X

Kimberly Krein

Berta mein Hausschwein

Diese Geschichte drucken

Hi, ich heiße Greta und wohne in der Bertholm Str. 34. Ich hatte gestern Geburtstag und bin 12 geworden. Heute soll meine Tante Bubi zu Besuch kommen. Ach ja meine Tante ist ein bisschen verrückt und hat sich den Namen „Bubi“ selbst gegeben er steht für Bianka Busch, also eher Busch, Bianka.

Es dauert nicht lange und meine Tante klingelt an der Tür. Sie kommt mit ihrem riesigen Adler Krechts auf der Schulter herein. Ihr Vogel scheint heute ganz besonders mies gelaunt, aber das ist er ja immer. „Herzlichen Glückwunsch meine Süße!“, dröhnt meine Tante so bald sie mich erblickt. Mein Vater und meine Mutter kommen und begrüßten Bubi. Papa geleitet sie herein und Mama bietet ihr ein bisschen von meiner Geburtstagstorte an. Ich lasse mich auf einem Stuhl nieder und höre dem ewigen Geschwafel von Bubi zu. “So meine liebe wie wäre es wenn ich dir mal mein Geburtstagsgeschenk gebe“ meinte sie dann irgendwann als sie ihr viertes Stück Kuchen verdrückt hat. „Gut“ sage ich nur und sehe zu wie Tante Bubi zu ihrem Auto verschwindet.

Keuchend schiebt sie etwas herein das groß und rosa ist. Ein Schwein! Riesig! Mit schwarzen Flecken und es ist unglaublich stur. Für einen Moment glaube ich, das das nur ein Albtraum ist und ich kneife mich ins Ohr. Es tut richtig weh. „Nah danke sehr aufmerksam. Ein Schwein kann ich bestimmt super gebrauchen.“ “Das ist Berta. Ich wusste einfach nicht was ich dir zu deinem Geburtstag schenken sollte und ich habe, so kommt es mir vor, jeden Laden der Welt durchkämmt. Sie hatten nur so einen Schwachsinn wie zum Beichspiel: Flummis oder kleine Sammelfiguren. Bücher gab es auch massenweise aber ich dachte mit so einem Firlefanz kann man ja gar nichts anfangen. Ich wollte dir eigentlich das Buch der Liebe schenken aber das hatten sie nicht da.“ Bubi holt einmal tief Luft und fährt dann fort: „Als ich dann an einem Bauernhof vorbei kam da hatte ich eine famose Idee: du sagtest du magst Pferde sehr gerne. Aber ein Pferd wäre viel zu groß für eure Wohnung! Also ist ein Schwein doch genau das richtige oder?“

Ich weiß ja nicht was ihr jetzt machen würdet aber ich sag zu meiner Tante jetzt einfach mal… „Ja natürlich! Klar!“ Wie kann ein Mensch nur so verrückt sein? Ich kucke erst Mama und dann Papa an. Beide wirken etwas steif. „Also ich bringe Berta mal in dein Zimmer dann kann sie sich mal etwas umsehen“ meint Bubi und schiebt Berta durch den Flur.

Am Abend kann ich nicht einschlafen. Berta liegt auf meinem Lieblingsteppich und ist gerade dabei ihn zu zerfleddern. Mit einem Ruck steht sie auf und bevor ich sie aufhalten kann kracht sie gegen den Schrank und lässt alle meine Bücher runter fallen. Bevor ich überhaupt bei ihr bin hat sie begonnen große ekelige Haufen zu machen. Ich ziehe Berta so schnell ich kann von meinen Sachen weg und schließe sie in der Besenkammer nebenan ein. Den Schlüssel lege ich in mein Schmuckkästchen. Schade, dass meine Eltern und ich beschlossen haben Berta zu behalten weil wir Bubi nicht enttäuschen wollen.

„Hey Greta aufstehen du musst in die Schule!“ Ein Rufen weckt mich am nächsten Morgen. Ich richte mich auf und versuche mich an den Traum zu erinnern den ich grade geträumt hatte. Berta war darin vorgekommen. Doch was hatte sie noch mal gemacht? „Greeeeta!!!!!! Bist du überhaupt schon wach?“ Natürlich bin ich schon wach. Aber zu meiner Muter rufe ich „Nein!“ „Du musst aber in die Schule.“ Seufzend springe ich aus dem Bett und ziehe mich an. Dabei achte ich überhaupt nicht darauf was ich aus dem Schrank hole. Eine rote Hose, ein kurzärmliges blau, grün kariertes Hemd, eine Käppi die ich auch mal von Bubi geschenkt bekommen habe. Sie ist lila und trägt die Aufschrift: Gibt es ein süßeres Mädchen als dieses? Nein! Diese Mütze zieht mir Mama wieder vom Kopf und sagt: „Ich hätte nie gedacht das du die mal anziehst! Mit diesem Ding sollte dich nicht jeder sehen.“ Ich öffne die Tür und sehe nach draußen. Die kühle Morgenluft zerzaust mir das Haar. „Ich lasse Berta oben, wenn ich zur Arbeit fahre sagt Mama noch, bevor ich die Stufen auf die Straße runter gehe. Emma steht schon unten. Sie ist meine Beste Freundin und fragt mich sofort wer Berta ist. Ich laufe rot an und flüstere ihr zu. „Mein Hausschwein!“ „ Was… dein was…?“ „Mein Hausschwein“, sage ich so leise das Emma mich kaum noch versteht. „Tante Bubi hat sie mir gestern zum Geburtstag geschenkt“ sag ich. „Wow“ sagt Emma. Und ich erzähle ihr von gestern Nacht.

