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Nadine

Beluria

Rote Augen

Federn

Federn

Federn

Überall um sie herum nur Federn    

So fest

So plusterig

So rein

So schwarz

Ein Schwarz wie sie es noch nie zuvor gesehen hat

Ein Schwarz, das ALLES auffrisst

Ein Schwarz so stark

Stark

Und sie ist beängstigt von dieser dunklen Stärke und doch fühlt sie sich angezogen

Federn

Federn

Federn

Sie wirbeln um sie herum

Sie kleiden sie ein

Sie tanzen mit ihr

In jener Nacht hat sie nach all den Jahren wieder den Traum. Es ist dunkel, sie läuft durch karges Ödland. Düsterheit. Graue Bäume heben mahnend ihre kahlen Äste gen Himmel. „Nela“, „Neeeeelaaaa“, „Neelaaaa“ hört sie fremde Stimmen um sich herum wispern. Sie ist noch nie hier gewesen und doch hat sie das Gefühl sie war schon so oft da. Dunkelheit tropft teerartig auf die wenigen Bäume. Ein Rabe sitzt auf einem von ihnen. Er schreit, während sich graue Flocken den Weg aus seinem weit aufgerissenen Schnabel bahnen. Mit grausamer Geduld beobachtet der Vogel sie unerbittlich aus roten Augen. Als sie unter ihm steht, erhebt er sich mit weit ausgebreiteten Schwingen in die Luft. Ein letzter Schimmer Rot, dann ist er verschwunden. Nur ein paar Federn fallen vom Himmel. Vor ihr, neben ihr, hinter ihr, das Nichts. Mit jedem Atemzug saugt sie die schwarze Einsamkeit mehr und mehr in sich auf. Sie vermischt sich mit ihr, sie hat das Gefühl, sie wird zu ihr. Der Boden unter ihr ist staubig, jeder Schritt wirbelt schwarz-grauen Staub empor. Sie fällt hin, muss husten, würgen, erbricht sich, steht taumelnd wieder auf. In der Ferne sieht sie schwach schimmerndes rotes Licht.

Dann hört sie die Vögel. Sind es hunderte, sind es tausende, sie weiß es nicht, will es eigentlich gar nicht wissen. Gekrächze, Flügelschlagen . . . sie legt schützend ihre Hände vors Gesicht. Geschnatter, Schaben . . . Stille! Nur leise noch ein vereinzelter Flügelschlag. Sie schaut durch ihre Hände hindurch und sieht ein Schloss. Schwarz ist es und groß. Sein Turm vereint sich mit dem Nachthimmel. Dann sieht sie die Vögel. Sie sitzen nebeneinander, übereinander, hintereinander, voreinander – sie sind das Schloss. Mauerwerk gibt es nicht, nur lebendes Fleisch mit Federn, das sich ständig neu formiert und rote Augen, die dem atmenden Schloss sein gespenstisches Glimmen verleihen. Sie will wegrennen, kann es aber nicht. Wie hypnotisiert starrt sie zu den Vögeln. Einige von ihnen bilden eine Tür, die sich öffnet.

Und der oder das was nun heraustritt, ist wohl der Schlossherr. Was ist er? Ist es ein Rabe in Menschengestalt oder ein Mensch in Rabengestalt? Um die Schultern hat er einen faltenreichen purpurnen Umhang geschwungen. Drei Raben fliegen über seinem Kopf, in ihren Schnäbeln halten sie einen Knochenkranz – eine Krone offenbar. Seine Haare sind kurz und schwarz, die Haut hell, die Augen dunkel mit roter Pupille. Doch anstelle von Mund und Nase besitzt die Kreatur einen spitzen schimmernden Schnabel. Der Oberkörper ist ein einigen Stellen mit schwarzem Federflaum bedeckt, die Arme sind riesige Schwingen. Die Beine nur bis zum Oberschenkel menschlich, enden als Vogelbeine mit scharfen Klauen. Langsam geht er auf sie zu. Die Krallen schaben auf dem Boden und wirbeln wieder Staub auf. Wieder will sie wegrennen, kann es aber nicht. Als er vor ihr steht, öffnet er die schwarzen Schwingen. „Willkommen zuhause“ hört sie noch. Dann wird es dunkel.

