippen, und er wusste, was in dieser Nacht hier geschah.

Ein Mann mittleren Alters, der neben mir lief und seinen Hund immer wieder ermahnen musste, nicht an Häuserwände zu pinkeln, beugte sich zu mir hinab und sagte nachdenklich:
„Weißt du was? Ich glaube, dieser Mann war nicht arm.
Er war der Reichste, den ich je kennen gelernt habe.“
Ich glaubte ihm.

Als ich mich am nächsten Morgen völlig übermüdet, mit Augenringen und schmerzenden Füßen und schon am frühen Morgen unter prallen Sonnenstrahlen, zur Schule schleppte, stand dort, wo bis vorgestern noch der Geiger jeden Nachmittag spielte, ein brauner, zerfledderter Hut, wie der, den er immer für Spenden vor sich stehen hatte, und er wurde von Tag zu Tag voller.

Ob es seiner war, oder ob ihn jemand anderes zum Andenken an diesen wundersamen, herzensguten Menschen dorthin gestellt hatten,  das werde ich wohl nie erfahren. Doch jedes mal, wenn ich auf den Straßen das Lächeln eines Gleichgesinnten jener Nacht einfangen kann, werfe ich ihm etwas Geld in den Hut.

Der Geigenspieler (Fortsetzung von Sonnenschein)

Hallo liebe Leser,  ich habe hier eine Forsetzung geschrieben. Ich finde, sie klingt ein bisschen wie ein Märchen, aber ich möchte gerne wissen, was ihr davon haltet. Ich hoffe sie gefällt euch. :)  

Immer auf dem Heimweg von der Schule sah ich ihn:

 
Den Geigenspieler mit seiner alten, zerkratzten Geige. Ich wusste nicht woher er kam oder warum er jeden Tag hier stehen musste um Geige zu spielen. Doch eins war klar. Dieser Mann war eher arm und er tat mir leid. Manchmal wenn ich Geld dabei hatte, warf ich ihm etwas in seinen braunen Hut, der vor ihm stand. Er nickte mir dann freundlich zu und spielte seine meist traurigen Melodien weiter.
Doch eines Tages war er nicht mehr da. Einfach so. Nicht mehr da.

 

Mit einem Lächeln hatte ich dies bemerkt. Denn ich war wohl eine der einzigen,
die wussten, wohin er verschwunden war. An ein Dankeschön von ihm kann ich mich noch erinnern und ich wusste jetzt ging es ihm gut. Ganz sicher. Und er würde mich immer in Erinnerung behalten, als die Person, die ihm den Rest seines Lebens geschenkt hatte.

 

Denn im Gegensatz zu so vielen anderen, die ihm aus Mitleid einige Münzen zugeworfen oder ihn entschuldigend angelächelt hatten, bin ich zu ihm gegangen, habe zugehört und geklatscht, als er die letzten Töne gespielt hatte. Mit einem erstaunten Gesichtsausdruck blickte er mich an und lächelte. Es war ein echtes Lächeln, eines deren Glanz man in seinen kastanienbraunen Augen sehen konnte, und kein einfaches Zucken mit den Mundwinkeln. Hinter diesem Glanz erkannte ich etwas, was einige nicht sahen. Sein Leben.

 

Seine Heimat sind die Straßen mit Ausblick auf die nahstehenden Häuser.

Seine Arbeit ist das Musizieren auf der Geige.

Seine Seele fühlt sich wohl.

Seine Familie…

 

Ja, was war damit?

 

In diesem Moment wusste ich ganz genau, was ich tun musste, wusste, was ihm in seinem Leben noch fehlte. Ich fuhr nach Hause und suchte im Rosenbeet meiner Eltern, die schönste rote Rose aus, die ich finden konnte. Dann stellte ich sie in eine Vase und wartete auf den nächsten Tag.

 

Im Morgenschimmer des darauffolgenden Tags fuhr ich in aller Seelenruhe zu dem Platz, an dem der Geiger saß. Er spielte bereits ein Stück, das den Tag ankündigen sollte. Den schönsten Tag seines Lebens. Der Geiger war erfreut mich zu sehen.

 

Heute gab ich ihm kein Kleingeld, zeigte kein Mitleid. Von mir erhielt er das Gegenteil, die schönste rote Rose und Freude. Sein Gesicht strahlte, als ich sie ihm gab. Dann packte er seine Geige in den Koffer, nahm die Blume der Liebe in die andere, murmelte: „Dankeschön“ und verschwand als Schatten im Sonnenlicht.

 

Zu der Liebe seines Lebens.

9 Kommentare

kitkat am 18. Oktober 2016

Voll schön, gefällt mir richtig gut. Auch mit der Idee mit dem weiter schreiben

mond am 22. August 2014

Das ist eine sehr interessante Idee mit dem weiterschreiben von anderen, Lina!!!

Lina am 18. Juni 2014

@ Sonnenschein und @fire: ich finde eure Fortsetzungen wunderschön Sie sind echt gut geschrieben und einfach klasse

Sonnenschein am 3. Juni 2014

Lina, ich finde deinen Anfang supertoll geschrieben, so dass mann toll eine Fortsetzung dazu schreiben kann auf so was muss Mann erst mal kommen. Und obwohl sie nicht lang war konnte ich mich gut in die Situation hinein versetzen. Fire, deine Fortsetzung hat mich echt nachdenklich gemacht. Du hast das alles sehr gefühlvoll und realistisch geschrieben. Trotzdem hat mich das ganze i-wie an ein Märchen erinnert, vielleicht weil in dieser Geschichte eine Botschaft steckt... Ich schreib auch ne Fortsetzung LG Sonnenschein

fire am 6. Dezember 2013

dankeschön @sura: du schreibst das auf, was dir einfällt, und dann schickst du das per mail an email@corneliafunke.com und gibst dem ganzen einen namen, bei dem du insa zeigst, dass es zu der geschichte gehört - und dann landest das iwann hier drin. ganz einfach also, mach ruhig, ich bin echt gespannt, was für eine idee du hast

Sura am 8. November 2013

Wow das ist ist echt gut, vor allem das Ende. Mir ist auch noch etwas eingefallen, aber ich weiß nicht, wie man das hier macht...

Franziska am 21. Oktober 2013

Ich finde auch das ist eine tolle Idee und die Fortsetzung ist auch wunderschön

flüsschen am 30. September 2013

ne hammeridee, andere an der geschichte weiterschreiben zu lassen!! ) is ne suuuperschöne geschichte und die moral der geschicht' is auch hammer! müsste man mal im echten leben umsetzen! hut ab!

Ella am 30. August 2013

Ooooh, die Story ist echt toll. Sowohl der Anfang als auch die Fortsetzung. Fire, das hast du echt fantastisch gut gemacht. *Applaus* Lg Ella