Mittlerweile haben wir unsere Jacken ausgezogen und sind in der Klasse. Frau Stolz kommt grade herein und fordert uns zum setzen auf. „So, guten morgen Klasse. Holt eure Deutschhefte raus und schlagt sie auf Seite 53 auf.“ Lautes Geraschel folgt den Worten von Frau Stolz. Ich blicke auf die Seite 53 und genau wie ich stöhnen hinter mir ein Paar auf. „Wer liest uns mal vor was auf der Seite steht?“ Einige darunter auch ich heben die Hand. „Jakob“, rief sie und Jakob der hinter mir sitzt liest: „Es gibt viele Tiere. Du kennst bestimmt einige. Vielleicht hast du ja auch ein Haustier. Schreibe eine Geschichte über dein Haustier. Wenn du keines hast dann schreibe welches du gerne haben möchtest. Jakob setzt sich wieder und Frau Stolz schreit: „Na worauf wartet ihr noch? Fangt an.“ Also hebe ich unter hochrotem Kopf meinen Füller und setze ihn auf das Blatt. Das Erste was ich schreibe ist ein riesiger blauer Fleck und dann fange ich richtig an.

Nach ungefähr einer Viertelstunde bin ich fertig und sehe zu wie einige noch ihren letzten Satz beenden. „Gut dann kommen Greta und Anastasia mal nach vorne und lesen ihre Texte vor. Anastasia fang an.“ Anastasia liest uns liest: „Ich würde ja so gerne ein Kaninchen haben und es Schnuffel taufen. Es soll den Stall hinter dem Haus stehen haben. Dann würde ich immer mit ihm spielen…“ Irgendwann ist Anastasia fertig und ich bin dran: „Gestern habe ich von meiner Tante ein …“ meine Stimme wird immer leiser und bei dem Wort Schwein flüstere ich nur noch. „Was?“ fragt Frau Stolz „ein Schwein?“ Einige kichern los und Mona fällt vor lachen vom Stuhl. Ich bewege mich nicht von der Stelle und stehe da wie ein begossener Pudel. Die ganze Klasse guckt mich an wie das achte Weltwunder und nur Emma lachte nicht.

Nach der Schule begleitet mich Emma bis vor unsere Haustür und geht dann weiter. Ich hole meinen Hausschlüssel aus der Hosentasche. Mit einem Klick ist die Tür offen. Ich stoße einen Schrei aus. Es geht gar nicht anders. Die Garderobe liegt auf dem Boden, alle Schuhe sind im Flur verteilt und mitten auf den Fliesen liegt etwas wabbeliges und braunes. Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schießt ist: hier hat ein Monster gewütet.

Nein ein Monster hat hier nicht gewütet. Aber „BERTA“ schreie ich. Berta steht in der Küche und isst grade die Pralinen von Mama. Sie guckt mich verständnislos an. Ich haue mir die Hand vor die Stirn und beginne im Küchenschrank zu suchen. Normalerweise ist hier immer ein Seil. „Da.“ Ich binde das Seil um Bertas Bauch und ziehe sie zur Treppe. Widerwillig folgt mir das Schwein. Doch da muss ich feststellen, dass das Schloss von dem Besenschrank kaputt ist. Berta muss es wohl zerstört haben, weil es ihr langweilig wurde. Panisch blicke ich mich um und da fällt mir ein, das Papa mir mal gesagt hat, dass er im Keller Ersatzschlösser für die Haustür hat. Er hat jedoch nur einfache Vorhängeschlösser bekommen.

Aber wo soll ich Berta lassen wenn ich das Schloss hole? Wenn ich sie hier lasse dann reißt sie mir die ganze Bude ab. Also wickel ich mir Bertas Führstrick um meine Hand und gehe die Treppe runter zum Keller. Das dauert etwas, weil Berta nicht einsieht, dass sie mitkommen muss. Ich stemme mich mit meinem ganzen Gewicht ins Seil und ziehe sie mit mir. Ich werde wieder ganz rot im Gesicht. Doch diesmal nicht aus Scham sondern aus Anstrengung. Wo, hatte Papa gesagt, wo liegen die Schlösser noch mal? Ach ja im Schrank unter der Treppe. Schnell gehe ich zum Schrank. Hier stehen eine menge Kartons die alle etwas anderes enthalten. Sie sind mit kleinen Etiketten beklebt. Ich streiche die Reihen entlang und fahre mit dem Finger über die Schilder. „Stempel, Schrauben, Nägel, Watte, Gummibänder…“ flüstere ich vor mich hin. Da Ersatzschlösser! Ich zieh eine kleine verstaubte Kiste aus der Reihe und öffne sie. Goldene, Silberne und Bronzefarbene Schlösser liegen in allen Größen und Formen unter dem, mit Farbe verziertem Deckel. Berta und die Kiste zu halten ist ziemlich schwer und ich binde mein Schwein einfach an die Türklinke. Das ist ein Fehler! Ich weiß das man das bei Pferden nicht machen darf weil sie die Tür einfach aus denn Angeln reißen können. Wieso sollte es bei Schweinen dann anders sein? Als ich mich umdrehe um die Kiste aufzuheben höre ich ein grunzen und als ich hoch gucke da sehe ich nur noch wie die Tür oben in die Wohnung verschwindet. Zwischen den beiden Rahmen ist nichts mehr.