Schweissgebadet wurde Nela wach und schaute auf den Wecker. Verdammt, es war doch gerade erst fünf Uhr. Noch zwei Stunden bis zum Aufstehen und sich fertig machen für die Schule. Das Gefängnis. Den Stall, in den sie jeden Tag gehen musste. Dort, wo sie jeden Tag fertig gemacht wurde. Von den Lehrern, von den Mitschülern, einfach von allem. Wieder die Pausen allein über den Schulhof laufen, wieder hämische Kommentare kassieren und alles über sich ergehen lassen. Sie drehte sich auf den Rücken, winkelte die Beine an, legte die Hände auf die Augen und versuchte tief durchzuatmen. Manchmal schaffte sie es so, sich zu beruhigen. Eigentlich dachte sie, sie hätte den Traum hinter sich gelassen. Nun war er wieder da. So echt, so wirklich und doch so weit weg. Woher wusste sie – tief im Inneren – dass es ein Land und sie schon so oft dagewesen war. Nein, so stimmte das auch wieder nicht. Es war mehr als das: eine Welt. BELURIA. 


Und Beluria war in Gefahr, in großer Gefahr. Komm schon, Nela, entspann Dich. Du hast Dein übliches Kopfkino. Aber was auch sonst. In der Schule will keiner mit Dir zu tun haben. Du hast keine Freunde, Du hast die falschen Klamotten, Du hast sogar die falschen Pausenbrote. Du hast nichts, du kleine Versagerin! Verloren, sie fühlte sich so verloren. Wie ein Zugvogel, der seinen Schwarm verpasst hatte. Der hoch oben am grauen Himmel seine Gruppe suchte und in die falsche Richtung flog. Der einsam reiste bis die Nacht mit ihren Sternen seinen Weg erleuchtete und der dann begriff, dass er seine Gefährten nie finden würde, weil es sie nie gegeben hatte.

Nela versuchte die quälenden Stimmen und Bilder aus ihrem Kopf zu verscheuchen. 
Das was ihr nun einfiel, war auch nicht besser: Sie dachte an den Raben, seine rote Augen, seinen Schrei. Langsam schlief sie wieder ein. In weiter Ferne sah sie -ja, was sah sie?- sie versuchte genauer zu schauen. Es waren Flocken, Schneeflocken. Sie tänzelten sachte, dann immer wilder um sie herum. Sie streckte ihre Hände aus, doch dann hörte sie die Stimme. Jene Stimme, die sie seit Anbeginn ihres Lebens begleitet hatte. Wie alt mochte sie sein? Nela wusste es nicht. Nur, dass sie alt, knorrig, weise und liebevoll zugleich klang. „Tu es nicht“, mahnte sie. „Es ist kein Schnee.“ Und die Stimme begann zu erzählen.

Schneefall

„Als die ersten Flocken in Beluria fallen, da dachten wir alle zuerst es sei Schnee. Die Kinder springen jauchzend in die Höhe, versuchen etwas davon zu erhaschen und fallen dann schreiend zu Boden. Innerhalb von Sekunden sind sie ergraut und zu Greisen geworden. Das, was vom Himmel kommt, überzieht unsere Länder nicht mit weißer Kälte, sondern mit dem grauen Tod.


Asche, überall nur Asche. Begleitet von einem leisen Kichern im Moment des Farbwechsels, im Moment des Lebennehmens, des Mordens. Die Asche ist grausam, zeigt sich mal hier, mal dort: Blätter zerfallen in wenigen Augenblicken zu einem grauen Pulver, so wie Sand, der durch deine Finger rinnt. Tiere verwehen mit dem nächsten Windhauch, als hätte es sie nie zuvor gegeben. Andere verschont die Asche und küsst sie nur. Das Mal tragen sie nun bis an ihr Lebensende. Haare, Hände, bei manchen ist es das Gesicht. Fratzenhaft verzogen von jenem Moment des Kusses, als das Grau grausam sanft ihre Lippen berührt und jenes leise Lachen erklingt. Nicht nur die Farbe, auch die Freude hat ihnen die Asche geraubt. Sie sind Hüllen. Wie graue Puppen, umsponnen mit einem jahrhundertealten Spinnennetz, fristen sie ihr seelenloses Dasein stumm vor sich hin dämmernd in ihrem einsamen Kokon, den glasigen Blick in die Ferne gerichtet.