„BERTA DU DUMMES SCHWEIN BLEIB HIER UND HILF MIR SOFORT DABEI DIE TÜR WIEDER EINZUHÄNGEN!“

Mindestens eine Halbestunde jage ich Berta um den Küchentisch. dann laufen wir zehn mal um das Sofa und dann geht es nach draußen. Endlich fange ich sie geschickt ein und zerre sie samt Tür nach drinnen. Berta grunzt empört aber ich lasse mich davon nicht irritieren. Es braucht Zeit um Berta davon zu überzeugen das sie in ihren Besenschrank gehen soll. Außer Atem und erschöpft lasse ich mich am Tisch nieder und esse das Müsli was ich heute Morgen beim Frühstück nicht mehr geschafft habe. Lust zum kochen habe ich nicht.

Es klopft an der Tür und Berta kommt in die Küche. Sie ist so groß wie ein Elefant und sie fletscht die Zähne.

Ich schrecke aus dem Schlaf und … sehe nur Mama in der Tür stehen. „Mensch Greta du sollst doch nicht Tagsüber schlafen sonnst bist du heute Abend zu wach!“, sagt sie. „Und wieso sieht das Haus aus als ob eine Bombe eingeschlagen hätte.“ „Äh!“ sollte ich Mama sagen das Berta ausgebrochen ist? Nein lieber nicht. Ich beschließe einfach diese Frage zu ignorieren und erzählte vom Wetter und das ich ganz schnell los müsse, weil ich Emma versprochen habe, dass ich sie besuchen komme. Ich sause an meiner Mutter vorbei und schwinge mich auf mein Fahrrad. Emma wohnt nicht weit von hier. Genauer gesagt eine Straße weiter. Emma sitzt auf einer Gartenbank vor dem Haus. Sie liest in einem Buch mit Namen: Die nützliche Einsetzung von Tierberufen. „Emma?“ frage ich und Emma schreckt auf. „Ah Greta gut das du kommst! Ich habe grade in diesem Buch nachgesehen und festgestellt das nicht nur Hunde eine Ausbildung zum Polizeihund machen können. Es gibt auch Polizeipferde und mit ein bisschen Fantasie…“ „Glaubst du das wir Berta ausbilden können. Schon klar!“ Ich zeige meiner Freundin einen Vogel aber sie nickt nur und meint: „Vielleicht können wir dich und Berta gleich anmelden.“ Und bevor ich auch nur denn Finger rühren kann, hat sie sich auch schon auf ein Telefon geworfen was ich gar nicht bemerkt habe.

„Hallo“ sagt eine Stimme am anderen Ende der Hörmuschel. „Hier Hauptausbilder Schröder von der Hundepolizei am Apparat.“ "Hallo hier ist Emma Gondelglück." sagt Emma und durchbohrt mich mit einem scharfen Blick. "Was kann ich für sie tun?", fragt die Stimme von der anderen Seite. "Ich und der Hund meiner Freundin haben beschlossen das es das Beste währe das der Hund ausgebildet wird und meine Freundin stimmt uns zu." erwidert Emma. "Mache ich gar nicht und einen Hund habe ich auch nicht", zische ich." „Doch! Der würde ja gleich auflegen wenn der wüste das du ein Schwein ausbilden lassen willst", flüstert Emma und hält den Hörer so weit wie möglich von sich weg damit der Hundeausbilder nichts mitbekommt. "Will ich doch gar nicht" brumme ich zurück. "Doch und du wirst sehen, dass das Spaß macht." "Hallo?" Emma starrt den Hörer an. "Ich glaube er wird langsam ungeduldig", meint sie, geht jedoch nicht dran sondern hält ihn noch weiter weg. Warum, merke ich als aus Emmas Hand, mit der sie den Hörer umschließt, erst noch ein: "Hallo?" und dann ein: "HALLLLLLO IST DA KEINER MEHR? ICH DACHTE SIE WOLLTEN EINEN HUND AUSBILDEN LASSEN" kommt. "Wollen wir auch", sagt Emma hastig und fügt hinzu: "Wann fängt denn das Training mit den Hunden an?" "Morgen" brummt die Stimme. "Um wie viel Uhr denn?" "16:00Uhr." "Gut, danke." Emma legt auf und sieht mich begeistert an.

Am nächsten Morgen redet Emma nur noch von Bertas Polizeiunterricht. Ich versuche nicht hin zu hören. Auch am Nachmittag gibt es kein anderes Gesprächsthema. Wir haben uns zusammen bei mir zu hause in die Wiese gesetzt und Berta zugesehen wie sie einen Schmetterling durch Mama Rosenbeet jagt. Das findet Mama zwar nicht so amüsant wie wir aber sie sagt auch nichts. Dann um 15:45 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Polizeiwache. Berta findet den Hundeführstrick, den wir kurz davor gekauft haben zwar nicht so prickelnd aber alles in allem geht der kleine Spaziergang für ihre Verhältnisse recht gut. Doch dann, als wir in den Hof schlendern wollen sehen wie einen Polizisten. Er starrt mich und meine Freundin an, dann prustet er in seinen Kaffee. Offensichtlich hat er Mittagspause.

"Was soll das denn sein?“, fragt er immer noch kichernd. "Ein brasilianisches Hundeschwein!“ „Noch nie eins gesehen?“ fragt ihn Emma kühl. Und ohne eine Antwort abzuwarten gehen wir weiter. Der Polizist schaut uns recht verdattert nach. Auf der anderen Seite des Polizeihofs, stehen schon 4 Hunde. Ihre Herrchen sehen alle auf bis auf eine ältere Dame die mit ihrem Pudel spricht. "Was soll das denn sein?" fragt ein Mann. “Das erste Hundepolizeischwein natürlich" meint Emma barsch.

Da kommt ein Polizist über die Wiese gestolpert. Groß und bullig mit einer dicken Knollnase. "Tach, ich bin jetzt euer Ausbildär. Mein Name is Herr Kolibri aber ihr köhnt mich auch Toni nennen. So ich werd jetzt hier lang gen und mir die Rassen der Hunde notiärn. Jo dann mal los." Toni geht an der Reihe von Hunden und Besitzern vorbei und verkündet dabei laut: "Aja ein Jack Russel, meine Lieblinghundä. Und da, ein Spitz, eine sehr kluge Hundäart haben sie da. Wow. Eine Dogge, ich hatte früher auch mal einä. Ein Pudel, nette Tiere. Und da...“ Toni verstummt als er Berta sieht. Dann... fängt er an zu lachen. "Nän Schwein haha nän Schwein sehr komisch" dröhnt er. "Mann kann doch mal versuchen Berta auszubilden oder?" pipse ich kleinlaut. "Klar dann machen wir halt aus deinem Schwein ein Polizeischwein. Man kann dat ja mal ausprobieren. Warum nich näh! Also jetzt können wir ja anfangän. Das ärste was ihr Hund.... oder Schwein können muss ist auf sie hören. Gut, hohlen sie die Hunde mit der Leine ganz nah an sie rann. Ja jenau so is dat richtich."

Ich zerre Berta zu mir hin und warte auf weitere Anweisungen. Toni verschwindet in einer Scheune und kommt kurz darauf mit einer Vogelscheuche wieder. „So ihr lasst gleich, wenn ich ein Zeichen gebe die Leinen los und bedeutet einer nach dem anderen euren Hundän.... äh oder Schweinen das sie zu mir kommen sollän um einen bestimmten Gegenstand, nämlich einen Teddy zu holen. Also der Jeck Rassel zuerst. Los gib alles.“ Der Hund, der übrigens Timtom heißt, flitzt los riecht einmal kurz an dem Teddybären, den Toni ihm hin hält und dann versteckt ihn Toni in der Jacke von der Vogelscheuche. Timtom rast auf sie zu und holt den Teddy. Bei dem Spitz Coala, bei der Dogge Kira und bei dem Pudel Sina klappt es auch. „Berta“ ruft Toni endlich. Ich löse das Seil und gebe Berta zum antreiben einen Klaps auf den Po. Berta trabt gemütlich zu Toni und lässt sich den Teddy unter die Nase halten. Als der Teddy bei der Vogelscheuche ist, macht sie nichts mehr und legt sich ins Gras. „Los“ brülle ich mein Schwein an. Einige lachen. Da erhebt sich Berta und stürmt mit einer enormen Geschwindigkeit auf die Vogelscheuche los, packt sie am Holzarm und zerrt sie zu mir. „Das ist die vollä Punktzahl“, meint Toni erstaunt. „Nich nur dat sie die jesuchte Sache jehohlt, sondern gleich den ganzen Dieb erledigt hat. Hahaha, jut dat wars für Heute. Bis morjän und schüss.“

Wir und die Anderen gehen wieder aus dem Hof. Alle verlieren sich auf dem weg und als nur noch die alte Dame hinter uns her schlurft fragt mich Emma: "Hat doch Spaß gemacht oder?" "Jo" sag ich und versuche Berta davon abzuhalten in einen Vorgarten zu pinkeln.