Nur manchmal, da kichern sie leise, und ihr Lachen . . . ihr Lachen klingt wie jenes der Asche. Früher gab es bei uns in Beluria eine Zeitrechnung.  Es gab Monate, Jahre, Zeitalter. Es gab die Gezeiten, die fünf Gestirne und die Mondjahre. Früher . . .

Doch jetzt gibt es nur noch die Zeit vor und die Zeit nach der Asche. Nichts ist mehr wie es war.“ Die Stimme seufzte. Plötzlich schien sie weit weg.  „Wann kommst Du nur?“, war das letzte, was Nela hörte.

Der goldene Baum

Nuah hob das Blatt auf und strich mit seinen Fingern sanft über die gold pulsierenden gezackten Linien. Die Energie, die er dabei spürte, kitzelte leicht und das Gold des Blattes hinterließ einen schwach schimmernden Staub auf seinen Fingerkuppen. Er pustete ihn weg, schloss seine Augen und wünschte sich etwas. Normalerweise hielt er nichts von so einem esoterischen Blödsinn, aber schaden konnte es ja nicht. Wenn nach all den Jahren schon der heilige Baum blühte, dann durfte auch er mal an den Hokuspokus glauben, auf den sonst Illisoy schwörte. Nuah öffnete wieder seine Augen, blickte zu dem ehrwürdigen Baum auf, vor dem er stand, legte die Hände überkreuzt vor seine Brust und verbeugte sich demütig. Er war froh, denn endlich krabbelten wieder dutzende Käfer den mächtigen Stamm hoch und endlich flogen wieder Bienen und Vögel, die fast schon trunken vom süßen Goldduft schienen, zur strahlenden Baumkrone empor. Das letzte Mal hatte er all das als kleiner Junge gesehen, als der Baum das Grün trug.

Der Phoenix war eine der ältesten Baumarten in Beluria und die Ältesten machten von seinem Blätterkleid ihre Prophezeiungen abhängig. Rot stand für den Tod und Krieg. Grün versprach eine Zeit der Fruchtbarkeit. Die letzten Jahre war der Phoenix kahl gewesen und was das hieß, mussten selbst die Weisen nicht prophezeien. Doch nun – von einem auf den anderen Tag – erstrahlte er in goldener Pracht. Ungewöhnlich, wunderte sich Nuah, denn Gold verhieß Glück und Frieden für die Welt und ihre Bewohner. Aber angesichts der neuesten Entwicklungen erschien ihm das unmöglich. Illisoy hatte gehört, dass das Grau wieder gesichtet worden war. Es hieß, ein ganzer Wald mitsamt seinen Bewohnern trug nun das Mal. Geschichten . . . oder eben nicht.

Nuah seufzte und schüttelte seinen Kopf. Er ärgerte sich über seine Furcht, seine Angst und - seine Sehnsucht. Das Mädchen, der Rabe mit den roten Augen – nach all den Jahren hatte er wieder den Traum gehabt. Dieses Mal hatte er sie endlich berühren wollen, ihr helfen wollen, doch er war wieder zu früh aufgewacht. Nachdenklich strich er mit der rechten Hand über die zart leuchtenden Schuppen auf seinem linken Unterarm. Je nach Lichteinfall schillerten sie in den wildesten Regenbogenfarben. Noch hatte er sich nicht daran gewöhnt, aber er hatte sie ja auch erst seit einigen Wochen. Die erste Morphose hatte keine großen Spuren bei ihm hinterlassen und er war froh darüber. Es gab welche, deren Gesicht oder ganze Körperteile sich nicht mehr rückwandelten. Glück gehabt, Nuah! So sah man zwar seine Verbundenheit zu Echsen, er fühlte sich aber nicht entstellt.

Wie Illisoy hätte er es auch nicht haben wollen. Sie konnte seit ihrer ersten Morphose keine normale Kleidung mehr tragen, denn sie trug von da an ein lebendes Kleid. Tausende kleine Käfer krabbelten auf ihr herum – Nuah schüttelte es bei dem Gedanken – und so trug sie mal ein Kleid mit einem kurzen Oberteil, mal einen langen Rock. Je nachdem was den Käfern gerade in den Sinn kam. Illisoy behauptete zwar, die Outfits seien jeden Tag in Absprache mit den Käfern gewählt, doch er kannte seine Schwester zu gut. Wenn ihr etwas nicht gefiel, wurde sie sehr schmallippig und seit ihrer ersten Morphose war sie verdammt oft so.