In der Schule habe ich nicht so viel Glück wie bei dem Polizeitraining. Noch am folgenden Tag schreibe ich eine 5 in unserem Mathetest. Gott sei dank ist am Nachmittag wieder Training. "Heute machen wir fangän mit Hindernissän" erklärt uns Toni. er hat wirklich eine Art Parkur aufgebaut. "Ärst jeht ihr mit eurem Tier um die Pilone, dann jeht ihr auf die Brücke los. Dort macht ihr das Tier von der Leine los aber geht noch mit bis ihr kurz vor der Rampä steht und lasst euer Hund… oder…äh Schwein einfach laufen. Sie müssen über die Mauer springen und durch den Tunnäl kriechen. Ich werde am Ende stehen und wäglaufen der Hund oder dat Schwein muss mich versuchen zu fangän. Alläs verstanden? Jut! Berta komm du zu erst." Ich gehe mit Berta los um die Pilone wie Toni gesagt hat. Vor der Brücke bleibe ich stehen und mache die Leine von Berta ab. Auf der anderen Seite der Brücke ist die Rampe. Hier soll ich also bleiben und warten bis Berta fertig ist mit dem Pakur. "Los Berta" flüstere ich meinem Schwein ins Ohr. Berta streckt sich und trottet die Rampe rauf, hüpft herunter und krabbelt durch die Rolle. Toni sieht sie und läuft los um sie dazu zu bewegen ihm zu folgen, doch Berta knickt die Hinterbeine ein und wartet. Aber sie wartet nicht wie beim letzten mal sondern sie verfolgt Toni mit ihren Augen wie er um sie herum läuft. Langsam bricht ihm schon der Schweiß aus. Dann urplötzlich steht Berta auf, stößt sich mit ihren Hinterbeinen vom Boden ab und schnellt zu Toni. Berta schneidet Toni den Weg ab. Der verliert das Gleichgewicht und fällt über Berta. Berta setzt sich auf seine Brust als wolle sie sicherstellen, dass er nicht wieder abhaut. Ich will zu Berta laufen um sie von Toni herunter zu holen doch da ertönt eine Stimme aus dem Lautsprecher der an der Scheune angebracht ist: „ Ich bitte alle die in der Lage sind mir zu helfen in die Kaffeteria auch die Hunde!“ „Los los beeilt euch kommt schnell. Mal höhrn wat es jibt“, sagt Toni. Er schiebt Berta von sich runter und steht auf. Alle folgen ihm. "Was ist da los?", höre ich Emma an meinem Ohr. "Woher soll ich das wissen?" Emma zuckt die Schultern. Wir gehen jetzt in das Polizeigebäude. Hier bin ich noch nie gewesen. Überall sind Türen mit immer einer anderen Aufschrift. Labor heißt es da oder Büro. Doch mein Blick bleibt an Tür mit der Aufschrift... "Kaffeteria", verkündet Toni und stößt die Tür auf. Ein langer schmaler Raum liegt vor uns. Auf einem Tisch steht ein dicker Mann. Er wischt sich die Schweißperlen von seiner großen Glatze auf der nur noch drei klägliche Haare pranken. Es sind schon einige andere Polizisten da. "Da sind wa", keucht Toni. Er schließt die Tür und setzt sich auf einen alten Schemel. "Gut dann leg ich mal los." Der Dicke Mann räuspert sich und streicht sich noch einmal über seine Glatze. "Meine verehrten..." Er bricht ab und ruft nun aus Leibeskräften: "Die Autoknacker sind los." Lautes Gemurmel bricht aus. Aber nicht alle scheinen zu wissen was "Die Autoknacker" sind. Ich zumindest habe den Eindruck das alle die bei Toni die Hund ausbilden lassen, keine Ahnung haben wer oder was die sind. "Was sind die Autoknacker?", frage ich Toni. "Die habän vor unjefähr 13 Jahren nich weniger als 545 Autos jeklaut. Alle Wertsachen rausjenommen und die Autos umjebaut damit sie keiner mehr erkännt. Die Autos haben sie wahrscheinlich für viel Geld auf Schwarzmärkte verkauft." "545 Autos?" fragt Emma ungläubig. "Ja und jetzt passt auf wat Kommissar Kasper sacht."

Mit diesen Worten dreht er sich um. Kommissar Kasper erklärt grade das alle sich einen Stapel Zettel zum aufhängen nehmen sollen und sich auf die suche nach den Entflohenen machen müssen. Ich werde von der Menschenmenge nach vorne geschupst. Da auf einem Stapel sind die Zettel, die Kommissar Kasper gemeint hat. Fünf aussehende Fratzen glotzen aus Papieren. Unter jedem Foto heißt es: Wieder auf freiem Fuß . Die Fünf "Autoknacker" sind entflohen. Die Polizei Bertholm bittet um ihre Mithilfe.

Emma schnappt sich einige dieser Zettel und geht mit meiner Berta raus. Ich folge ihr und hole sie noch ein bevor sie das Tor erreicht hat. "Du hast doch nicht etwa vor diese Verbrecher zu suchen oder?"; rufe ich aufgebracht. "Ich hab da eine Idee." Emma zieht etwas aus ihrer Hosentasche. "Das ist eine Waldkarte aus dem Lüneburger Wald und hier ist das alte Spukhaus." "Was?" Ich verstehe nur Bahnhof. Als Emma mir eine zerknitterte Karte unter die Nase hält. “Was ist das Spukhaus?“ Dann wird mir peinlich bewusst das ich noch nie im Lüneburger Wald gewesen bin seit wir vor einem Jahr hergezogen sind. Doch eins ist mir klar: Er ist mindestens 3 Kilometer weit weg. "Das alte Spukhaus", drängt Emma weiter, "ist eine Ruine von einem alten Wirtshaus mitten im Wald." langsam dämmert mir was Emma will. "Das wäre ein prima Versteck für so eine dahergelaufene Bande UND es stehen komisch zusammen geschraubte Autos vor der Tür." Ohne ein Wort rennen wir nach Hause um unsere Fahrräder zu holen. Zu Fuß ist es zu weit. "Weißt du den Weg?", frage ich. "Ja, geradeaus in die Wolfstraße einbiegen. Bis zum Apfelweg runter und über die große Hauptstraße. Dann noch mal geradeaus bis zur Kreuzung und da links in den Wald. Wenn wir Glück haben sind wir in einer Viertelstunde da.“