Wie aufgeregt er gewesen war, als sein fünfzehnter Geburtstag näher rückte. Sein Leben lang hatte er sich gefragt, welches Tier ihm als erstes begegnen würde. Das Ritual verlangte es, dass er allein diesen Tag im Wald verbrachte. Und nur das Tier, das sich ihm berufen fühlte, ihre Bindung spürte, würde erscheinen. Nuah setzte sich, lehnte sich gegen den goldenen Phoenix-Stamm, schloss wieder seine Augen und gab sich der Erinnerung hin:

Als es Nacht wurde und er sein Feuer entzündet hatte, hatte er die Hoffnung aufgegeben. Ihr letzter Funken verglomm wie die Glut seines Lagerfeuers. Also hatte sich kein Tier berufen gefühlt. Keine Bindung, keine Wandlung – so einfach! Gut, dass gab es auch, damit müsste er leben. Irgendeine Berufung würde es in dieser Welt wohl noch für ihn geben. Nur was? Doch dann hatte er das Rascheln gehört. Leise, ganz leise und sein Herz begann fast zu explodieren. Endlich wurde sein Ruf erhört. Was wohl gekommen war? Wessen Gestalt durfte er ab heute annehmen? Wen durfte er, wenn Gefahr nahte, zur Unterstützung rufen? Als er das Tier sah, machte sich Enttäuschung breit. Nuah spürte einen Kloß im Hals und ihm war nach Weinen zumute. Er wollte nach Hause, empfand die Kreatur als Schmach. Gehofft hatte er auf etwas Großes: eine Wildkatze, einen Wolf, einen Bär. Doch das, was nun neben dem Feuer saß und ihn mit schief gelegtem Kopf aus großen Augen neugierig und aufmerksam betrachtete, war in seinen Augen so unfassbar klein, so unglaublich zart und so zierlich, dass er sich kaum traute eine Bewegung zu machen.

Die Smaragdechse kam züngelnd näher. Nuah saß mit angewinkelten Beinen am Feuer und regte sich nicht. Sie kletterte zügig auf seinen linken Fuß, lief flink seinen Unterschenkel hoch und nahm abwartend auf seinem Knie Platz. Wieder legte sie den Kopf schief und es schien, als könne sie in seinen Gedanken lesen. Nuah strich verlegen eine lange rote Haarsträhne aus seinem Gesicht und blickte kurz zu Boden. „Entschuldigung“, stammelte er leise, „ich habe etwas anderes erwartet. Oder warte, Du bist hier, um Deinen Meister anzukündigen, stimmt's?“ Die Eidechse blinzelte mit den Augen, zwinkerte sie ihm zu? „Naja, also, ich hatte da an was Großes gedacht und Du, nun Du, naja, du bist ja schon verdammt klein!“ Ein schnelles Züngeln war die Antwort. „Nein, das hast Du jetzt missverstanden“, warf Nuah schnell ein, „Ich weiß ja, dass Größe nichts mit Charakter zu tun hat und ja, auch die Kleinsten können den Lauf der Welt verändern, bla bla... schon klar...“ Er verhaspelte sich. „Aber“, er atmete tief durch und traute sich: „Sagen wir mal so. Wie groß bist Du? Zehn, fünfzehn Zentimeter? Wie oft bist Du schon an Deine Grenzen gestoßen? Ich meine körperlich, nicht geistig. Ich weiß weder, was mir diese Wandlung bringen sollte; geschweige denn, was wir zwei gegen irgendwelche Feinde ausrichten können!“ Die Echse setzte sich auf die Hinterbeine, streckte ihre Vorderbeine in die Höhe und kratzte langsam sich am Kopf. Dabei kniff sie ein Auge zu. „Das kannst Du? Ich dachte, das können nur Erdmännchen oder Hunde? Das sieht ja bescheuert aus bei Dir. Du läufst aber nicht ausschließlich auf Deinen Hinterbeinen, oder?“ Nuah lachte laut. „Oh Mann, Wir zwei werden ein richtiges Dream-Team, ich sag es Dir!“ Die Echse gähnte.