Also fahren und fahren wir. Berta trabt neben her. Solange bis Emma plötzlich ruft: "Da ist die Kreuzung. Komm Greta." Ich sehe Emma dicht gefolgt von Berta in den Bäumen verschwinden. Ich fahre ihnen nach und bin zum ersten Mal im Lüneburger Wald. Viele riesige Eichen, Tannen und Buchen sind hier. Wir fahren immer weiter durch den dichten Wald. Plötzlich bleibt Emma stehen und sieht zu einem riesigen Haus auf, das mitten im Wald prangt.

Als wir näher hin gehen, sehen wir auch alte Autoteile auf der Terrasse stehen. "Normalerweise dürfen wir nicht da rein aber ich denke mal, dass das jetzt so ne Art Notfall ist", flüstert Emma an meinem Ohr. Langsam und vorsichtig nähern wir uns dem Haus. "Mach du lieber auf" sag ich zu Emma. "Nein das machst du am besten. Während wir noch darüber streiten wer aufmacht, springt Berta hoch und drückt die Klinke runter. Kwitschend geht die Tür auf und wir blicken in einen endlosen Gang. Aus der Entfernung kann man Stimmen streiten hören. Berta stürmt lautlos an uns vorbei und hinterlässt ein Nichts. Ich traue mich nicht nach ihr zu rufen und laufe ihr deswegen einfach nach. Auch Emma kommt jetzt rein und schließt die Tür. Der Gang führt zu einer weiteren Tür aus der unverkennbar die Stimmen kommen. Berta liegt vor ihr und wartet auf uns. "Emma guck mal. Da ist ein Fenster! Da können wir in den Raum sehen." Emma sieht auch auf. Oben an der Tür ist ein Fenster. Neugierig luken wir hindurch und sehen 5 große Schatten an einem Holztisch sitzen. " Ich glaub es nicht!" haucht Emma neben mir. Sie hat ein zerknülltes Blatt in der Hand und starrt fassungslos immer abwechselnd zum Fenster und auf das Papier. Erst jetzt nehme ich die Gesichter der Männer um den Tisch richtig wahr. Es sind... die Autoknacker.

Der mit dem Hut und dem Schnurrbart verzierten Dietrich, der Karlos mit der Pudelmütze, dann ein schwarzer mit  goldenem Ohrring und Namen Ponscho, Marlon der ein Stirnband trägt und Kroki, dermit Abstand der jüngste ist. Er hat Schwarze hochstehende Haare und sieht eigentlich wie ein normaler Teenager aus. Ich würde ihn um die 16 schätzen. Wir belauschen die Fünf und hören wie Dietrich murmelt: " Ich weis nicht ob Morgan unsere Autos noch nimmt. Wir haben ihm jetzt schon so lange keine Autos mehr liefern können." Daraufhin entgegnet Marlon: "Naja wenn wir ihm einen Opel geben wird er die lange Wartezeit schon vergessen. Opels mochte er doch so gerne." Ponscho fummelt an seinem riesigen goldenen Ohrring rum. „Also Diedrich wo Marlon recht hat, hat er recht." Dietrich kratzt sich am Kopf wobei der Hut verrutscht. "Klar aber böse ist er trotzdem du musst denken das Morgan 13 Jahre schon wartet." Nun meldet sich Karlos zu Wort: "Also angenommen er ist so wütend, dass er keine mehr haben will, dann gibt es doch noch andere Händler die nichts mit der Polizei zu tun haben wollen." Kroki der bisher nur auf seine Füße gestarrt hat, piepst nun: "Ich glaube das Morgan uns noch nimmt aber er wird uns nur die Hälfte von damals bezahlen." "11 000 € sind ... äh das sind... " Dietrich kratzt sich am Kopf. Marlon meint gelangweilt:  „Diedrich wenn Morgan genauso hoffnungslos rechnet wie du, dann wird er nicht wissen was die Hälfte von 11 000 € ist aber wenn er so viel Grips hat wie ich, dann wird er wissen das er uns 5500 € bezahlen muss." "Ruhe", brüllt Dietrich über den ganzen Tisch. "Ich bin hier der Anführer und ich bin schlauer als ihr alle zusammen. Klar?" Er senkt seine Stimme und murmelt: "Ponscho geh und guck ob unser Fass mit dem alten Geld noch da ist."