Er sah ihre viele filigranen Schuppen, sah wie sich ihr zarter grün schimmernder Leib durch die schnelle Atmung hebte und senkte. Langsam streckte er dem Tier seine linke geöffnete Hand entgegen. Es ging hinein. Nuah hob die Hand zu seinem Gesicht und Tränen liefen die Wangen hinunter. Er schämte sich vor dem winzigen Geschöpf, das seinen Ruf erhört, das er jedoch so schlecht und niedergemacht hatte. Und von einem auf den anderen Moment hatte er noch nie zuvor so viel Liebe, Verbundenheit, Respekt und Dankbarkeit verspürt.

Wie lange sie dort saßen, wusste er später nicht. Zeit und Raum gab es nicht mehr. Nur noch: Die Echse und er. Er und die Echse. Nun untrennbar und immer miteinander verbunden. Die erste Verwandlung: Riesige Farnbüschel, betörende Blumen, nährender Boden, glitschiges Laub, wärmende Steine. Ein Regentropfen, der urplötzlich wie ein ganzes Meer erscheint – alles ist so unvorstellbar groß – er atmet die klebrige Hitze des Waldes mit jeder seiner schillernden Poren. Der Flügelschlag des Kolibris ist plötzlich so laut wie ein schnell hin und her geschwungener Fächer. Der Tritt des Hirschs wie ein Donner, der den Boden erbeben lässt. Wie schnell er plötzlich laufen kann, wie anders er hört. Vor ihm die andere Echse, die ihm – ihrem Wandler – ihre Heimat zeigt. Hinter ihm andere Tiere, plötzlich zu Freund und Feind geworden. Das letzte Bild: Sie sitzen gemeinsam auf einem Felsen und sehen zu, wie die Sonne aufgeht. Nuah spürt, wie ihre ersten Strahlen seine Schuppen wohlig kitzeln. Er sieht seine Haut in unendlich vielen Farben leuchten. Stolz erfüllt ihn. Demut. Ein unbekanntes Gefühl von Zugehörigkeit.

Er ist Nuah – doch ab jetzt so viel mehr. Die Smaragdechse blickt ihn von der Seite an, zum ersten Mal hört er bewusst ihre Stimme: „Wir sind hier um Beluria, die Schöpfung, zu ehren. Wir sind hier, um Beluria, von Anbeginn der Zeiten an zu wahren, zu bewahren; nicht um sie zu zerstören. Wir sind hier, um das Leben zu ehren. Nicht, um es enden zu lassen.“ Die Echse machte eine Pause. Nuah sah, dass sie Tränen in den Augen hatte. Mit leiser Stimme fuhr sie fort: „Ich habe viele, viele verloren. Die Asche wehte sie weg, als hätte es sie nie nie gegeben. Ich weiß nicht, was sie ist. Aber ich weigere mich, daran zu glauben, dass sie eine grausame Laune meiner geliebten Natur ist. In jedem Windhauch, in jedem Regen, in jedem Gewitter und an jedem sonnigen Tag suche ich nun die, die ich liebe. Und ich habe mich mit Dir verbunden, weil ich diesen Weg nicht allein gehen kann. Seit Jahren beobachte ich Dich, Nuah, auch wenn Du mich nicht gesehen hast. Und ich sah, wie achtsam und liebevoll Du mit den Tieren des Waldes umgingst. Deswegen habe ich Dich gewählt und rufst Du mich nun laut oder in Gedanken, so werde ich erscheinen.“ „Ich danke Dir“, flüsterte Nuah. „Mein Name ist Jesaja!“, sagte die Echse und verschwand.

3 Kommentare

Nadine am 7. Februar 2017

Hallo Ihr Lieben! Danke für Eure Kommentare Ich freue mich sehr... Ja, die gibt es und die stelle ich nach und nach hier rein

Feuerelfe am 6. Februar 2017

Mir gefällt deine Geschichte auch sehr gut bitte schreib bald weiter!

Fjalra am 4. Februar 2017

Du schreibst total gut!! Gibt es eine Fortsetzung ? Ich würde mich freuen