Ponscho bewegt sich so schnell das uns erst viel zu spät klar wird das er direkt auf die Tür bzw. auf uns zu geht. Krach, die Tür fliegt auf und da war er, Ponscho, riesig wie ein Bär. Als er uns sieht brüllt er aus Leibeskräften: "Chef da sind Eindringlinge und haben uns wahrscheinlich die ganze Zeit belauscht." "Sieh zu das sie nicht zur Polizei können." ruft Dietrich. Ponscho kommt näher und... patsch… Berta springt auf und verpasst Ponscho eine in dem sie ihm an den Kopf springt und ihn zu Boden drückt. Dann läuft sie in den Raum mit den anderen Autoknackern. Man hört nur Gestöhne und lautes Getöse was verrät das sämtliche Möbelstücke umfallen. Dietrich kommt mit wehendem Mantel an uns vorbei und läuft aus dem Haus. Berta folgt ihm, bleibt aber bei mir stehen. "Gut gemacht Berta"lob ich sie."Wir müssen Dietrich aber auch bekommen." meint Emma. "Emma" rufe ich "weißt du wo man sich im Wald noch gut verstecken kann?" Emma sieht mich verdattert an. Wir schleifen Ponscho in den Raum mit den andern bewusstlosen Autoknackern und schließen die Tür ab. "Was meinst du damit?", fragt sie mich nach einer Weile. Dietrich wird nicht aus dem Wald können, weil er ja überall gesucht wird. Also bleibt er im Wald und lässt sich wo anders nieder.“ Emma zieht die Waldkarte aus der Hosentasche und schaut darauf. „Greta das ist es!“, jappst sie. „Er ist in der Wasserschlucht dort gibt es viele Verstecke!“ Ich verstehe kein Wort und schaue Emma fragend an. „Als ich 5 war, war ich zum ersten mal hier. Ich bin meinen Eltern beim Spazieren gehen abgehauen, bin an diesem Spukhaus vorbei gekommen und habe irgendwann die Schlucht gesehen. Sie war nicht tief, vielleicht um die 3 Meter. Na ja ich bin auf jeden Fall runter geklettert und habe eine Höhle gefunden sie ging ziemlich weit rein. Ich hab nicht ganz reingeschaut weil es sehr kalt und nass war denn direkt neben der Höhle lief ein Fluss entlang. “Ich sehe Emma begeistert an “genial komm wir versuchen es!“ Und wir stürmen los.

Ich folge Emma quer durch die Landschaft. Auf einer Wiese bleibt sie stehen und ringt nach Luft. Vor uns liegt eine steinerne Felswand und wenn man die hinunter schaut sieht man in eine niedrige und Kleine Schlucht. Viele Felsvorsprünge sind praktisch an der Wand, so dass man leicht herunter kommt. Emma setzt schon einen Fuß auf einen Stein und beginnt langsam den Abstieg. Auch ich klettere nun hinter ihr her zu der angeblichen Höhle. Berta rutscht einen schlammigen Abhang hinunter und landet im Fluss.

Wie es sich herausstellt hat Emma auch diesmal recht. Wir erreichen die Höhle schon nach ein paar Minuten und sehen rein. Erst bemerken wir die Gestalt am Boden gar nicht. Dietrich. Doch er ist nicht allein. „Toni“, riefen ich und Emma gleichzeitig. Toni sitzt doch tatsächlich neben einem gefürchteten Verbrecher und sieht ihn besorgt an. „Ich kann alles erklären“ sagt er. „Aber ihr müsst mir helfen.“ Er deutet auf einen Gang der noch tiefer in die Höhle hinein führt. „Dort drin“ erklärt er „sitzt ein Mann namens Morgan. Holt ihn.“ Emmas Gesicht verwandelte sich in ein großes Fragezeichen. Doch mir geht ein Licht auf. „Emma, Morgan, Morgan Emma. Der Mann der den Autoknackern die Autos abkauft.“

Auch Emma scheint zu verstehen. Wir steigen nun über einen großen Felsen und sehen einen Mann der wütend gegen die Wand gelehnt ist. Er ist mit Handschellen und Fußschellen gefesselt. Als wir ihm aufhelfen flucht er nur noch mehr. Wir gehen mit ihm den Gang wieder zurück zu Toni und Dietrich. Doch da war kein Dietrich mehr. Nur Toni steht vor dem Höhleneingang und wartet auf uns. Wir gehen auf ihn zu und reichen Morgan weiter, der sich während des kleinen Spaziergangs nicht ein einziges mal gewehrt hat. „Wo ist er“ fragt Emma. „Wer? Dietrich?“ Toni sieht auf. „Ich erklär euch alles wenn wir auf der Wache sind.“ Wir folgen Toni auf die Wiese. Im Erdboden sind Autoreifenspuren eingedrückt. Wir gehen durch den Wald zu unseren Fahrrädern. Als ich mich darauf schwingen will, schüttelt Toni den Kopf. „Nein wir nehmen das Auto. Ich kann Morgan unmöglich auf ein Fahrrad setzen. Außerdem hab ich selbst keins.“

Das stimmte! Also schoben wir unsere Räder nebenher. Am Waldrand steht ein grün, silbernes Polizeiauto. Neben mir klickt es. Toni hat mit einem elektrischen Schlüssel den Wagen aufgeschlossen. Er hebt unsere Fahrräder in denen Kofferraum und zwängt den großen Morgan auf den Rücksitz. Wir setzen uns neben ihn und fahren los. Mit dem Auto geht es viel schneller als mit dem Rad und kurze Zeit später sitzen wir in Tonis Büro. „Also“, meint Toni und lächelt. „Dat haben wir nur euch…äh… dreiän zu verdanken.“ Er sieht runter zu Berta die es sich unter dem Tisch gemütlich gemacht hat. „Ich erklär euch alles“, sagt er und legt los: „Heute war einer der Autoknacker im Gefängnis mit Essen austeilen dran. Ein Kollege hat immer aufgepasst. Aber dann hat ihm Ponscho eine mit der Kelle runtergehauen und hat sich den Schlüssel geschnappt. Viel zu spät merkte der arme Polizist dat er bestohlän wurde. Als er es endlich begriffen hattä, war es zu spät: Alle Autoknacker sind entflohen. Dat hat dann mein Kollege jemeldet. Du Emma hast dann die Idee mit der Hütte bekommen. Ich hatte die selbe. Allerdings war ich später da als ihr und hab nur die wieder aufjewachten Autoknacker wütend tobän hören. Ich informierte die Wache aber ich wusste, dat wenn Dietrich dabei gewesän wäre, würde es sich anders anhören. Aber ich hatte wieder eine Idee und zwar wieder die gleiche wie Emma. Allerdings habe ich das Ausdauerlaufen in meiner Ausbildung gelernt. Der Vorteil: Ich war schnäller als ihr. Und jetzt kommt Morgan ins Spiel.“

Morgan der die ganze Zeit nur mit seinen Fesseln gekämpft hat, hebt den Kopf als Toni weiter erzählt: „Ich sah wie Dietrich mit Morgan kämpfte. So wie ich dat verstanden habe ist Morgan aus Frankreich, wo er wohnt als blinder Passagier mit einem Zug hier her gekommen um nach zu schauen warum er schon seit 13 Jahren kein Auto mehr bekommen hat. Er hat durch Zufall Dietrich gefunden. Er war wütend auf ihn. Morgan zog ein Mässer und stach Dietrich in die Schulter. Ich stürzte mich auf Morgan und entwand ihm sein Mässer. Auch dat mit dem Fesseln war ein Kinderspiel für mich. Ich rief einen Krankenwagen und während ich wartete kamt ihr und als ich euch sah, wurde mir alles klar“, endet er. „Natürlich weiß auch die Presse inzwischen alles was passiert ist.“ „Wahrscheinlich werdet ihr Morgen in der Zeitung stehen. „Gut!“ Toni nimmt Morgan hoch. „Kommt ihr?“, fragt er und wir folgen ihm aus dem Büro. Emma, Berta und ich begleiten die Männer noch bis zum Ausgang. Dann gehen sie eine Treppe hoch und wir gehen nach Hause.

Am nächsten Morgen ist unser Bild in der Zeitung zu sehen und da drüber die Aufschrift: Zwei Mädchen und ein Schwein jagen die berüchtigten Autoknacker! Das ist bewundernswert: Zwei Mädchen mit Namen Emma und Greta haben die „Autoknacker“ gestellt. Das ist jedoch nicht alles, denn die beiden Mädchen, so heißt es, waren in Begleitung eines Hausschweins. Das war zwar nicht der längste Zeitungstext aber ich lese ihn wieder und wieder. Ich lege die Zeitung bei Seite und drücke Berta ganz fest. „Du bist das beste Schwein der Welt“, flüstere ich. „Du hast dir eine Belohnung verdient.“

Da die Abstellkammer in der ich Berta immer eingesperrt habe direkt neben dem Garten ist, überrede ich Papa, sie als Bertastall umzubauen. Wir machen eine Tür nach draußen in den Garten, denn Berta läuft mir nicht weg. Ja sogar ein Futternapf hat sie jetzt. Ich sag ja: „Berta ist das beste Schwein der Welt.“ Bubis Geschenke sind ja doch ganz nützlich. Ich bin mal gespannt was ich nächstes Mal zum Geburtstag bekomme.

 

*** Nachwort: Die Geschichte hat ihr Wahres an sich. Denn Berta, das Hausschwein mit den schwarzen Flecken, gibt es wirklich. Und zwar im Freilichtmuseum Lindlar im Reihnischbergischen Land. So ist mir die Geschichte eingefallen, und da ich am liebsten Kinderkrimis schreibe, ist da ganz schnell einer draus geworden. (Kimberly Krein ging damals (2012) in die dritte Grundschulklasse)

2 Kommentare

Celeste am 7. März 2015

Cool... ich würde den Text allerdings noch mal überarbeiten...

Bence am 1. August 2014

Tolle Geschichte! Allerdings hat es mich irgendwie irritiert, dass an manchen Stellen die Kommas fehlten, aber ich glaube, dass ich ästhetische Ansprüche an Kommasetzung habe. Trotzdem, ich habe mich an manchen Stellen kaputtgelacht! LG